Ein Anreizsystem der Suva für Arbeitgeber

Unfall – Arbeitslosigkeit – Abhängigkeit von der Fürsorge: Mit der «Initiative Berufliche Reintegration» will die Suva in Koordination mit der Invalidenversicherung (IV) dies verhindern. Sie versucht, Arbeitgeber mit einem Anreizsystem zu überzeugen, Verunfallten zum Wiedereinstieg ins Erwerbsleben einen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Ein Modell, das Schule machen könnte.

Verunfallte Arbeitnehmer an ihrem bisherigen Arbeitsplatz wieder bestmöglich zu integrieren funktioniert. Das hat die Suva mit ihrem New Case Management zusammen mit zahlreichen Arbeitgebern bewiesen.

Doch was geschieht, wenn Verunfallte nach längerer Abwesenheit und oft mit eingeschränkter Fähigkeit nicht mehr an ihren bisherigen Arbeitsplatz zurückkehren können und der bisherige Arbeitgeber auch keine andere Aufgabe anzubieten hat. Zudem stellen sie fest, dass sie keinen Anspruch auf Umschulungs- oder Eingliederungsleistungen der IV haben. Für diese Versichertengruppe erweist sich der Wiedereinstieg als schwierig. Mit der neuen «Initiative Berufliche Reintegration» will die Suva dem entgegenwirken und hilft den Verunfallten eine passende Stelle zu finden. Dies erfolgt in enger Koordination mit der IV.

Bonus für den Arbeitgeber
«Oft ist es nicht der Unfall und seine Folgen allein, die über die weitere Zukunft entscheiden», betont Peter Diermann, Projektleiter Versicherungsleistungen bei der Suva. «Entscheidend ist, welche Perspektiven Versicherung, Arbeitgeber und auch das soziale Umfeld dem Verunfallten eröffnen.» Auf dieser Erkenntnis baut die «Initiative Berufliche Reintegration» auf. Die Suva sucht und unterstützt Arbeitgeber, die bereit sind, Verunfallten einen Arbeitsplatz für eine Einarbeitung oder Ausbildung zur Verfügung zu stellen und danach fest anzustellen. Dafür entwickelte die Suva ein Anreizsystem: Während der Einarbeitungszeit, kostet der Mitarbeitende die Firma nichts, Taggelder und Versicherungsschutz (Unfall) übernimmt die Suva, bei einem neuen Unfall erfolgt keine Belastung in den Prämien-Einreihungssystemen. Sie zahlt ausserdem Kosten für Kurse und Arbeitsplatzanpassungen und bietet eine Begleitung im Sinne eines Coachings am Arbeitsplatz an. Je nach Aufwand und Erfolg erhält der Arbeitgeber bei einer Festanstellung einen Betrag bis maximal 10'000 Franken.

Gewinn für alle
Obwohl das Projekt erst Anfang April 2009 lanciert wurde und ein aussagekräftiger Erfolgsnachweis zusätzliche Erfahrungs- und Beobachtungszeit erfordert, stimmen die ersten Ergebnisse sehr zuversichtlich. Nicht zuletzt, da mit den inzwischen neun abgeschlossenen Fällen über 2,1 Millionen Franken Rentenkosten eingespart werden konnten. Damit ist es der Suva gelungen, einen Nutzen für den Versicherten wie auch für die Volkswirtschaft zu generieren. Da die Suva Gewinne in Form von tieferen Prämien an ihre Versicherten zurückgibt, profitieren damit sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmende.

Weitere Informationen zur «Initiative Berufliche Reintegration» finden Sie unter: www.suva.ch/waswo/2913.d 

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
Angela Zobrist, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 54 76, angela.zobrist@suva.ch 

Die 1918 gegründete Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 2900 Mitarbeitende. Sie ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 110 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,4 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner - Arbeitgeber und Arbeitnehmer - und der Bund vertreten.

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