30 Mal mehr Unfälle wegen Eisregen

Ein Eisregen hat eine massive Erhöhung der Unfallzahlen zufolge. Dies ergibt eine Auswertung der Suva nach dem Eisregen vom 6. Januar 2011. In den am stärksten betroffenen Kantonen nahmen die Unfälle um den Faktor 30 zu.

Im Januar ereignen sich an Werktagen zwischen fünf und acht Uhr morgens täglich rund 70 Unfälle. Am Donnerstag, 6. Januar 2011 hingegen verzeichnete die Suva zu dieser Zeit fast 500 Unfälle. Verantwortlich dafür waren die spiegelglatten Strassen. Insgesamt dürften noch deutlich mehr Personen verunfallt sein, denn in diesen Zahlen sind nur die Unfälle von Arbeitnehmenden enthalten, die bei der Suva obligatorisch gegen Unfall versichert sind (UVG-versichert). Zudem werden Unfälle nur dann statistisch erfasst, wenn ein Arztbesuch nötig war.

Regionale Wetterunterschiede

Obwohl die Meteorologen den Eisregen vorausgesagt hatten, wurden viele Personen vom Eisregen überrascht. «Die Kantone entlang dem Jurasüdfuss von Bern bis Schaffhausen waren vom Eisregen stärker betroffen, als die anderen Teile der Schweiz», sagt Peter Andermatt, Bereich Statistik der Suva. So wurden in den Kantonen Solothurn, Aargau und Schaffhausen 30 Mal mehr Unfälle gemeldet als üblich. In den Kantonen Bern und Zürich, die nur teilweise vom Eisregen betroffen waren, gab es zehn Mal so viele Unfälle. Die Kantone Basel, Freiburg und Thurgau zeigten eine fünffache Überhöhung (vgl. Grafik Eisregen am 06.01.2011). In den anderen Kantonen lagen die Werte im üblichen Rahmen. Das Auftreten von Eisregen kommt immer wieder vor. Vor zwei Jahren, am Morgen des 19. Januar 2009 ereigneten sich ebenfalls rund 500 Unfälle wegen diesem Naturphänomen. Eisregen tritt in der Regel zeitlich sehr limitiert auf. Am 6. Januar 2011 geschah die grosse Mehrheit der Unfälle zwischen fünf und acht Uhr morgens. Im Sinne der Prävention wäre ein späterer Arbeitsbeginn zu empfehlen gewesen. Dadurch hätten nicht nur Unfälle, sondern auch beachtliche Kosten vermieden werden können, was den Versicherten wiederum in Form von tieferen Prämien zu gute kommen würde.

Weitere Informationen: www.unfallstatistik.ch  

Neuauflage der UVG-Revision wahrscheinlich

Bei der laufenden Revision des Unfallversicherungsgesetzes zeichnet sich eine Neuauflage ab. Nach dem Nationalrat beantragt auch die vorberatende Kommission des Ständerats, die UVG-Revision an den Bundesrat zurückzuweisen. Folgt der Ständerat seiner Kommission, muss der Bundesrat eine neue Vorlage erarbeiten, die sich auf das Notwendigste beschränkt und insbesondere das Problem der Überentschädigung im AHV-Alter angeht. Damit bestünde die erneute Chance, eine Revision im Interesse der Versicherten und des Werkplatzes Schweiz durchzuführen. Die Kommission entspricht mit ihrem Entscheid insbesondere einem Anliegen der Sozialpartner, die die Suva führen. Nach deren Auffassung hätte die vorliegende Revision eine Schwächung der gut funktionierenden Unfallversicherung zur Folge, weil die heutigen Leistungen ohne Not verschlechtert und gleichzeitig verteuert und kompliziert würden.

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Angela Zobrist, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 54 76, angela.zobrist@suva.ch 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3000 Mitarbeitende. Sie ist ein selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 115 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,2 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.