Asbest-Altlasten: Suva nimmt Vorbildrolle ein

Die Suva nimmt die Asbest-Altlasten beim Sanieren ihrer Liegenschaften ernst. Sie hat 72 eigene Bauten, die vor dem Asbestverbot im Jahr 1990 erstellt wurden, auf Asbest untersucht. An neun Stellen in acht verschiedenen Liegenschaften wurden Situationen vorgefunden, die eine umgehende Asbestsanierung verlangten.

Zum Portfolio der Suva gehören gut 170 Betriebs- und Anlageliegenschaften mit 5500 Wohnungen im Wert von über drei Milliarden Franken. Dies entspricht knapp einem Zehntel des gesamten Anlagevermögens. Die Mieterträge steuern zur langfristigen Finanzierung der Renten bei, die monatlich an rund 100 000 Empfänger gehen.
Asbest und kein Ende
In vielen Gebäuden der Schweiz kommt das früher als «Wunderwerkstoff» bezeichnete Material Asbest noch immer vor. Deshalb liess die Suva ihre Liegenschaften vorsorglich auf mögliche Asbestvorkommen untersuchen. Spezialisierte Firmen prüften alle 72 vor 1990 erstellten Suva-Bauten. In jenem Jahr trat das Verbot der Einfuhr, Abgabe und Verwendung von Asbest und asbesthaltigen Erzeugnissen oder Gegenständen in Kraft. Für jede Liegenschaft wurde ein Gutachten erstellt. Darin sind die effektiven oder möglichen Asbestvorkommen aufgelistet und die notwendigen Massnahmen definiert.
Asbest umgehend entfernt
Die Untersuchungen ergaben neun Asbestvorkommen mit der Dringlichkeitsstufe 1, die umgehende Sanierungen verlangten. Diese Sanierungen sind bereits abgeschlossen. Dabei handelte es sich um asbesthaltige Akustikdeckenplatten, Bodenbeläge, Brandschutzverkleidungen, Dichtungen, die ersetzt wurden.

152 Fälle haben die Dringlichkeitsstufe 2, 251 weitere die Stufe 3. Bei den Stufen 2 und 3 besteht kein dringender Handlungsbedarf, weil die lokalisierten Asbestvorkommen fest im Material gebunden oder versiegelt sind, zum Beispiel als Fassadenplatten oder verdeckt in Bodenbelägen. In dieser gebundenen Form stellt Asbest für Mensch und Umwelt keine unmittelbare Gefährdung dar. Spätestens bei baulichen Eingriffen müssen diese Asbestvorkommen fachgerecht saniert werden.
Sensibilisierte Liegenschaftsverwaltungen
Da die Suva ihre Immobilien von externen Partnern verwalten lässt, wurden die zuständigen Verwaltungen über die Bestandesaufnahmen informiert. Dies stellt sicher, dass das nötige Wissen vorhanden ist, um bei Umbauten oder Renovationen einer belasteten Liegenschaft die notwendigen Vorkehrungen zu treffen und eine Gefährdung von Mensch und Umwelt zu vermeiden.
Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
Erich Wiederkehr, Unternehmenskommunikation, Tel. 041 419 56 23, erich.wiederkehr@suva.ch 

Die 1918 gegründete Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 2900 Mitarbeitende. Sie ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 110 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,4 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner - Arbeitgeber und Arbeitnehmer - und der Bund vertreten.