40 Jahre Audiomobile: viermal weniger Gehörschäden

Im November 2011 feiert die medizinische Gehörschadenprophylaxe der Suva ihr 40jähriges Bestehen. Jährlich wird das Gehör von rund 40 000 Personen untersucht. Der Erfolg ist durchschlagend: Seit 1971 ging der Anteil untersuchter Personen mit einer Gehörschädigung von 37 auf 8 Prozent zurück.

Rund 200 000 Menschen in der Schweiz sind an ihrem Arbeitsplatz einer Lärmbelastung ausgesetzt, die das Gehör gefährden kann. Die Anzahl Gehörschädigungen und die damit verbundenen Kosten veranlassten die Suva 1971, im Rahmen ihrer Vorsorgeuntersuchungen die medizinische Gehörschadenprophylaxe zu lancieren. Seither sind in der ganzen Schweiz mobile Untersuchungsstationen – sogenannte Audiomobile – unterwegs. In diesen werden alle Arbeitnehmenden, die am Arbeitsplatz gehörgefährdendem Lärm ausgesetzt sind, in regelmässigen Abständen auf ihre Hörfähigkeit untersucht, z.B. Forstarbeiter, Schlosser oder Schreiner, aber auch Polizisten und seit 1997 Orchestermusiker.

Hervorragende Erfolgsbilanz

Wie dringlich vor 40 Jahren die Einführung prophylaktischer Untersuchungen war, zeigt ein Blick auf den Anteil gehörgeschädigter Personen: Zu Beginn der Untersuchungen musste die Suva bei rund 37 Prozent der untersuchten Personen eine leichte oder deutliche Schädigung des Gehörs feststellen. Mit den regelmässigen Untersuchungen, der umfassenden Beratung in den fünf Audiomobilen, den betrieblichen Massnahmen und den technischen Fortschritten ging dieser Anteil bis heute auf unter 10 Prozent zurück. Die erfreuliche Entwicklung zeigt sich auch bei der Tragquote von Gehörschutzmitteln. Trugen zu Beginn des Programms lediglich 17 Prozent der untersuchten Personen einen Gehörschutz, sind es heute über 90 Prozent.

Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste Berufskrankheit, deshalb wird Jahr für Jahr das Gehör von 40 000 Personen aus rund 4000 Betrieben je nach Erfordernis untersucht. Die Gehöruntersuchungen sind für alle Arbeitnehmenden obligatorisch, die an ihrem Arbeitsplatz einem Lärmpegel von 88 dB(A) oder mehr ausgesetzt sind. Betroffen sind rund 80 Branchen.

Von den Untersuchungen der Suva profitieren die Arbeitgeber mit kurzen Ausfallzeiten und geringen Kosten, die Arbeitnehmenden durch ein gutes Gehör, das die Kommunikationsfähigkeit nicht eingeschränkt. Dies entspricht dem Grundgedanken der Sozialpartnerschaft, auf der die Suva aufgebaut ist: in ihrem Verwaltungsrat sind sowohl Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmende zu gleichen Teilen vertreten.

Leisere Maschinen – besseres Gehör

Nicht nur Gehörschutzmittel verringern die Gefährdung des Gehörs, sondern auch die Fortschritte bei der technischen Lärmbekämpfung.

Der Lärm von Holzbearbeitungsmaschinen war früher eine häufige Ursache von Gehörschäden, und der Schreiner das traurige Musterbeispiel eines schwerhörigen Berufsmanns. Die Gehörbelastung durch neue lärmarme Holzbearbeitungsmaschinen liegt hingegen unter der kritischen Grenze von 85 Dezibel. Noch spektakulärer ist der Fortschritt bei den Lastwagenchauffeuren, die früher hinter oder auf dem Motor infernalischem Lärm ausgesetzt waren und heute in ihrer gut isolierten Kabine mühelos Radio hören können.

Lärmbekämpfung muss nicht teuer sein: Bei gleicher Leistung gefährden moderne Druckluft-Mehrlochdüsen das Gehör zehnmal weniger als die früheren Einlochdüsen.

Zunehmend sorgt auch eine automatisierte Fertigung für die Entlastung des Gehörs.

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Roland Hügi, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 65 14,roland.huegi@suva.ch 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3000 Mitarbeitende. Sie ist ein selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 115 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,3 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.