Sommerferien: Die Schweiz wird zum Abenteuerspielplatz

Während den Sommerferien lockt es wieder unzählige Schweizer nach draussen. Ob Base Jumping, Scad Diving, Quad Rennen oder Street Luge – Sportarten, die den ultimativen Nervenkitzel versprechen, liegen voll im Trend. Doch Achtung: mit der Abenteuerlust nehmen auch die Unfallzahlen zu und es drohen Kürzungen von Versicherungsleistungen.

Der Familienvater rollt beim Zorbing in einer aufblasbaren Kugel den Abhang hinunter. In den Ferien im Tessin demonstriert der Teenager seinen Eltern wie Kitesurfen funktioniert. Drei Freundinnen wagen sich bäuchlings auf dem Hydrospeed durch tosende Stromschnellen. Solche Bilder sind während den Sommermonaten keine Seltenheit – die Schweiz wird zum Abenteuerspielplatz. Verständlich: Aktive Freizeitgestaltung und Sport in freier Natur bilden einen willkommenen Ausgleich zum Alltag am Arbeitsplatz. Wer die ganze Woche im Büro sitzt, braucht am Wochenende oder in den Ferien die körperliche Betätigung. Dazu kommt der Wunsch, Neues zu erleben. Doch obwohl diese Abenteuerlust eine wichtige Bereicherung des oft von Routine beherrschten Lebens ist, darf eines nicht vergessen werden: viele Trendsportarten sind mit gesundheitlichen Risiken verbunden.
Trendsportarten: No risk – no fun?
Für den Laien ist es fast unmöglich, die Risiken bei den neuen Trendsportarten richtig einzuschätzen. Zum einen sind die Gefahren nicht ohne weiteres sichtbar, zum anderen kann kaum jemand ohne Übung wissen, wie man sich in kritischen Situationen verhalten muss. Entscheidend ist deshalb die verantwortungsbewusste Betreuung durch Profis. Problematisch wird es erst, wenn der pure Nervenkitzel gesucht wird; wenn man meint, sich ohne entsprechende Vorbereitung die grosse Freiheit für ein paar Sekunden erkaufen zu können. «Es gilt auch zu beachten, dass viele Trendsportarten nicht nur mit gesundheitlichen Risiken verbunden sind, sondern bei einem Unfall zusätzlich grosse finanzielle Nachteile drohen», warnt Oliver Biefer, Experte fürs Thema Kürzungen von Versicherungsleistungen bei der Suva.
Kürzung bei den Versicherungsleistungen
Wer in der Schweiz als Arbeitnehmer mindestens acht Stunden pro Woche arbeitet, ist neben den Berufsunfällen obligatorisch auch gegen Nichtberufsunfälle versichert. Das Gesetz sieht aber vor, dass bei Unfällen während der Ausübung von Wagnis-Sportarten die so genannten Geldleistungen, d.h. insbesondere Taggelder und Renten, um 50 Prozent und mehr gekürzt werden können. Bei der Suva sind pro Jahr durchschnittlich 90 Fälle von solchen Kürzungen betroffen. Als Wagnisse  gelten Sportarten wie wettkampfmässige Rollbrettabfahrten, Quad Rennen, Base Jumping, Speed Flying, Abfahrtsrennen mit Mountain-Bikes (Downhill Biking) oder Motorbootrennen. Weitere Informationen unter www.suva.ch  .
Viele Unfälle können vermieden werden

Freizeit soll Spass machen, aber nicht auf Kosten der Gesundheit. Die Suva empfiehlt deshalb besonders bei den populären Extremsportarten auf folgende Punkte speziell zu achten:

  • Lassen Sie sich unbedingt von ausgebildeten Fachpersonen instruieren, wenn eine Sportart für Sie neu ist.
  • Informieren Sie sich über das richtige Verhalten in Gefahrensituationen und üben Sie mehrmals, bevor Sie sich an den «Ernstfall» heranwagen.
  • Verwenden Sie – auch wenn es etwas teurer ist – immer das richtige Material, geprüfte Ausrüstungen und unfallverhütende Hilfsmittel.
  • Beachten Sie Vertragsbestimmungen Ihrer Unfallversicherung. Schliessen Sie im Zweifelsfall eine Zusatzversicherung ab, die oft für eine Tagespauschale an Ort und Stelle angeboten wird.
Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Barbara Senn, Unternehmenskommunikation
Tel. 041 419 54 76, barbara.senn@suva.ch 

 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3100 Mitarbeitende. Sie ist ein selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 118 000 Unternehmen bzw. 1,9 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,4 Mrd. Franken. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.