Suva: Gute Performance und rückläufige Unfallzahlen erlauben Prämiensenkung per 1.1.2011

Die Suva schliesst das Geschäftsjahr 2009 mit einem positiven Jahresergebnis von 188,2 Millionen Franken ab (Vorjahr – 149,4 Millionen Franken). Die Performance auf den Kapitalanlagen betrug 12,6 Prozent (Vorjahr – 12,2 Prozent). Der finanzielle Deckungsgrad stieg von 107,8 auf 117,6 Prozent. Die Suva ist somit weiterhin solide finanziert. Da zudem der Schadenverlauf positiv ist, kann die Suva ihre Prämien in der Berufsunfallversicherung per 1. Januar 2011 im Durchschnitt um 3 Prozent senken.

Die Suva hat im Jahr 2009 in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld eine sehr gute Performance von 12,6 Prozent (Vorjahr – 12,2 Prozent) auf ihrem Anlagevermögen im Buchwert von 31,6 Milliarden Franken (Vorjahr 29,3 Milliarden Franken) erzielt. Positiv wirkten sich sowohl die rasche Erholung an den Finanzmärkten als auch die aktive Anlagestrategie der Suva aus, die auf eine breite Diversifikation ausgelegt ist.
Das Anlagevermögen dient der Sicherung der Renten, die an über 100 000 Personen in Form von Invaliden- und Hinterlassenenrenten ausgerichtet werden. Die Kapitalerträge sorgen für eine angemessene Verzinsung des Deckungskapitals und finanzieren den Teuerungszuschlag, der die Kaufkraft der Renten sichert. Ohne diese Erträge würden die Prämien deutlich höher ausfallen. Aufgrund der langen Laufzeit der Renten kann die Suva ihr Vermögen langfristig anlegen und selbst erhebliche Wertschwankungen verkraften.

Erneute Prämiensenkung ab 1.1.2011

Aufgrund des erfreulichen Jahresergebnisses und des guten Risikoverlaufs – insbesondere weniger Berufsunfälle – kann die Suva ihre Prämien per 1. Januar 2011 zum vierten Mal in Folge senken und damit den Werkplatz Schweiz stützen. Die Prämienreduktion in der Berufsunfallversicherung beträgt durchschnittlich 3 Prozent; in der Nichtberufsunfallversicherung können die Prämien trotz etwas mehr Freizeitunfällen gehalten werden. Die effektive Prämienentwicklung hängt vom Risikoverlauf der Branche bzw. des einzelnen Betriebs ab; die Mehrheit der Suva-Kunden wird jedoch 2011 in den Genuss einer Prämiensenkung in der Berufsunfallversicherung kommen.

UVG-Revision: Sozial- und Leistungsabbau sowie Mehrkosten drohen

Weniger optimistisch schätzt die Suva die künftige Prämienentwicklung ein, wenn an den derzeitigen Kommissionsbeschlüssen zur UVG-Revision festgehalten wird. Denn diese bedeuten einen Sozial- und Leistungsabbau. Die negativsten Auswirkungen auf die Versicherten wären: Die geplante Senkung des höchstversicherten Verdiensts um rund 20 Prozent, der Prämienerhöhungen zur Folge hätte. Die Verdoppelung des Mindestinvaliditätsgrads von heute 10 auf neu 20 Prozent, was die Wiedereingliederung Verunfallter erschweren würde. Und schliesslich die Anpassung der Überversicherung im Alter, wodurch ältere Versicherte, die verunfallen, künftig im Pensionsalter unterversichert wären. Diese Entscheide machen die Unfallversicherung teurer, komplizierter und sind nicht KMU-freundlich.

Alle Betriebsrechnungen im Plus

Die Risikorechnung (technisches Ergebnis) 2009 schliesst mit einem Plus von 122,5 Millionen Franken wiederum positiv (Vorjahr 1259,8 Millionen Franken). Der Schadenaufwand stieg 2009 insgesamt um 27,3 Prozent auf 4670 Millionen Franken, was primär auf eine Verstärkung der Rückstellungen für unerledigte Unfälle zurückzuführen ist. Für Heilkosten und Taggelder wurden 2214 Millionen Franken ausbezahlt, was gegenüber der Vorjahresperiode einer Zunahme um rund 3,8 Prozent entspricht.
Die Zinsrechnung war nach einem äusserst schwierigen Anlagejahr 2008 im vergangenen Rechnungsjahr von einer positiven Entwicklung an den Finanzmärkten gekennzeichnet. Der Nettoerfolg in der Zinsrechnung beträgt 56 Millionen Franken (Vorjahr – 1423 Millionen Franken). Dieser Nettoerfolg beinhaltet nebst der gesetzlichen Verzinsung der Deckungskapitalien die Zuweisung an die Rückstellung für Risiken aus Kapitalanlagen von 602 Millionen Franken (Vorjahr – 2504 Millionen Franken) sowie den Umlagebeitrag zur Finanzierung der Teuerungszulagen von 102,3 Millionen Franken (Vorjahr 108,6 Millionen Franken).
Die Verwaltungskostenrechnung zeigt gegenüber dem Vorjahr einen Mehraufwand um 22,2 Millionen Franken auf 519,8 Millionen Franken. Darin sind ausserordentliche Aufwendungen als Rückstellungen von 25 Millionen Franken für künftige Informatikprojekte enthalten. Insgesamt schliesst die Verwaltungskostenrechnung mit einem Überschuss von 9,9 Millionen Franken.
In der Gesamtrechnung wird somit ein positives Jahresergebnis von 188,2 Millionen Franken (Vorjahr – 149,4 Millionen Franken) ausgewiesen.

