Suva und Solothurner Hausärzte intensivieren Zusammenarbeit

Hausärzte und die Suva haben ein gemeinsames Ziel: Sie wollen, dass Patienten nach einem Unfall möglichst rasch richtig behandelt und reintegriert werden. Die Hausärzteorganisation argomed Ärzte AG und die Suva haben deshalb im Jahr 2009 eine enge Zusammenarbeit unter dem Projekt «KIMSA» lanciert. Nun wird das Modell auch auf den Kanton Solothurn ausgedehnt.

Die Suva bearbeitet jährlich rund 450 000 Unfälle. Zwei Prozent dieser Fälle führen zu einer Arbeitsunfähigkeit mit einem schwierigem Heilungsverlauf und hohen Kosten. Neben gesundheitlichen Gründen erschweren oft psychosoziale Faktoren die Wiedereingliederung. «Wir erleben, dass mancher Unfallpatient zwar aus medizinischer Sicht gute Chancen hätte, wieder einer Arbeit nachgehen zu können, andere Faktoren die Wiedereingliederung aber verzögern», erklärt Christian Ludwig, Chefarzt der Suva. «Diesen Faktoren wird oft zu wenig Beachtung geschenkt.» Nicht zuletzt deshalb, weil die Suva sie nicht kennt oder erst spät davon erfährt. Besser im Bild über allfällige psychische, familiäre und berufliche Probleme sowie über die individuelle Krankheitsgeschichte sind die Hausärzte der Unfallpatienten. Sie können am besten abschätzen, wie die Heilung einer Unfallverletzung verlaufen könnte. Aus diesem Grund gingen die aargauische Hausärzteorganisation argomed Ärzte AG und die Suva eine Kooperation ein und starteten das Pilotprojekt KIMSA – Kooperatives Integrationsmanagement der Suva mit Ärztenetzen. In der argomed Ärzte AG sind rund 550 Hausärzte in 16 Ärztenetzen in den Kantonen Aargau, Zug, Solothurn und Bern organisiert.
Komplexfälle werden bis zu sechs Wochen früher erkannt
Während des Pilotbetriebs der Suva mit der argomed Ärzte AG im Einzugsgebiet der Suva Aarau wurden Komplexfälle durchschnittlich sechs Wochen früher erkannt. Seit Anfang Jahr wird KIMSA von der argomed Ärzte AG im Auftrag der Suva etappenweise auf weitere Ärztenetzwerke in der ganzen Schweiz ausgeweitet. Nun wird das Modell auch auf den Kanton Solothurn ausgedehnt.
Elektronische Hausärzte-Plattform
KIMSA erlaubt es Hausärzten, der Suva via Internet einen Schadenfall mit möglicher langer Behandlungsdauer jederzeit zu melden – vorausgesetzt, der betroffene Patient ist damit einverstanden. Dadurch können frühzeitig Abklärungen veranlasst und wo nötig ein Case Management eingeleitet werden. Gleichzeitig kann der Hausarzt feststellen, ob ein Verunfallter effektiv bei der Suva versichert ist und ob der Schadenfall bereits gemeldet wurde. Diese Informationen erleichtern dem Hausarzt die administrative Abwicklung.
Von KIMSA profitieren alle
Während Patienten davon profitieren, dass sie ganzheitlich und rascher betreut werden, liegt der Nutzen für die Hausärzte darin, dass sie ihre Patienten näher bei der Reintegration in den Arbeitsprozess begleiten können. Die Suva kann ihr Fallmanagement effizienter gestalten, die Wiedereingliederungsquote erhöhen und Heilungs- und Rentenkosten reduzieren. Diese Einsparungen kommen den Suva-Versicherten in Form von tieferen Prämien zugute.
Leistungen durch UVG-Revision in Gefahr
Bei der laufenden Revision des Unfallversicherungsgesetzes hat die vorberatende Kommission des Nationalrats beschlossen, die heutigen Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung zu verschlechtern und gleichzeitig zu verteuern. Dieser Leistungsabbau ist umso fragwürdiger, als die Unfallversicherung ausgezeichnet funktioniert, solide finanziert ist und keinen Sanierungsbedarf aufweist. In der Herbstsession 2010 hat der Nationalrat die Revision an den Bundesrat zurückgewiesen. Ob der Ständerat zum selben Schluss kommt, ist noch offen.

Weitere Informationen zum Projekt KIMSA 
Auskünfte an Medienschaffende erteilen:
Für die Suva: Erich Wiederkehr, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 56 23, erich.wiederkehr@suva.ch 

Für argomed Ärzte AG: Roger Tschumi, Projektleiter
Tel: 056 483 03 33, roger.tschumi@argomed.ch 

Mehr Informationen 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3000 Mitarbeitende. Sie ist ein selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 115000 Unternehmen bzw. 2Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,2 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.