Die Unternehmenskultur ist entscheidend

Die Suva feiert die 10. Auflage ihres «Nationalen Diskussionsforums über berufsassoziierte Gesundheitsstörungen» im Zentrum Paul Klee in Bern. Ein passender Ort für eine Veranstaltung, die die Unternehmenskultur zum zentralen Thema hat und an der 120 Unternehmensleiter und Spezialisten für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz teilnehmen.

Berufsassoziierte Gesundheitsstörungen sind komplex und werden von vielen Faktoren verursacht. In den letzten zehn Jahren hat die Suva viel zur Gewinnung neuer Erkenntnisse und zur Prävention auf diesem Gebiet beigetragen, nicht zuletzt auch mit der jährlichen Durchführung des Forums. Diese Gesundheitsstörungen sind gemäss Unfallversicherungsgesetz (UVG) im engeren Sinn nicht zu den Berufskrankheiten zu zählen. Sie sind sowohl auf die Arbeitsbedingungen als auch auf die persönlichen Verhältnisse zurückzuführen. Die Gewichtung dieser beiden Faktoren lässt sich nur schwer quantifizieren. Unbestritten ist jedoch, dass Massnahmen zugunsten des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit am Arbeitsplatz getroffen werden müssen, um einer weiteren Verbreitung dieser Gesundheitsstörungen entgegenzuwirken.

Kultur macht stark

Eine gesunde Unternehmenskultur ist Voraussetzung für eine effiziente Prävention. Deshalb hat die Suva die Unternehmenskultur zum Thema des diesjährigen Forums erklärt. «Ohne Unternehmenskultur, ohne gemeinsame Werte und Ziele, ohne interne Philosophie und ohne Seele droht ein Unternehmen zu ersticken und mittelfristig unterzugehen. Ohne Kultur kann ein Mensch nicht satt werden», bemerkt einleitend Edouard Currat, Mitglied der Geschäftsleitung der Suva.

Während des ganzen Tages analysieren Wissenschaftler, Spezialisten für Arbeitssicherheit und Unternehmensleiter die Bedeutung einer kohärenten Unternehmenskultur für die Gesundheit der Mitarbeitenden. Die Redner heben dabei drei bedeutende Aspekte dieser Kultur hervor: die Anerkennung der Arbeit, die Führung und die Leistung. Die Schlussfolgerungen der Teilnehmenden sind unmissverständlich. Betriebe, die den Wert der Arbeit ihrer Angestellten anerkennen und über ein angemessenes Management verfügen, das ein Gleichgewicht zwischen Leistung und Gesundheit der Mitarbeitenden gewährleistet, sind besser gerüstet, um ihre Angestellten vor berufsassoziierten Gesundheitsstörungen zu schützen.

Gesundheitsstörungen erkennen

Diese treten namentlich im Zusammenhang mit körperlicher Anstrengung, in Stresssituationen, bei berufsbedingten Erschöpfungszuständen (Burnout), Mobbing oder mangelnder körperlicher Bewegung auf. Da es sich nicht um eigentliche Krankheitsbilder handelt, sondern um Zustände, die sich zu Berufskrankheiten im Sinne des UVG entwickeln können, bleibt dieses Thema ein zentrales Anliegen der Suva, für das sie sich seit Jahren engagiert. Die Milderung des menschlichen Leidens hat dabei einen Rückgang des Absentismus zur Folge, was wiederum zu Senkung der Versicherungskosten führt, da die Suva Prämienüberschüsse in Form tieferer Prämien an ihre Versicherten zurückgibt. Die Suva fördert nicht nur den Gesundheitsschutz innerhalb der Betriebe, sie finanziert auch Forschungsprojekte zu diesem Thema und organisiert ihr jährliches Forum. «Diese Anstrengungen tragen Früchte, denn zahlreich sind die Betriebe, die ihre Absenzen reduzieren und die Produktivität erhöhen konnten, indem sie den Gesundheitsschutz zu einem zentralen Anliegen gemacht haben», erklärt Edouard Currat.

Gemäss der von der Suva publizierten «Zukunftsstudie 2029» werden die erwähnten Störungen in Anbetracht einer Entwicklung in der Arbeitswelt, die von den Mitarbeitenden immer mehr abverlangt, zweifellos zunehmen. Umso notwendiger sind deshalb Anstrengungen zur Bekämpfung der Ursachen von berufsassoziierten Gesundheitsstörungen.

Weitere Informationen zum Thema berufsassoziierte Gesundheitsstörungen und zu den Foren: www.suva.ch/progres

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Henri Mathis, Unternehmenskommunikation,
Tel. 026 350 37 80, henri.mathis@suva.ch 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3000 Mitarbeitende. Sie ist ein selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 115 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,3 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.