Suva senkt Prämien 2012 um 7 Prozent

Die Suva schliesst das Jahr 2010 mit einem Gewinn von 244,4 Millionen Franken ab. Als Folge senkt die grösste Schweizer Unfallversicherung im Jahr 2012 die Prämien sowohl in der Berufs- als auch in der Nichtberufsunfallversicherung um durchschnittlich 7 Prozent. Einen wesentlichen Beitrag zu dieser fünften Prämiensenkung in Folge leisten neben der Anlageperformance anhaltend rückläufige Rentenkosten, die erfolgreiche Wiedereingliederung, konsequente Prävention und eine rigorose Kostenkontrolle.

Die Suva kann erneut auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Die Jahresrechnung 2010 schliesst mit einem Gewinn von 244,4 Millionen Franken ab (Vorjahr: 188,2 Millionen). Finanzchef Ernst Mäder: «Wesentlich zum guten Ergebnis beigetragen haben rückläufige Versicherungskosten, vor allem dank der nochmals gesunkenen Anzahl der neuen Invalidenrenten.»
Hohe Performance und solider Deckungsgrad
Die für 2010 überdurchschnittliche Anlageperformance von 5,6 Prozent auf dem breit diversifizierten Anlagevermögen von 39 Milliarden Franken (Marktwert) trägt zur stabilen Finanzsituation bei. Der finanzielle Deckungsgrad liegt bei soliden 121 Prozent. Das Anlagevermögen sichert langfristig die Renten von gegen 100 000 Rentenbezügern. An diese überweist die Suva monatlich rund 140 Millionen Franken als Invaliden- und Hinterlassenenrenten.
Fünfte Prämiensenkung in Folge
Dank wirksamer Prävention, einem erfolgreichen Schadenmanagement mit weniger Neurenten, einer straffen Kostenkontrolle und einem erfreulichen Finanzertrag sieht sich die Suva in der Lage, die Prämien für 2012 erneut zu senken. Sowohl in der Berufsunfallversicherung als auch in der Nichtberufsunfallversicherung beträgt die Reduktion durchschnittlich 7 Prozent. Die effektive Prämie hängt allerdings vom Risiko des Betriebs bzw. der Branche ab, weshalb im Einzelfall auch Prämienerhöhungen möglich sind. Über 80 Prozent der Betriebe werden jedoch in den Genuss tieferer Prämien kommen. Ulrich Fricker, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Suva, betont: «Mit dieser erneuten Prämiensenkung gibt die Suva 2012 ihren Versicherten rund 275 Millionen Franken in Form von tieferen Prämien zurück. Dies führt zu geringeren Lohnnebenkosten und stützt den Werkplatz Schweiz.»
Zum guten Ergebnis hat auch die positive Konjunkturentwicklung beigetragen. Denn trotz tieferer Prämiensätze stiegen die Prämieneinnahmen um 2 Prozent auf 4,313 Milliarden Franken. Die Anzahl Beschäftigter nahm zu und damit auch die Lohnsumme als Basis für die Prämienfestlegung.
Neurenten auf historischem Tiefststand
Die Zahl der gemeldeten Unfälle und Berufskrankheiten stieg im Jahr 2010 um 2,2 Prozent auf 458 894 an, wobei besonders die Zahl der Berufsunfälle zunahm. Dies ist auf die verbesserte Wirtschaftslage mit mehr Beschäftigten zurückzuführen. Mit 1978 sank die Zahl der neu festgesetzten Invalidenrenten auf den Tiefststand seit der Einführung des Unfallversicherungsgesetzes im Jahr 1984. Die Suva führt diesen Erfolg auch auf die konsequenten Wiedereingliederungsmassnahmen im Rahmen des New Case Managements zurück.
Wirksame kostendämpfende Massnahmen
Als nicht gewinnorientierte Sozialversicherung gibt die Suva eingesparte Kosten in Form von Prämiensenkungen an ihre Versicherten zurück. Einen massgeblichen Beitrag dazu leisten verschiedene kostendämpfende Massnahmen, denn auch die Suva bleibt von steigenden Heilkosten im Gesundheitswesen nicht verschont. So kontrolliert die Suva jährlich 2 Millionen Rechnungen elektronisch und manuell. Damit verhindert sie, dass jährlich 100 Millionen Franken unnötigerweise ausbezahlt werden. Ein weiteres Augenmerk gilt dem Versicherungsmissbrauch. Die Suva prüft jährlich mehrere hundert Fälle und leitet bei Bedarf die nötigen Schritte ein. Wird ein Missbrauch aufgedeckt, spart die Suva bis zu einer halben Million Franken pro Fall. Bis Ende 2010 wurden insgesamt 234 Fälle rechtskräftig abgeschlossen.
Erfolgreiche Prävention
Neben der Verhütung von Berufsunfällen mit der «Vision 250 Leben» – Verhindern von 250 tödlichen Arbeitsunfällen und schweren Invaliditätsfällen innert zehn Jahren – setzt die Suva einen weiteren Schwerpunkt beim korrekten Umgang mit dem Werkstoff Asbest bei Abbruch- und Umbauarbeiten. Die Kampagne «stolpern.ch» kommt sowohl in der Arbeits- als auch in der Freizeitsicherheit zum Einsatz. Bei der Prävention von Freizeitunfällen liegt das Schwergewicht beim Wintersport, Fussball und Velofahren.
Kennzahlen
2010 2009 Veränderung
Prämieneinnahmen in Mrd. CHF 4,313

4,230

2,0%
Gewinn in Mio. CHF 244,4 188,2 29,8%
Anlagevermögen in Mrd. CHF (Marktwert) 39 36 8,3%
Personalbestand (Vollzeitstellen) 3071 3013 1,9%
Versicherte Betriebe 115 722 115 318 0,4%
Versicherte Arbeitnehmer* 1 963 000 1 959 000 0,2%
Gemeldete Unfälle und Berufskrankheiten 458 894 448 820 2,2%
Ausbezahlte Renten total** 96 831 98 126 1,3%
Neu festgesetzte Invalidenrenten 1978 2050 -3,5%

* Schätzung
** Invaliden- und Hinterlassenenrenten

Fotos zur Bilanzmedienkonferenz finden Sie ab 14.00 Uhr unter www.photopress.ch

Vollständige Mediendokumentation: www.suva.ch/bmk

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Erich Wiederkehr, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 56 23, erich.wiederkehr@suva.ch

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 19 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3000 Mitarbeitende. Sie ist ein selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 115 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,3 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.