Lawinenunfall-Prävention mit dem iPhone

«White Risk mobile» ist ein neues Werkzeug zur Lawinenkunde für unterwegs. Es wurde gemeinsam vom WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF und der Suva entwickelt. Die iPhone-Applikation unterstützt SchneesportlerInnen bei der Planung und Ausführung einer Tour bzw. Abfahrt abseits der gesicherten Pisten.

Jeden Winter sterben in der Schweiz im Durchschnitt 25 Personen in Lawinen. «Dieses Risiko kann vermindert werden, wenn sich die Leute die nötigen Kenntnisse aneignen und über die aktuellen Gefahren vor Ort informiert sind», sagt Stephan Harvey, Lawinenexperte am SLF. Damit die Schneesportler auch im Gelände jederzeit auf aktuelle Daten zugreifen und die wichtigsten Verhaltenstipps nachlesen können, wurde die Applikation «White Risk mobile» entwickelt, welche kostenlos vom App Store heruntergeladen werden kann. Sie ist auf Deutsch und ab Januar 2010 auf Französisch erhältlich.

Aktuelle Lawineninformationen jederzeit dabei
Auf «White Risk mobile» können die Schneesportler jederzeit das aktuelle Lawinenbulletin des SLF sowie die dazugehörigen Gefahren- und Schneekarten abrufen. Für ein Jahresabonnement von 15 Franken erhält man zusätzlich die Schnee- und Winddaten der SLF-Messstationen. Dazu markiert man die eigene Position auf der Karte oder aktiviert das GPS und erhält so automatisch den aktuellen Standort. Mit nur einem Klick werden die Windgeschwindigkeit, die Schneehöhe und die Neuschneemenge der letzten drei Tage in Form einer Grafik visualisiert.

White Risk mobile: ein kompetenter Begleiter
Mit «White Risk mobile» lernen Schneesportler, das aktuelle Lawinenproblem zu erkennen. Sie erhalten viele Informationen, wie sie sich abseits der Pisten richtig verhalten. Verschiedene Tools helfen ihnen, die Situation zu analysieren und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Sie können z.B. die Hangneigung schätzen und mit dem integrierten Hangneigungsmesser überprüfen. Texte, Animationen und Filme erklären die Hintergründe und regen an, mehr über das Thema Lawinen zu lernen. «White Risk mobile» ermöglicht so das Erlernen der Lawinenkunde in realer Umgebung. Es unterstützt den Bergsportler in der Beurteilung der Lawinengefahr und vermittelt gleichzeitig auf spielerische Weise die Theorie.

Lawinenwissen auch auf CD-ROM
Die Suva und das SLF bieten ausserdem die CD-ROM «White Risk» an. Sie vermittelt auf gut verständliche und unterhaltsame Art wertvolles Lawinenwissen. Zahlreiche Animationen, Fotos, Filme und Übungen veranschaulichen die Sachthemen. Die Navigation verläuft selbsterklärend von einfachen zu komplexen Themen. Die CD-Rom ist in deutscher, französischer und englischer Sprache erhältlich. Sie kostet 19 Franken und kann bei der Suva unter: www.suva.ch/wasw (Bestell-Nr. 99070) oder beim SLF unter www.slf.ch  bestellt werden. Sie ist zudem als Download verfügbar, wie auch die «White Risk-Instructor-CD» - das ergänzende Produkt für Ausbildner (www.whiterisk.ch   ).

Lawinenunfälle: 28 Todesopfern
Für das hydrologische Jahr 2008/09 (01.10.2008 bis 30.09.2009) wurden dem SLF mehr als 150 von Lawinen erfassten Personen gemeldet. 28 Personen haben bei 23 Lawinenunfällen ihr Leben verloren. 33 weitere Personen wurden in Lawinen verletzt.

Auskünfte an Medienschaffende erteilen:

Angela Zobrist, Unternehmenskommunikation, Suva
Tel. 041 419 54 76, angela.zobrist@suva.ch 

Julia Wessels, Kommunikation,
WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos
Tel. 081 417 02 86, wessels@slf.ch 


Die 1918 gegründete Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 2900 Mitarbeitende. Sie ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 110 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,4 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner - Arbeitgeber und Arbeitnehmer - und der Bund vertreten.

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Die Aufgaben des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos, sind Forschung und Dienstleistungen rund um Schnee, Atmosphäre, Naturgefahren, Permafrost und Gebirgsökosysteme. Sein wohl bekanntestes Produkt ist die Lawinenwarnung für die Schweizer Alpen, die im Winter zweimal täglich herausgegeben wird. Für Sicherheitsverantwortliche und Schneesportler ist das Lawinenbulletin eine wichtige Informationsquelle, um Lawinenunfällen vorzubeugen. Das SLF gehört zur Eidg. Forschungsanstalt WSL und damit zum ETH-Bereich. www.slf.ch(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet)