Ab Montag wieder arbeitsfähig

Rund zwei Drittel aller Arbeitnehmenden, die nach einem Unfall arbeitsunfähig sind, kehren an einem Montag zur Arbeit zurück. In einer Studie hat die Suva diesen sogenannten «Montagseffekt» untersucht. Männer und ältere Arbeitnehmende tragen stärker dazu bei als Frauen und junge Personen.

Mehr als ein Drittel der UVG-Versicherten sind nach einem Unfall für eine gewisse Zeit arbeitsunfähig und haben Anspruch auf Taggelder. Aus einer Studie der Suva geht hervor, dass rund zwei Drittel dieser Verunfallten an einem Montag ihre Arbeit wiederaufnehmen. Dieses Phänomen nennt man «Montagseffekt». Gemäss Gesetz hat ein Verunfallter, der nicht an einem Freitag, sondern erst an einem Montag seine Arbeit wieder aufnimmt, auch für Samstag und Sonntag Taggeldanspruch. Folglich werden drei zusätzliche Taggelder ausbezahlt – Kosten, die letzten Endes alle Versicherten tragen müssen.

Mit ihrer Studie erforschte die Suva diverse Einflüsse, die den Montagseffekt stärken bzw. schwächen. Dafür untersuchte der Studienverfasser und Suva-Statistiker Dieter Spinnler 165 000 Schadenfälle aus dem Jahr 2008. In allen Fällen waren die Verunfallten vollständig oder teilweise arbeitsunfähig und bezogen Taggeld. Ein durchschnittlicher Taggeldansatz beträgt 133 Franken.

Frauen sind rascher wieder am Arbeitsplatz

Der Montagseffekt wird durch verschiedene Faktoren wie Geschlecht, Alter und Dauer der Arbeitsunfähigkeit beeinflusst. Frauen tragen etwas weniger zum Effekt bei als Männer. Auch das zunehmende Alter verstärkt den Montagseffekt. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit schwächt ihn hingegen wieder ab. Bei lang andauernden Fällen wird die Arbeitsunfähigkeit statt auf den Sonntag vermehrt auf ganze Monate gerundet. Der Montagseffekt weicht dem Effekt, die Arbeit an einem Monatsbeginn wieder aufzunehmen.

«Man darf keinesfalls davon ausgehen, dass der Montagseffekt in jedem Einzelfall vermeidbar gewesen wäre», sagt Dieter Spinnler. Alle Involvierten, also Patienten, Ärzte und Arbeitgeber beeinflussen den Montagseffekt: Da ein Arzt viel weniger Unfall- als Krankheitspatienten betreut, hat er bei unfallbedingter Arbeitsunfähigkeit eine viel kleinere Erfahrungsbasis, weshalb die Dauer der Arbeitsunfähigkeit oftmals nur grob geschätzt werden kann und die Wiederaufnahme der Arbeit deshalb oft auf einen Montag fällt. Zudem sollte sich der Verunfallte melden, wenn es ihm rascher als erwartet besser geht. Insbesondere in industriellen Betrieben und der Bauwirtschaft werden Einsätze meist wochenweise geplant, so dass die Wiederaufnahme der Arbeit unter der Woche grössere planerische Flexibilität erfordert.

Wiedereinstieg unter der Woche hat Vorteile

«Die Wiederaufnahme der Arbeit unter der Woche hat aber sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber Vorteile», sagt Dieter Spinnler. Die Betroffenen müssen nicht mit einem vollen Wochenpensum einsteigen und bewältigen so den Wiedereinstieg oft einfacher. Für einen Wiedereinstieg unter der Woche eignen sich besonders Fälle mit einer Arbeitsunfähigkeit zwischen 25 und 50 Tagen, da hier am ehesten ein zeitlicher Spielraum besteht.

«Unser Ziel muss es sein, dass Verunfallte zum optimalen Zeitpunkt an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Weder zu früh, um Rückfälle zu vermeiden, noch zu spät wegen der Mehrkosten. Wenn dies gelingt, sinken die Kosten und damit letzten Endes auch die Prämien. Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Suva künftig bei Bedarf die Auswirkungen von überdurchschnittlich vielen Zeugnissen mit Arbeitsbeginn am Montag in ihren Gesprächen mit Ärzten thematisieren. Zudem wird sie die Betriebe vermehrt auf die Kostenfolge bei standardmässiger Wiederaufnahme der Arbeit an einem Montag sensibilisieren», sagt Felix Weber, Mitglied der Geschäftsleitung der Suva und Vorsteher des Departements Versicherungsleistungen und Rehabilitation.

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Angela Zobrist, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 54 76, angela.zobrist@suva.ch

 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3000 Mitarbeitende. Sie ist ein selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 115 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,3 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.