Gezieltes Training hilft Schneesportunfälle verhindern

Nur gerade ein Drittel aller Schneesportler macht sich für den Winter fit. Dies zeigt eine Internet-Befragung, an der 19 000 Personen teilgenommen haben. Die Suva bietet zur seriösen Vorbereitung ein Trainingsprogramm und einen persönlichen Risikotest an.

Um das eigene Risikoverhalten besser einzuschätzen, hat die Suva im vergangenen Winter einen Internettest entwickelt. Dieser zeigt persönliche Defizite und wie diese behoben werden können. Unter anderen wurden Fragen zur körperlichen Voraussetzung, zum gezielten Vorbereitungstraining und zum Sportverhalten allgemein gestellt. Die rund 19 000 ausgewerteten Datensätze ergaben, dass sich nur gerade ein Drittel der Befragten seriös auf den Winter vorbereitet. Viele Schneesportler sind sich nicht bewusst, dass beim Ski- und Snowboardfahren das Training zwingend vorausgehen muss. «Es ist nicht wie bei andern Sportarten, bei denen das Training während der Ausübung des Sports erfolgt», sagt Edith Müller-Loretz, Kampagnenleiterin der Suva. «Auf der Piste wird lediglich die persönliche Fahrtechnik auf dem Schnee trainiert, die körperliche Fitness muss vorher erarbeitet werden».

Carving, eine Herausforderung für die Beine
Gerade das Fahren von «gecarvten» Schwüngen setzt eine kräftige Beinmuskulatur voraus. Gemäss Hans Gerber vom Institut für Biomechanik der ETH Zürich, setzt eine Verdoppelung der Geschwindigkeit in den «gecarvten» Kurven die vierfache Beinkraft und eine die starke Rumpfmuskulatur voraus. «Dies ist nötig, damit beim Carving der Körper aufrecht gehalten werden kann», sagt Gerber. Hat ein Fahrer den Schwerpunkt nicht über der Bindung, wird die maximale Kraft seiner Beinmuskulatur sehr schnell überschritten. Oft kommt es dann zu einem Rückwärtssturz, was zu einem Kreuzbandriss führen kann.

Mit der Suva in die Wintervorbereitung
Als Vorbereitung auf den Wintersport und um die Häufigkeit sowie Schwere der Verletzungen zu reduzieren, hat die Suva das Trainingsprogramm «Top 10» für den Winter realisiert, das als DVD und online verfügbar ist. Das Programm besteht aus je zehn Einzel- und Partnerübungen, sowie aus zwei Kurzclips zu den Themen Ausdauer und Dehnen. Auf der DVD findet sich zusätzlich als Intro das Musikvideo zu einer neuen Version des Kult-Hits «Alles fahrt Schi». Die DVD kann kostenlos bestellt werden: Suva, Kundendienst, Postfach, 6002 Luzern, Fax: 041 419 59 17 oder unter www.suva.ch/waswo(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) (Bestellnummer DVD 359.d).

70 000 Schneesportunfälle pro Saison
In der Schweiz verunfallen jedes Jahr 70 000 Personen im Schneesport wovon 40 000 erwerbstätig und somit UVG-versichert sind. Diese 40 000 Unfälle verursachten allein im Jahr 2006 Kosten von rund 250 Millionen Franken. Nicht in diesen Kosten enthalten sind die 30 000 Unfälle der Nichterwerbstätigen, wie beispielsweise Schüler, Jugendliche, Hausfrauen die über die Krankenkassen abgerechnet werden. Die Suva will mit ihren Präventionsaktivitäten Schneesportunfälle verhindern und damit die Unfallkosten senken. Dies wiederum kommt den Versicherten in Form von tieferen Prämien zu Gute.
Machen auch Sie Ihren Risikotest
Wer mehr über sein Risiko im Schneesport erfahren will, kann im Internet unter www.suva.ch/risiko den Selbsttest ausführen. Der Test besteht aus 45 Fragen zu sieben Dimensionen wie Nervenkitzel und Risikofreudigkeit, Rücksicht, Ausrüstung und fahrerisches Können. Aus den Antworten wird ein persönliches Risikoprofil mit den entsprechenden Präventionsbotschaften erstellt.

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
Angela Zobrist, Unternehmenskommunikation, Tel. 041 419 54 76, angela.zobrist@suva.ch 

Die 1918 gegründete Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 2900 Mitarbeitende. Sie ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 110 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,4 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner - Arbeitgeber und Arbeitnehmer - und der Bund vertreten.