Unfallstatistik UVG Ausgabe 2010: Neuer Rekord bei den Freizeitunfällen

In der obligatorischen Unfallversicherung haben die Unfälle im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr erneut zugenommen, nämlich um 1,4 Prozent auf 772 000 Fälle. Mit 498 000 Freizeitunfällen (+ 3,3 Prozent) ist sogar ein historischer Rekord zu verzeichnen. Die Berufsunfälle gingen hingegen wirtschaftsbedingt zurück (- 3,5 Prozent). Besonders stark zugenommen haben wegen der Rezession die Unfälle von Arbeitslosen (+ 32 Prozent). Dies zeigt die Statistik der Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung UVG, die die Daten der 37 Schweizer Unfallversicherer umfasst.

Mit 772 000 registrierten Unfällen verzeichnet die obligatorische Unfallversicherung im Jahr 2009 so viele Unfälle wie letztmals vor 17 Jahren. Die Zahl der Freizeitunfälle beträgt mit 498 000 fast eine halbe Million, so viel wie noch nie seit der Einführung der obligatorischen Unfallversicherung im Jahr 1984. Die Ursachen für diese Zunahme um 3,3 Prozent lassen sich vorerst nicht im Detail aufzeigen (siehe Infobox 1). Dass bei den Frauen (+ 5,0 Prozent) ein deutlich stärkerer Zuwachs zu beobachten ist als bei den Männern (+2,3 Prozent), hängt unter anderem mit der Entwicklung der Erwerbstätigkeit zusammen. Gemäss Bundesamt für Statistik hat 2009 die Zahl der Arbeitnehmenden (d.h. UVG-versicherten Personen) bei den Frauen (+ 1,3 Prozent) stärker zugenommen als bei den Männern (+ 0,7 Prozent).
Witterung beeinflusst Freizeitunfälle
Wie bereits vorliegende Auswertungen zum Teilkollektiv der Suva zeigen, dürften die wiederum sehr guten Bedingungen für Wintersportaktivitäten einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Zahl der Freizeitunfälle gehabt haben. Im Jahr 2008, zu dem detaillierte Statistiken vorliegen, waren 27 000 Skiunfälle und 9000 Snowboardunfälle zu verzeichnen, 27 Prozent mehr als im Vorjahr und 8 Prozent über dem Mittel der Jahre 2000 bis 2008. Im Gegensatz dazu hatten die Fussballunfälle praktisch im gleichen Ausmass zugenommen wie die Vollbeschäftigten, nämlich um lediglich 4 Prozent. Die Unfallhäufigkeit beim Fussball blieb also stabil, während sie bei den Ski- und Snowboardunfällen um 23 Prozent zunahm.
Weniger Berufsunfälle im Produktionssektor
Im Gegensatz zu den Freizeitunfällen hat die Zahl der Berufsunfälle von 269 000 auf 258 000 im Jahr 2009 abgenommen. Der Rückgang ist auf die Entwicklung im Produktionssektor zurückzuführen. In der Metallindustrie und im Maschinenbau sind die Berufsunfälle um mehr als 15 Prozent zurückgegangen. Ursache dafür ist hauptsächlich die abnehmende Beschäftigung in diesen Branchen. Die vielerorts angemeldete Kurzarbeit führt dazu, dass bei gleichbleibender Zahl von versicherten Personen die Expositionszeit für Berufsunfälle abnimmt, für Freizeitunfälle hingegen steigt.

Personen, die ihre Arbeit verloren haben, sind im Rahmen der Unfallversicherung für Arbeitslose bei der Suva gegen Unfälle versichert. Wegen der anhaltenden Rezession in vielen Branchen hat die Zahl der Unfälle von Arbeitslosen und Stellensuchenden gegenüber dem Vorjahr um 32 Prozent auf 15 500 zugenommen.
Angaben zu unterschiedlichen Jahren
Die Unfallstatistik 2010 liefert Angaben zu den im Jahr 2009 registrierten Unfällen. Die Informationen, die mit der Unfallregistrierung anfallen, können rasch bereitgestellt werden. Im Gegensatz dazu beziehen sich die Statistiken zu den Kosten, Lohnsummen, Prämien und Vollbeschäftigten sowie zu den detaillierten Unfallmerkmalen auf das Jahr 2008. Die Prüfung und Zusammenführung der Daten und insbesondere die Erhebung der detaillierten Unfallmerkmale anhand der von den Versicherern an die Sammelstelle einzusendenden Unterlagen nehmen mehrere Monate in Anspruch. Für die Unfallstatistik bedeutet dies, dass zwar über die Zahl der registrierten Fälle des Jahres 2009 berichtet werden kann, dass aber weiterführende Angaben zum Unfallgeschehen nur bis 2008 möglich sind. Es lässt sich also vorerst nicht analysieren, welche Freizeitaktivitäten im Detail zum oben erwähnten Anstieg der Freizeitunfälle um 3,3 Prozent im Jahr 2009 beigetragen haben.
Bezugsquelle für die neue Unfallstatistik
Die Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung (SSUV) publiziert die jährliche Unfallstatistik UVG im Auftrag der Kommission für die Statistik der Unfallversicherung UVG (KSUV). Die Statistik basiert auf den Ergebnissen aller derzeit 37 UVG-Versicherer, die unselbstständig Erwerbstätige und registrierte Stellensuchende obligatorisch gegen Berufs- und Freizeitunfälle sowie gegen Berufskrankheiten versichern. Die Ausgabe 2010 ist in Deutsch und Französisch erhältlich. Einzelexemplare können gratis bestellt werden bei: Sammelstelle für die Unfallstatistik der Unfallversicherung, c/o Suva, Fluhmattstrasse 1, 6002 Luzern.

Weitere Informationen 
Kontakt für Medienschaffende:
Erich Wiederkehr, Unternehmenskommunikation, Suva
Tel. 041 419 56 23, erich.wiederkehr@suva.ch 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3000 Mitarbeitende. Sie ist ein selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 115 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,2 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.