Wenn die Seele einen Gips braucht

Für die Glarner Bevölkerung ist die Stiftung Beratungs- und Therapiestelle Glarnerland oft die erste Anlaufstelle, wenn psychische Probleme auftreten. Als Anerkennung und Dank für das langjähriges Engagement erhält die Stiftung nun die mit 25 000 Franken dotierte Suva-Neujahrsspende.

Wenn Suva-Versicherte einen Unfall hatten, ist dies meist offensichtlich. Denn oft bleiben Narben zurück oder Gips und Krücken begleiten die Verunfallten während der ersten Heilungsphase. Die Aufmerksamkeit von Kollegen, Freunden und Familien ist ihnen so gewiss. Doch was ist, wenn die Seele einen Gips nötig hätte? Die Zahl der psychisch Kranken steigt stetig an, und dennoch ist seelische Not oft ein Tabu.
Wer in den Arbeitsalltag integriert ist, wird rascher gesund
Es verwundert daher nicht, dass Menschen mit psychischen Problemen immer häufiger die ambulante der stationären Therapie vorziehen. «Viele der Betroffenen wollen oder können nicht in eine stationäre Therapie. Bei uns ist es möglich, dass sie trotz Therapie ihrem Beruf nachgehen und in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können», erklärt Stiftungspräsidentin Daniela de la Cruz. Dieser Punkt ist es auch, den die Suva - als grösster Unfallversicherer der Schweiz - mit der Stiftung Beratungs- und Therapiestelle Glarnerland verbindet. Denn bei der Suva hat man schon lange erkannt, dass eine optimale Wiedereingliederung von verunfallten Personen in den Berufsalltag die Heilungskosten und -dauer reduziert. Eine Situation von der alle profitieren: Denn Gewinne gibt die Suva in Form von tieferen Prämien an ihre Versicherten zurück. «Ich bin überzeugt: wenn Verunfallte, die an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können, rascher gesund werden, haben auch psychisch Kranke, die in einen regelmässigen Arbeitsalltag integriert sind, bessere Heilungschancen. Deshalb haben wir uns entschieden, die diesjährige Neujahrsspende der Stiftung Beratungs- und Therapiestelle Glarnerland zu übergeben», meint Rainer Bätschmann, Leiter der Agentur Suva Linth.
Suva-Neujahrsspende kommt zum richtigen Zeitpunkt
Die Stiftung Beratungs- und Therapiestelle Glarnerland unterstützt psychisch kranke Menschen und solche in schwierigen Lebenslagen, Angehörige, Betriebe und Institutionen mit ambulanter Beratung, Begleitung, Therapie, Information und Schulung in den Bereichen Psychiatrie, Partnerschaft, Familie, Sexualität und Sucht. Die Neujahrsspende der Suva kommt für die Stiftung genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn sie ist nicht nur mit einer stetig steigenden Nachfrage, sondern auch mit immer komplexeren Krankheitsbildern konfrontiert, was zu zeitintensiven Absprachen mit Schulen, anderen Fachstellen, Schulden- und Sozialberatungsstellen oder Hausärzten führt. «Wir haben bereits im letzten Jahr die Stellenprozente erhöht und ein weiterer Ausbau steht demnächst an», führt Stiftungspräsidentin Daniela de la Cruz aus.
Nicht nur Stellen- sondern auch Angebotsausbau
Zudem hat die Stiftung Beratungs- und Therapiestelle Glarnerland ihr Angebot ausgebaut. Seit Kurzem haben Glarner Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen nämlich eine eigene Anlaufstelle: Dank einem interkantonalen Abkommen, nimmt der Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst Schwyz in Lachen nun auch junge Patienten aus dem Kanton Glarus auf. Und falls es dabei zu ungedeckten Kosten kommt, trägt die Suva-Neujahrsspende unter anderem dazu bei, dass diese Kinder auch künftig in Lachen betreut werden können.
Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
Angela Zobrist, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 54 76, angela.zobrist@suva.ch 

Die 1918 gegründete Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 2900 Mitarbeitende. Sie ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 110 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,4 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner - Arbeitgeber und Arbeitnehmer - und der Bund vertreten.