Weniger Berufsunfälle und weniger neue Renten

Die Zahl der gemeldeten Unfälle und Berufskrankheiten ging 2009 geringfügig um 0,4 Prozent auf 448 820 zurück. Konjunkturbedingt besonders deutlich war der Rückgang um 4,3 Prozent bei den Berufsunfällen von 183 213 auf 175 365 Unfälle, während die Zahl der Freizeitunfälle um 0,9 Prozent von 251 803 auf 254 176 Unfälle leicht anstieg.
Das New Case Management zeigt seine nachhaltige Wirkung durch die erneut rückläufigen Neurentenzahlen. Mit 2050 (Vorjahr 2210) neuen unfallbedingten Invalidenrenten war es diesbezüglich das beste Jahr seit der Einführung des Unfallversicherungsgesetzes 1984. Die Zahl der neuen Renten lag damit um 7,3 Prozent tiefer als im Vorjahr. Die Kosten gingen gar um 9,8 Prozent bzw. 62 Millionen Franken zurück. Insgesamt sind die Kosten der neu gesprochenen Renten der Suva seit dem Jahr 2003 um 44,7 Prozent bzw. 460 Millionen Franken gesunken.
Die Suva ging 2009 verstärkt gegen Versicherungsmissbrauch vor. So bearbeitete sie 2009 insgesamt 286 Verdachtsfälle (Vorjahr 223).

Präventionsschwerpunkte

Im Rahmen der «Vision 250 Leben», die bis 2015 insgesamt 250 tödliche Arbeitsunfälle verhindern will, startete die Suva verschiedene Fachkampagnen und Schwerpunktaktivitäten bzw. setzte diese fort. Ein zentrales Thema ist nach wie vor die Arbeitssicherheit bei den Arbeitsgerüsten. Ebenso wichtig nimmt die Suva den Schutz der Temporärmitarbeitenden in Produktionsbetrieben, für die im vergangenen Jahr eine Arbeitssicherheitskampagne gestartet wurde. Ein permanenter Schwerpunkt sind die Forstbetriebe, wo die Mitarbeitenden besonderen Gefahren ausgesetzt sind. Hier unterstützt die Kampagne «Risikoverhalten Forst» die Bestrebungen nach mehr Arbeitssicherheit. Im Bereich der Verhinderung von Berufskrankheiten liegt das besondere Augenmerk beim sicheren Umgang mit Asbest und Nanopartikeln.
Um das Unfallrisiko in der Freizeit zu mindern, führte die Suva wiederum eine Schneesportkampagne mit dem Schwerpunkt «Rücksichtnahme auf der Piste» durch. Beim Velofahren setzt die Suva auf das freiwillige Tragen des Velohelms. Beim beliebten Volkssport Fussball gehören das Fördern unfallfreier Grümpelturniere und Fairplay im Spiel zu den wichtigsten Präventionsmassnahmen.

Ausblick 2010: Starke Prävention und wirksame Wiedereingliederung

Im laufenden Jahr setzt die Suva in der Prävention Akzente beim Thema Sicherheit im Umgang mit Asbest. Im März 2010 lancierte sie zudem die fünf Jahre dauernde Kampagne «stolpern.ch» zur Vermeidung von Stolper- und Sturzunfällen. Im Bereich Schadenmanagement/Rehabilitation verstärkt die Suva den Austausch mit Ärztenetzwerken, um die Früherkennung von Komplexfällen im New Case Management weiter zu verbessern. Die als Pilotprojekt gestartete Zusammenarbeit mit dem Aargauer Ärztenetzwerk verläuft sehr erfreulich. In finanzieller Hinsicht stimmt das laufende Jahr optimistisch. So betrug die Performance auf den Kapitalanlagen bis Ende Mai 2010 1,4 Prozent.

Kennzahlen (Beträge in CHF)
2009 2008
Prämieneinnahmen (brutto) 4,230 Mrd. 4,406 Mrd.
Versicherungsleistungen
(Heilkosten, Taggelder, Renten, Teuerungszulagen)
3,905 Mrd. 3,772 Mrd.
Betriebskosten*
- davon Prävention (BUV/NBUV)
520 Mio.
117 Mio.
498 Mio.
113 Mio.
Ergebnis Risikorechnung 122 Mio. 1260 Mio.

Ergebnis Zinsrechnung

56 Mio. -1423 Mio.
Ergebnis Verwaltungskostenrechnung 10 Mio. 14 Mio.
Gesamtergebnis 188 Mio. -149 Mio.
Kapitalanlagen (Buchwert) 31,6 Mrd. 29,3 Mrd.
Versicherte Lohnsumme (BUV) 128,0 Mrd. 127,1 Mrd.
Total Schadenfälle (Unfälle und Berufskrankheiten) 448 820 450 777
Neue Invalidenrenten 2050 2210

* Inkl. Rückstellungen von 25 Mio. Franken für künftige Informatikprojekte
Fotos zur Bilanzmedienkonferenz finden Sie ab 14.00 Uhr unter www.photopress.ch.
Vollständige Mediendokumentation: www.suva.ch/bmk

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Erich Wiederkehr, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 56 23, erich.wiederkehr@suva.ch

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3000 Mitarbeitende. Sie ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 115 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,2 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.