Suva: Statistische Auswertung zu Unfällen mit Tieren

Die Suva verzeichnet jährlich rund 18 000 Unfälle mit Tieren. Das ergibt eine statistische Auswertung der Unfalldaten der letzten fünf Jahre. Diese Unfälle verursachen Kosten in der Höhe von jährlich rund 50 Millionen Franken. Dabei sind es die kleinsten Tiere, die Insekten, die am häufigsten Verletzungen verursachen.

Zu Hause über den Dackel gestolpert, am Strand in einen Seeigel getreten, nachts einem Fuchs ausgewichen und im Strassengraben gelandet oder im Wald von einer Zecke gestochen - rund 18 000 Unfälle, an denen ein Tier beteiligt ist, registriert die Suva jedes Jahr.

Mit rund 5400 Fällen verursachen Insekten am häufigsten Verletzungen, direkt gefolgt von den Zecken mit 4700 Fällen. Ihre Stiche und Bisse können sich entzünden, Folgeschäden anrichten und im schlimmsten Fall, durch übertragene Krankheiten sogar zu Invalidität führen. «Glücklicherweise verlaufen 90 Prozent der Fälle eher glimpflich und die Sache ist für die Betroffenen mit einem Arztbesuch erledigt», sagt Peter Andermatt, Statistiker der Suva. Trotzdem ist die Gefahr von Zeckenstiche nicht zu unterschätzen, besonders für Menschen, die sich beruflich oft im Wald aufhalten. Die Suva hat zum Thema Zecken  (44051.d) eine Broschüre herausgegeben.

30 Prozent mehr Unfälle mit Katzen in zehn Jahren

Haustiere sind ebenfalls häufig an Unfällen beteiligt: jährlich 2900 Fälle gehen auf Hunde zurück, 1600 Fälle auf Katzen. Unfälle mit Katzen haben in den letzten zehn Jahren um rund 30 Prozent zugenommen. In 60 Prozent der Unfälle mit Katzen handelt es sich um Bisse, wie eine Auszählung aus Unfallmeldungen ergibt. Dabei beissen die Stubentiger zu, wenn sie sich bedroht fühlen oder Schmerzen haben - meist dann, wenn ihnen Medikamente verabreicht oder ihre Wunden versorgt werden. Über die Katzen stolpern oder dem Tier plötzlich ausweichen, weil es in den Weg springt, und sich dabei verletzen sind weitere häufig genannte Unfallursachen. In Einzelfällen aber kann auch die Sorge um das eigene Kätzchen zu Schaden führen: Weil seine junge Katze vom Balkon im ersten Stock gefallen ist, springt ein junger Mann beherzt hinterher - und verletzt sich am Bein.

Hundebiss kostet durchschnittlich 1500 Franken

Bei Unfällen mit Hunden sind rund die Hälfte auf Bisse zurückzuführen. Doch nicht selten kommen Herrchen und Frauchen auch zu Schaden, weil ihr Hund sie umwirft oder ihnen ins Fahrrad springt. Die durchschnittlichen Fallkosten bei Hundebissen liegen bei rund 1500 Franken, mit durchschnittlich 3500 Franken sind aber alle anderen Unfälle, an denen Hunde beteiligt sind, deutlich teurer. Komplex wird es, wenn Fahrrad, Hund und Katze beteiligt sind wie in diesem Fall: Mit ihrem Hund an der Leine fährt eine Frau auf ihrem Fahrrad durch das Wohnquartier, als plötzlich eine Katze am Hund vorbeistreicht. Getrieben vom Jagdinstinkt reisst er ruckartig an der Leine - und seine Besitzerin vom Fahrrad, die mit Verletzungen am Knie liegenbleibt.

Seltene Tiere in der Statistik

Neben den bekannten Haus- und Nutztierarten tauchen auch Tiere in der Statistik auf, die kaum jemand zu den Lieblingstieren der Schweizer zählen würde. Seeigel beispielsweise haben meist in der Feriensaison Hochkonjunktur in den Unfallmeldungen; die Suva registriert jährlich rund 80 Fälle. Auch Quallen und Schlangen werden ab und zu genannt. Immer wieder werden ausserdem Vorfälle gemeldet, bei denen Menschen von Füchsen gebissen wurden.

Das Reh, das auf die Strasse rennt

Unfälle mit Tieren verursachen der Suva jährliche Kosten von rund 50 Millionen Franken. Allein 20 Millionen Franken kosten Unfälle mit Pferden. Der Sturz vom Pferd ist die häufigste Ursache. Durch die Grösse des Tiers sind der Sturz an sich und die Verletzungen der Betroffenen gravierender. Im Durchschnitt kosten Unfälle mit Pferden 10 000 Franken.

Teuer sind auch Fälle im Strassenverkehr. Rennt ein Reh oder ein Fuchs unerwartet auf die Strasse und kollidiert mit einem Auto oder muss ein Autofahrer plötzlich ausweichen oder abrupt bremsen, sind durch die Geschwindigkeit grosse Energien im Spiel, die höheren Schaden anrichten. Hier beobachtet die Suva durchschnittliche Fallkosten von 8000 Franken.

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Bernadette Thalmann, Unternehmenskommunikation
Tel. 041 419 56 23, bernadette.thalmann@suva.ch

 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3000 Mitarbeitende. Sie ist ein selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 115 000 Unternehmen bzw. 2 Mio. Berufstätige und Arbeitslose gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,3 Mrd. Franken. Im Auftrag des Bundes führt sie seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten