Schönes Wetter - viele Freizeitunfälle

Im Jahr 2011 haben die Unfallversicherer erstmals mehr als eine halbe Million Freizeitunfälle registriert. Die gute Witterung im Frühling und im Herbst hat Freizeitaktivitäten begünstigt und zu entsprechend mehr Unfällen geführt. Dies zeigt die neuste Auswertung der von der Suva geführten Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung UVG.

In der obligatorischen Unfallversicherung ist die Zahl der Unfälle im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr erneut angestiegen. Die Freizeitunfälle, die knapp zwei Drittel aller registrierten Fälle ausmachen, haben erstmals die Schwelle von einer halben Million überschritten. Das entspricht einem Plus von 2,6 Prozent. Auch die Zahl der Berufsunfälle hat um 1,9 Prozent zugenommen, allerdings weniger stark als die Zahl der Erwerbstätigen (+2,5 Prozent gemäss Bundesamt für Statistik). Abgenommen um 18,7 Prozent hat die Zahl der Unfälle von Arbeitslosen, was aber zum grossen Teil auf den Rückgang der Stellensuchenden zurückzuführen ist (–16,6 Prozent gemäss SECO).
Mehr Freizeitaktivitäten bei schönem Wetter

Die Unfallstatistik zeugt von einem klaren Zusammenhang zwischen warmem Wetter und Freizeitunfällen im Sommerhalbjahr: Im Jahr 2011 herrschte von April bis September tendenziell schöneres Wetter als 2010. Abgesehen von einem deutlich kühleren Juli mit wenig Sonnenschein lagen die mittleren Monatstemperaturen gemäss MeteoSchweiz mehrheitlich über denjenigen des Vorjahres. Parallel zu den Temperaturen veränderte sich auch die Anzahl Freizeitunfälle. Offensichtlich werden in der Schweiz bei schönem Wetter mehr Freizeitaktivitäten ausgeübt, die entsprechend mehr Unfälle nach sich ziehen. Für diesen Zusammenhang sprechen insbesondere auch die hohen Juniwerte im Jahrhundertsommer 2003.

Im Winterhalbjahr ist der Zusammenhang tendenziell umgekehrt. Hohe Temperaturen bedeuten weniger Schnee und somit weniger Schneesport mit entsprechend weniger Unfällen. Umgekehrt treten bei niedrigen Temperaturen häufiger Eis- und Schneeglätte auf, was zu mehr Sturz- und Verkehrsunfällen führt.

Bezugsquelle für die neue Unfallstatistik

Die von der Suva geführte Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung (SSUV) publiziert die jährliche Unfallstatistik UVG im Auftrag der Kommission für die Statistik der Unfallversicherung UVG (KSUV). Die Statistik basiert auf den Ergebnissen aller derzeit 31 UVG-Versicherer, die unselbstständig Erwerbstätige obligatorisch gegen Berufs- und Freizeitunfälle sowie gegen Berufskrankheiten versichern. Ebenfalls enthalten sind die Ergebnisse der obligatorischen Unfallversicherung für Arbeitslose, die bei der Suva versichert sind. Die Ausgabe 2012 ist in Deutsch und Französisch gedruckt und online erhältlich. Einzelne Druckexemplare können gratis bestellt werden bei: Sammelstelle für die Unfallstatistik der Unfallversicherung, c/o Suva, Fluhmattstrasse 1, 6002 Luzern. Weitere Informationen: www.unfallstatistik.ch  

Kontakt für Medienschaffende:

Bernadette Thalmann, Unternehmenskommunikation Suva
Tel. 041 419 56 23, bernadette.thalmann@suva.ch