Grümpelturniere: Plausch ohne Rausch

An Grümpelturnieren wird häufig Alkohol getrunken. Die Folge: Unnötige Unfälle. Deshalb startet die Suva die Aktion «Kein Alkohol während des Turniers». Diese kommt an zwölf grossen Grümpelturnieren zum Einsatz und hat zum Ziel, Unfälle zu vermeiden und das Image dieser Turniere zu verbessern.

An Grümpelturnieren spielt der Alkohol eine nicht zu unterschätzende Rolle. Viele trinken und feiern schon vor dem Turnier, werden unkonzentriert und übermütig. Nicht selten gehen Spieler angetrunken aufs Spielfeld und gefährden damit nicht nur sich selber, sondern auch die Gegner. Deshalb ruft die Suva mit ihrer neuen Aktion auf, kein Alkohol zu konsumieren, solange noch Einsätze auf dem Spielfeld im Gange sind.

Suva ruft zu freiwilligen Promilletests auf

An zwölf grossen Grümpelturnieren sensibilisiert die Suva auf unkonventionelle Art für das Thema Alkohol. Ein Animator ermuntert die Teilnehmenden, sich freiwillig einem Promilletest zu unterziehen. Denn bereits eine geringe Menge Alkohol im Blut kann die Reaktionsfähigkeit vermindern und schränkt die Koordinations- und Konzentrationsfähigkeit ein. Die Folge: Die Unfallgefahr steigt. «Wir wollen mit dieser Aktion nicht Fussball-Polizei spielen, sondern einen Beitrag zur Unfallverhütung leisten», sagt Heinz Wyss, Kampagnenleiter Ballsport bei der Suva. «Gleichzeitig möchten wir gemeinsam mit den Organisatoren von Grümpelturnieren das schlechte Image der Grümpelturniere verbessern».

Tore schiessen mit Promille-Brille

Wie sich Alkohol im Blut auf die Treffsicherheit auswirkt, lässt sich neu auch ohne vorgängigen Alkoholkonsum testen. Ausgestattet mit einer Promille-Brille, die einen Alkoholkonsum zwischen 0,8 oder 1,3 Promille suggeriert, können die Teilnehmenden versuchen, den Ball durch das Loch einer Torwand zu schiessen. Alle, die mitmachen, erhalten sinnigerweise ein Bier-Shampoo mit dem Hinweis «Wahre Sportler greifen erst nach dem Sport zum Bier».

140 Millionen Franken für 40 000 verletzte Fussballer

Amateurfussball ist eine der unfallträchtigsten Sportarten und verursacht entsprechend hohe Kosten. 2009 gaben die Schweizer Versicherer für rund 40 000 verletzte Fussballer gegen 140 Millionen Franken in Form von Behandlungskosten, Taggeldern und Renten aus.

Lange Präventionserfahrung an Grümpelturnieren

Die Suva führt seit 1999 gemeinsam mit Grümpelturnier-Veranstaltern und dem Schweizerischen Fussballverband SFV die Aktion «Sicherheit an Grümpelturnieren» durch. Und dies mit Erfolg: Seit Beginn der Aktion ist das Unfallrisiko an den unterstützten Turnieren markant gesunken. Waren vor dem Kampagnenstart rund 15 Unfälle auf tausend Spielende zu verzeichnen, sind es heute nur noch rund 3,5 Unfälle auf tausend Grümpelturnier-Spielende. Durch die sinkenden Unfallzahlen sinken auch die Kosten, die wiederum den versicherten Betrieben in Form von tieferen Prämien zugute kommen.

Erfolgsrezept der Suva für weniger Unfälle

Das Rezept der Suva für weniger Unfälle auf dem Fussballfeld: Sie stellt ein Grümpelturnierset zur Verfügung. Es umfasst Präventionsbroschüren, Checklisten, Schienbeinschoner und Stulpen, Banden, Überzieher sowie eine Musik-CD für das «Warm-up». Ebenso unterstützt die Suva die Veranstalter bei der Verpflichtung von offiziellen Schiedsrichtern. Deren Erfahrung sorgt für das Fairplay. Ein fairer Spielverlauf senkt das Verletzungsrisiko beträchtlich. Als Entgelt für ihren Aufwand im Dienste der Unfallverhütung erhalten die Organisatoren von Grümpelturnieren von der Suva 500 Franken für die Durchführung des Anlasses. Auch in diesem Jahr engagiert sich die Suva an rund 150 Grümpel- und 40 Firmenfussball-Turnieren in der ganzen Schweiz.

Weitere Informationen finden sich unter: www.suva.ch  (Kampagne Sport Basics, Ballsport)

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Angela Zobrist, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 54 76, angela.zobrist@suva.ch 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3000 Mitarbeitende. Sie ist ein selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 115 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,2 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.