Erwerbstätige stolpern für rund eine Milliarde Franken

Jedes Jahr verunfallen rund 295 000 Menschen, weil sie stolpern oder stürzen. Stolpern mag harmlos klingen, nicht selten aber haben solche Unfälle für die Betroffenen schwerwiegende Folgen. Deshalb lanciert die Suva die neue Präventionskampagne «stolpern.ch». Für den Kampagnenauftakt im Zürcher Hauptbahnhof hat sie den international bekannten Kreidekünstler Julian Beever erstmals in die Schweiz geholt.

Wer sich am 16. März 2010 in die grosse Halle des Zürcher Hauptbahnhofs begibt, sollte sich vor Stolperfallen in Acht nehmen, denn der britische Strassenmalkünstler Julian Beever zeigt das Thema Stolpern aus einer neuen unerwarteten Perspektive auf. Betrachtet man nämlich sein Werk aus einem bestimmten Winkel, ergibt sich ein dreidimensionaler Eindruck. Beevers Sujet: Ein Sturz in die Tiefe. Vier Tage lang malte Julian Beever an diesem Bild. Sein Kunstwerk erstaunt im selben Mass, wie die Tatsache, dass sich in der Schweiz mehr Menschen bei Stolper und Sturzunfällen verletzen als bei Autounfällen.
Unfallzahlen sprechen für sich
Jährlich erleiden 295 000 Personen in der Schweiz einen Stolper- oder Sturzunfall, Tendenz steigend. Davon sind 155 000 Personen erwerbstätig und somit nach UVG versichert. Diese Unfälle verursachten bei den Unfallversicherern Kosten von 950 Millionen Franken. Nicht in diesen Kosten enthalten sind die 140 000 Sturzunfälle von Personen, die nicht durch einen Arbeitgeber versichert sind wie beispielsweise Kinder, Studenten, Hausfrauen, Selbständigerwerbende sowie Rentner. Zu den Stolper- und Sturzunfällen zählen nicht allein Stürze von einer Treppe. Weitaus mehr Unfälle (70 Prozent) passieren auf gleicher Ebene und sind wenig spektakulär. Sie sind eine Verkettung unglücklicher Momente wie beispielsweise das Stolpern über eine Kabel-rolle oder das Ausrutschen auf unebenem Boden. Dass jedoch die Folgen der Stolper- und Sturzunfälle häufig alles andere als harmlos sind, belegen die 40 Prozent aller Invalidenrenten, die auf diesen Unfallhergang zurückzuführen sind.
Mit «stolpern.ch» 12 000 Unfälle vermeiden
Die Antwort der Suva heisst: «stolpern.ch». Während der nächsten fünf Jahre will die Suva die ihr jährlich gemeldeten 85 000 Stolperunfälle, die 640 Millionen Franken Kosten verursachen, mit gezielten Präventionsaktivitäten reduzieren und ihre versicherten Betriebe wie auch die breite Bevölkerung sensibilisieren. «stolpern.ch» hat zum Ziel, bei den Suva-Versicherten die jährliche Anzahl Stolperunfälle bis ins Jahr 2014 um fünf Prozent zu senken. «Erreichen wir dieses Ziel, können in diesen fünf Jahren 12 000 Unfälle vermieden und gleichzeitig 82 Millionen Franken eingespart werden», erklärt Raphael Ammann, Projektleiter «stolpern.ch». Stolper- und Sturzunfälle werden gerne verharmlost, deshalb versucht die Suva mit «stolpern.ch» eine Bewusstseinsänderung zu bewirken. «Wir wollen erreichen, dass die Arbeitgeber Stolperunfälle zum Thema machen, denn weniger Unfälle bedeuten nicht nur weniger Leid, sondern auch Kosteneinsparungen. Diese Einsparungen kommen den Versicherten in Form von tieferen Prämien zugute», sagt Ammann.
Informations- und Einsatzmittel der Suva
Die Suva stellt neben einer breiten Palette von Infomittel auch wertvolle Präventionswerkzeuge zur Verfügung. Mit einem TV-Spot und Plakaten wird die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam gemacht. Der Sensibilisierungsfilm «unten» bringt die Zuschauerinnen und Zuschauer auf Augenhöhe mit den Stolperfallen und zeigt eindrücklich Gefahren auf. Ein weiteres Kernelement der Kampagne ist die interaktive Website www.stolpern.ch. Zum Auftakt werden alle Besucher in eine Krimiwelt entführt und zum Aufspüren von Stolperfallen animiert.
Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Angela Zobrist, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 54 76, angela.zobrist@suva.ch 

Die 1918 gegründete Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 2900 Mitarbeitende. Sie ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 110 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,4 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner - Arbeitgeber und Arbeitnehmer - und der Bund vertreten.