Schneesport: Unfallprävention mit dem iPhone

«Slope Track» heisst das neue Werkzeug der Suva zur Unfallprävention im Schneesport. Die kostenlose iPhone-Applikation zeigt den Schneesportlern nach jeder Fahrt, wie schnell sie gefahren sind und gibt Tipps, wo Vorsicht geboten ist. Die Suva lanciert die neue App an den Schneesport-Events in 17 verschiedenen Skigebieten der Schweiz.

Das iPhone ist heute ein universeller Begleiter in jeder Lebenslage. «There is an App for that» ist also nicht nur ein Werbespruch, sondern entspricht nahezu der Realität. Die Suva nutzt diesen Trend, um Unfälle auf der Skipiste zu verhindern. Deshalb entwickelte sie zusammen mit der Firma atfront die App «Slope Track», die kostenlos im iTunes-Store heruntergeladen werden kann. Sie zeigt Skifahrern oder Snowboardern nebst der zurückgelegten Route und Höhendifferenz die gefahrene Geschwindigkeit auf und macht mit Tipps auf mögliche Risiken aufmerksam. Schneesportler können sich so mit ihrem Risikoverhalten auseinandersetzen. Dank der Zusammenarbeit mit Schweiz Tourismus liefert die App Informationen über Skigebiete und Schneeverhältnisse. Abrufbar sind auch Anleitungen zu Erster Hilfe, Notruftelefon und die Koordinaten des Standort an dem sich der Schneesportler befindet.
Schneesport-Events mit App und GPS
Um die Schneesportler zusätzlich für die Gefahren der Geschwindigkeit zu sensibilisieren, organisiert die Suva Schneesport-Events. Sie will aufzeigen, wie die Geschwindigkeit dem eigenen Können und den Pistenverhältnissen angepasst werden kann. Die neue App «Slope Track» wird an diesen Schneesport-Events lanciert. Wer kein iPhone besitzt, erhält als Alternative zur neuen App ein GPS-Gerät zur Aufzeichnung einer Pistenfahrt. Danach wird im persönlichen Gespräch die Differenz zwischen der Selbsteinschätzung und der gemessenen Geschwindigkeit besprochen, was zu einem verbesserten Tempogefühl führen soll. Samuli Aegerter, Kampagnenleiter Schneesport bei der Suva: «Die Teilnehmenden erhalten direkt auf der Piste eine Vorstellung davon, wie viele Meter sie benötigen, um auf Unvorhergesehenes zu reagieren und im richtigen Moment ein Ausweichmanöver einzuleiten.» Der erste Schneesport-Event findet am 25. und 26. Dezember in Elm im Kanton Glarus statt.
Durch Prävention Kosten senken
Jährlich verunfallen 70 000 Personen auf Schweizer Skipisten; davon sind 36 000 erwerbstätig und somit obligatorisch UVG-versichert. Diese 36 000 Unfälle verursachen pro Jahr Kosten von rund 240 Millionen Franken. Die Suva will mit ihren Präventionsaktivitäten Schneesportunfälle verhindern und damit die Unfallkosten senken. Dies wiederum kommt den Versicherten in Form von tieferen Prämien zu gute.
Die Schneesporttage 2010/2011 der Suva
2010
25. und 26. Dezember Elm GL
27. und 28. Dezember Wildhaus SG
29. Dezember Charmey FR
30. Dezember Lac Noir FR
2011
02. und 03. Januar Corvatsch GR
08. und 09. Januar Riederalp VS
15. und 16. Januar Meiringen-Hasliberg BE
22. und 23. Januar Grindelwald BE
29. und 30. Januar Lenk BE
05. und 06. Februar Melchsee Frutt OW
12. und 13. Februar Engelberg OW
19. und 20. Februar Savognin GR
26. und 27. Februar Acquarossa Leontica TI
05. und 06. März

Villars

VD
08. März Ovronnaz VS
10. März Nax VS
12. und 13. März Thyon VS

Weitere Informationen zur Schneesport-Präventionskampagne der Suva: www.suva.ch/schneesport.

Leistungen durch UVG-Revision in Gefahr

Bei der laufenden Revision des Unfallversicherungsgesetzes hat die vorberatende Kommission des Nationalrats beschlossen, die heutigen Leistungen der obligatorischen Unfallversicherung zu verschlechtern und gleichzeitig zu verteuern. Dieser Leistungsabbau ist umso fragwürdiger, als die Unfallversicherung ausgezeichnet funktioniert, solide finanziert ist und keinen Sanierungsbedarf aufweist. In der Herbstsession 2010 hat der Nationalrat die Revision an den Bundesrat zurückgewiesen. Ob der Ständerat zum selben Schluss kommt, ist noch offen.

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Angela Zobrist, Unternehmenskommunikation, Suva
Tel. 041 419 54 76, angela.zobrist@suva.ch

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3000 Mitarbeitende. Sie ist ein selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 115 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,2 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.