Suva-Medienpreis für Reportage über RESTLESS LEGS

Der jährlich in der Westschweiz verliehene Suva-Medienpreis 2010 wurde dem Journalisten Emmanuel Tagnard und dem Regisseur Ventura Samarra für ihre Reportage «Das Geheimnis der ruhelosen Beine» verliehen. Die Jury der 17. Auflage dieses Preises würdigt mit der Vergabe eine eigenständige, attraktive und überzeugende Produktion, die auf ein – selbst in medizinischen Kreisen – wenig bekanntes neurologisches Syndrom aufmerksam macht.

Die mit 7000 Franken ausgezeichnete Reportage wurde am 31. März 2010 in der zweiten Hälfte der Sendung 36.9° des Westschweizer Fernsehens ausgestrahlt. Mit viel Sensibilität wird in diesem Beitrag eine heute noch wenig bekannte neurologische Störung vorgestellt, die bei den Betroffenen einen zwanghaften Drang auslöst, die Beine zu bewegen. Kribbel-, Prickel- und Verbrennungsgefühle führen zu chronischer Schlaflosigkeit. Wird die Diagnose nicht schnell gestellt, beginnt für diese von «Unruhe» geprägten Menschen, deren Beschwerden erst seit kurzem überhaupt ernst genommen wird, oft ein langer Leidensweg. Mehrere eindrückliche Aussagen von Betroffenen vermitteln ein Bild dieses geheimnisvollen Leidens und seiner bisweilen von der Behandlung ausgelösten Nebenwirkungen. Die preisgekrönte journalistische Arbeit steht somit ganz im Zeichen der Prävention durch Information, einem Thema, der sich dieser Preis verschrieben hat.
Nächtliche Wanderer
Zwischen 6 und 15 % aller Schweizerinnen und Schweizer sollen mindestens einmal pro Jahr von diesem Syndrom der unruhigen Beine (Restless-Legs-Syndrom, RLS) betroffen sein, das typischerweise abends oder nachts auftritt und schwerwiegende Schlafstörungen auslöst. Nach Aussagen von Dr. Raphaël Heinzer, Co-Leiter des Schlafzentrums der Universitätsklinik Lausanne, haben Laboruntersuchungen aufgezeigt, dass 80% derjenigen Menschen, die abends unter Unruhe leiden, während der Nacht unkontrollierte Beinbewegungen ausführen, die ihren Schlaf beeinträchtigen. In schweren Fällen gehen die betroffenen Personen (2,5 % der Schweizer Bevölkerung) mehrmals pro Woche beinahe während der ganzen Nacht auf und ab und finden erst am frühen Morgen Schlaf. Deshalb haben sich die Patienten einer amerikanischen Selbsthilfegruppe den Namen «Nightwalkers» (nächtliche Wanderer) gegeben. In der Schweiz zählt die Vereinigung «RESTLESS LEGS»   über 550 Mitglieder.
Prävention durch Information
Die Gesundheit ist in unserer Gesellschaft ein bedeutendes Thema und wird deshalb in den Medien oft aufgegriffen. Mit ihrem Beitrag haben die Journalisten die Diskussion angeregt und damit das Bewusstsein für die Risiken und für die aus diesem Leiden entstehenden Kosten geweckt. Ohne ihre Informationstätigkeit wären unsere Präventionsbemühungen zwecklos. Genau aus diesem Grund zeichnet die Suva seit 1994 Arbeiten in französischer Sprache aus, die sich mit der Prävention von Unfällen und gesundheitlichen Beschwerden befassen und in den Schweizer Medien verbreitet werden. Die aus renommierten Journalisten zusammengesetzte Jury beurteilt die Arbeiten nach ihrer Einzigartigkeit bezüglich Auswahl und Bearbeitung des Themas. Die Beiträge müssen ausserdem attraktiv und überzeugend wirken und allgemein verständlich sein. Besonderes Gewicht wird der journalistischen Qualität, der thematischen Struktur und dem angemessenen Einsatz des Verbreitungsmediums beigemessen.
Neuerung für 2011
Die Ausgabe 2011 des Suva-Medienpreises wird neu in zwei Kategorien aufgeteilt, für die je eine Auszeichnung vergeben wird: in einen Pressepreis (journalistische oder fotografische Arbeiten, die in der Presse und/oder im Internet veröffentlicht wurden) und in einen Preis für audiovisuelle Beiträge (Ausstrahlung in Radio, Fernsehen, im Internet und/oder über Smartphones).
Leistungen durch UVG-Revision in Gefahr
Bei der laufenden Revision des Unfallversicherungsgesetzes hat die vorberatende Kommission des Nationalrats beschlossen, die heutigen Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung zu verschlechtern und gleichzeitig zu verteuern. Dieser Leistungsabbau ist umso fragwürdiger, als die Unfallversicherung ausgezeichnet funktioniert, solide finanziert ist und keinen Sanierungsbedarf aufweist. In der Herbstsession 2010 hat der Nationalrat die Revision an den Bundesrat zurückgewiesen. Ob der Ständerat zum selben Schluss kommt, ist noch offen.

Das preisgekrönte Werk: www.tsr.ch/emissions/36-9/ 
Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
Henri Mathis, Unternehmenskommunikation,
Tel. 026 350 37 80, henri.mathis@suva.ch 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3000 Mitarbeitende. Sie ist ein selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 115 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,2 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.