Schweizerische Tagung für Arbeitssicherheit

Instandhaltung kann Leben retten: Jeden Monat stirbt in der Schweiz im Rahmen von Instandhaltungsarbeiten ein Mensch. Was kann eine Firma unternehmen, um solch fatale Unfälle zu vermeiden? Diese Frage wurde an der Schweizerischen Tagung für Arbeitssicherheit STAS erörtert, die von der EKAS in Luzern durchgeführt und von mehr als 300 Kaderpersonen und Sicherheitsfachleuten besucht wurde. Im Rahmen der STAS lancierte die Suva zudem die Präventionskampagne «Sichere Instandhaltung».

«Arbeiter von Hebebühne erdrückt.» Solche und ähnliche traurigen Schlagzeilen schrecken immer wieder auf. Sie zeigen, dass die Gefahren bei Instandhaltungs- und Unterhaltsarbeiten oft unterschätzt werden. Dies kostet in der Schweiz jedes Jahr mehr als 10 Menschen ihr Leben. Die Hälfte der tödlichen Unfälle ereignet sich im Rahmen von Unterhaltsarbeiten an Maschinen und Anlagen. Doch was kann ich als Unternehmen tun, um Leben zu bewahren? Inwiefern ist Instandhaltung mehr als ein reiner Kostenfaktor? Und weshalb kann eine effiziente Instandhaltung Teil des Unternehmenserfolgs sein? Diese und andere Fragen standen heute an der Schweizerischen Tagung für Arbeitssicherheit STAS im Kultur- und Kongresszentrum Luzern KKL in Luzern im Vordergrund.

Verschiedene Blickwinkel

Acht Referenten beleuchteten das Tagungsthema «Instandhaltung – Bestandteil des erfolgreichen Risikomanagements» aus philosophischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und ethischen Blickwinkeln. Grösstes Anliegen aller: Die Minimierung der Zahl von Unfalltoten. Differenziert betrachtete z.B. Benedikt Weibel, langjähriger CEO der SBB, die Thematik. Er zeigte den anwesenden Führungskräften und Sicherheitsfachleuten klar auf, dass Instandhaltung unter Berücksichtigung der geltenden Arbeitssicherheitsregeln keineswegs ein Ding der Unmöglichkeit und schon gar kein Widerspruch ist. Den direkten Praxisbezug brachte Joachim Zappe, CEO der Stihl Kettenwerk GmbH, ein. Er erläuterte, wie die Instandhaltung in seinem Unternehmen geregelt ist und wie sie dank einer minutiösen Planung und der strikten Anwendung zu einem zentralen Element des Unternehmenserfolges geworden ist.

Lebenswichtige Regeln

Eine sichere Instandhaltung ist nur möglich, wenn die grundlegendsten Sicherheitsregeln konsequent eingehalten werden. Diesen Aspekt hob Robert Odermatt, Leiter der Abteilung Arbeitssicherheit der Suva hervor. Im Rahmen der STAS lancierte die Suva deshalb die Präventionskampagne «Sichere Instandhaltung». Zentrales Element dabei sind die «Acht lebenswichtigen Regeln», die die Suva gemeinsam mit den betroffenen Branchen erarbeitet hat. Die zentrale Präventionsbotschaft lautet «Stopp bei Gefahr, auch deinen Nächsten zuliebe». Die neue Präventionskampagne ist Teil des Präventionsprogrammes «Vision 250 Leben». Dieses setzt den Fokus in der Prävention gezielter als bisher auf die Schwerpunkte des Unfallgeschehens, also dort, wo das Risiko, die Unfallfolgen und oft auch die Kosten am höchsten sind. Ziel ist es, innert zehn Jahren 250 Menschenleben zu bewahren und ebenso viele schwere Invaliditätsfälle.

Detaillierte Informationen und Bilder (ab 16.30 Uhr) zur Tagung unter www.ekas.ch  

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS,
Dr. Serge Pürro, Geschäftsführer EKAS, Tel. 041 419 51 59, serge.puerro@ekas.ch 

Roland Hügi, Suva Unternehmenskommunikation, Tel. 041 419 65 14, roland.huegi@suva.ch 

Aufgaben der EKAS

Die Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS fungiert im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz als Drehscheibe: Sie sorgt für die einheitliche Anwendung der Sicherheitsvorschriften in den Betrieben, die koordinierte Verteilung finanzieller Mittel und für eine partnerschaftliche, effiziente Zusammenarbeit von kantonalen Arbeitsinspektoraten, SECO, Suva und Fachorganisationen. Den Vorsitz über die 11-köpfige Kommission, in der auch die Delegierten der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen mitwirken, hat die Suva. Mehr Informationen unter www.ekas.ch  

Vision «250 Leben»

Arbeiten in der Höhe, Arbeiten an befahrenen Verkehrsachsen, Arbeiten im Baugewerbe sowie Forstarbeiten sind mit hohen Risiken verbunden. In der Schweiz ereignen sich gegen 100 tödlich verlaufende Berufsunfälle pro Jahr. Die Suva und die anderen Durchführungsorgane der Arbeitssicherheit haben sich zum Ziel gesetzt, diese Zahl zu halbieren und so 250 Menschenleben zu bewahren. Mit einer dualen Strategie – einerseits Vollzugsdruck und Systemmassnahmen, anderseits Beeinflussung des Risikoverhaltens und Sensibilisierung aufgrund der Unfallursachenabklärung – will die Suva mit 20 Initiativen dieses anspruchsvolle Ziel erreichen.