Militärversicherung: Steigende Zahl von Zivildienstleistenden

Der grosse Ansturm beim Zivildienst in den letzten beiden Jahren zeigt sich auch bei der Militärversicherung. Im vergangenen Jahr wurden 65 Prozent mehr Unfälle und Krankheiten von Zivildienstleistenden registriert als noch 2009. Dies geht aus der von der Suva neu herausgegebenen Statistik der Militärversicherung hervor.

Die Zahl der Zivildienstleistenden ist im Jahr 2010 sprunghaft angestiegen, nachdem die Möglichkeit Zivildienst zu leisten, erleichtert wurde. So wurden 879 000 Zivildiensttage im Jahr 2010 geleistet; das sind 65 Prozent mehr als noch 2009. Die Folge davon: Die Zahl der registrierten Unfälle und Krankheiten von Zivildienstleistenden ist im Jahr 2010 gegenüber 2009 ebenfalls 65 Prozent auf 2753 gestiegen. Die Zahl der geleisteten Diensttage durch Armeeangehörige ist mit 6,4 Millionen Tagen gleich geblieben wie im Vorjahr, die Zahl der Unfall- und Krankheitsfälle ist dagegen leicht zurückgegangen (-3,9 Prozent). Insgesamt wurden deshalb trotz höherer Anzahl Diensttage (Militär- und Zivildienst) nicht mehr neue Fälle gemeldet.

Beständiger Kostenrückgang bei den Renten

Über 60 Prozent der Leistungen der Militärversicherung werden in Form von Renten ausgerichtet: Im Jahr 2010 waren dies rund 115 von 201 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr wurden 3,5 Millionen Franken weniger ausgerichtet, was vorwiegend auf die sinkende Zahl von Rentenbezügern zurück geht. Da die Rentner immer älter werden, ist die Zahl der Invalidenrentner, die durch Tod ausscheiden, grösser als die Zahl der neuen Rentenbezüger. Der Bestand an laufenden Hinterlassenenrenten zeigt aus demselben Grund ebenfalls eine rückläufige Entwicklung. Mittelfristig werden diese Trends anhalten. Dank dem Case Management und den Wiedereingliederungsmassnahmen wurden in den letzten drei Jahren weniger Neurenten gesprochen, was zu dieser positiven Kostenentwicklung beigetragen hat.

Schadenabwicklung auf Kurs

Ein verbessertes Heilkostenmanagement sowie eine verstärkte Ausbildung der Mitarbeitenden bremste den Kostenanstieg bei den Heilkosten – immerhin mit 58 Millionen Franken ein Viertel der Ausgaben der Militärversicherung. An Taggeldern wurden 28 Millionen Franken bezahlt.

Die Militärversicherung

Die Suva führt die Militärversicherung und versichert Personen, die im Rahmen von Sicherheits- und Friedensdiensten des Bundes Einsätze leisten. Zur Hauptsache sind dies Milizangehörige von Armee, Zivilschutz und Zivildienst. Auch Teilnehmer an friedenserhaltenden Aktionen des Bundes und Angehörige des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) sind versichert. Des Weiteren gehören beruflich Versicherte (Berufsmilitärs, Zeitmilitärs usw.) zum Versichertenbestand. Gegenstand der Militärversicherung sind alle Schädigungen der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit des Versicherten, die während der Dienste und Einsätze auftreten, unabhängig davon, ob die Schädigungen durch Krankheit oder Unfall hervorgerufen worden sind. Die Militärversicherung wird durch den Bund und über Prämien- (beruflich und freiwillig Versicherte) und Regresseinnahmen finanziert. Weitere Informationen zur Militärversicherung finden sich unter www.militärversicherung.ch .

Die Militärversicherungsstatistik

Auf Grund ihres Status als eigenständiger Zweig des schweizerischen Sozialversicherungssystems sind die Ergebnisse der Militärversicherung von öffentlichem Interesse. Diese werden jährlich publiziert. Die «Statistik der Militärversicherung» liefert umfassendes Zahlenmaterial zum Versicherungsbestand, zu den Schadenfällen und den Leistungen der Militärversicherung.

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Angela Zobrist, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 54 76, angela.zobrist@suva.ch 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3000 Mitarbeitende. Sie ist ein selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 115 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,2 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.