Gutes Risikomanagement halbiert Unfallrisiko

Schweizerische Tagung für Arbeitssicherheit 50 Prozent der Berufsunfälle können verhindert werden, wenn das Risikomanagement der Firmen einwandfrei funktioniert. Im Jahr 2008 hätte dies über 130 000 verhinderten Unfällen entsprochen. Doch was muss man dafür tun? Diese Frage führte über 270 Kaderleute und Sicherheitsbeauftragte an die 12. Schweizerische Tagung für Arbeitssicherheit STAS, welche die EKAS alle zwei Jahre in Luzern durchführt.

Was zeichnet modernes Risikomanagement aus? Wie viel ist den Betrieben die Sicherheit wert? Habe ich als Arbeitgeber genug für die Sicherheit unternommen? Diese und andere Fragen standen an der Tagung im Kultur- und Kongresszentrum Luzern KKL in Luzern im Vordergrund. Die namhaften Referenten zeigten den Anwesenden die diversen Möglichkeiten auf. Grösstes Anliegen aller: Die Minimierung der Zahl von Unfalltoten.

Berge versetzen
Die Teilnehmenden nahmen zahlreiche Denkanstösse zur Optimierung des Risikomanagements und insbesondere des Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutzsystems für ihren Alltag mit. Ein fachlicher Input kam von Marc Schaedeli, Head of Risk Management des Grosskonzerns Nestlé. Er sieht die vier zentralen Elemente des betrieblichen Risikomanagements in der Antizipation, Prävention, Notfallplanung und Risikofinanzierung. Für Nestlé ist klar: Arbeitssicherheit ist nicht verhandelbar. Dafür sind klare Ziele und ein regelmässiges Monitoring unabdingbar. Wichtig ist auch, dass die Geschäftsleitung das Anliegen vollumfänglich unterstützt. Schaedeli ist überzeugt: «Damit lassen sich Berge versetzen!» Roman Boutellier, Vizepräsident für Personal und Ressourcen der ETH Zürich, betont zudem die Befähigung zur Eigenverantwortung. Empowerment der Mitarbeitenden ist für ihn ein zentraler Punkt in einem ganzheitlichen Risikomanagement.

Fragiles Gleichgewicht
Jedes unternehmerische Handeln basiert auf dem Abwägen von Chancen und Risiken. Gerade in Zeiten der Finanzkrise ist dieses Abwägen von enormer Wichtigkeit, da sich die Entscheidungsfaktoren laufend ändern. Zur Visualisierung haben die Veranstalter im Foyer des KKL ein Risikomanagement-Mobile aufgehängt. Das Mobile ist aufgeteilt nach Finanz-, Markt- und Prozessrisiken. Auf eindrückliche Weise zeigt sich, dass durch eine kleine Veränderung der Komponenten das ganze Gebilde ins Trudeln kommen kann. Gerade deshalb ist es eine zentrale Herausforderung für die Unternehmensführung: ganz klar Chefsache.

Detaillierte Informationen zur Tagung unter www.ekas.ch 

Bilder stehen ab 16.30 Uhr zur Verfügung unter www.photopress.ch/image/Suva 

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS,
Dr. Serge Pürro, Geschäftsführer EKAS, Tel. 041 419 51 59, serge.puerro@ekas.ch 


Suva Unternehmenskommunikation, Helene Fleischlin
Tel. 041 419 65 14, helene.fleischlin@suva.ch 

Aufgaben der EKAS
Die Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS fungiert im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz als Drehscheibe: Sie sorgt für die einheitliche Anwendung der Sicherheitsvorschriften in den Betrieben, die koordinierte Verteilung finanzieller Mittel und für eine partnerschaftliche, effiziente Zusammenarbeit von kantonalen Arbeitsinspektoraten, SECO, Suva und Fachorganisationen. Den Vorsitz über die 11-köpfige Kommission, in der auch die Delegierten der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen mitwirken, hat die Suva. Mehr Informationen unter www.ekas.ch.(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)

Vision «250 Leben»
Arbeiten in der Höhe, Arbeiten an befahrenen Verkehrsachsen, Arbeiten im Baugewerbe sowie Forstarbeiten sind mit hohen Risiken verbunden. In der Schweiz ereignen sich gegen 100 tödlich verlaufende Berufsunfälle pro Jahr. Die Suva und die anderen Durchführungsorgane der Arbeitssicherheit haben sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2015 diese Zahl zu halbieren und so 250 Menschenleben zu bewahren. Mit einer dualen Strategie – einerseits Vollzugsdruck und Systemmassnahmen, anderseits Beeinflussung des Risikoverhaltens und Sensibilisierung aufgrund der Unfallursachenabklärung – will die Suva mit 20 Initiativen dieses anspruchsvolle Ziel erreichen.

Die 1918 gegründete Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 2900 Mitarbeitende. Sie ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 110 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,4 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner - Arbeitgeber und Arbeitnehmer - und der Bund vertreten.

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