Heute vor 100 Jahren: Ein «Wahrzeichen der Solidarität» entsteht

Vor 100 Jahren, am 2. Oktober 1912, erteilte der Bundesrat dem neu gewählten Verwaltungsrat den Auftrag zur Gründung der Suva. Der Schutz der Gesundheit und die finanzielle Absicherung für Verunfallte und ihre Angehörigen waren und sind ein Grundstein des sozialen Friedens in unserem Land. Bis heute ist das Modell Suva ein erfolgreiches Beispiel der gelebten Sozialpartnerschaft.

Anlässlich der Erinnerungsfeier am Hauptsitz der Suva in Luzern liess Verwaltungsrats-präsident Franz Steinegger die bedeutenden historischen Ereignisse vor 100 Jahren wieder aufleben. Die Suva entstand in einer Zeit grösster sozialer Spannungen. Schon vor Ende des 19. Jahrhunderts manifestierte sich die Armut als Folge von Krankheit, Unfall, Alter und Arbeitslosigkeit immer stärker als gesellschaftliches Problem. Pionierarbeit leistete 1881 der Deutsche Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck: Er schuf die Deutsche Sozialversicherung, die eine Unfall-, eine Kranken- und eine Rentenversicherung umfasste.
«Wahrzeichen der Solidarität».....

Was Bismarck geschaffen hatte, diente den Schweizern als Vorbild: 1890 wurde der Auftrag zur Einführung einer Kranken- und Unfallversicherung in der Bundesverfassung verankert. Das Gesetz für diese obligatorische nationale Unfallversicherung und eine Krankenversicherung, die kantonal organisiert war, wurde vom Volk aber erst am 4. Februar 1912 angenommen.

Am 2. Oktober 1912 beauftragte Herr Bundesrat Edmund Schulthess den 40-köpfigen Verwaltungsrat der Suva mit der Unternehmensgründung. Er bezeichnete die Suva als «Wahrzeichen der Solidarität der Eidgenossen». Verzögert durch den ersten Weltkrieg und den Landesstreik nahm die Suva ihren Betrieb jedoch erst 1918 auf. Unterdessen wurde der neu gebaute Hauptsitz in Luzern als Spital genutzt, wo verwundete internierte Soldaten gepflegt wurden.

...damals wie heute
Dr. Ulrich Fricker, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Suva, spannte den Bogen von der Geschichte zur Gegenwart: Bis heute trägt diese Solidarität zwischen gleich vielen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern im Verwaltungsrat der Suva. Sie sichert das sorgsame und umsichtige Abwägen der Verantwortlichen bei den Leistungen, der Finanzierung, den Verwaltungskosten und den Prämien. So kann die Suva heute noch selbsttragend arbeiten und braucht keine Unterstützung vom Steuerzahler. Die Erträge werden in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurückgegeben. Zudem kann man bei der Suva Prämien sparen mit einem wirksamen Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. «Je weniger Unfälle, desto tiefer die Prämien», fasst Ulrich Fricker zusammen.
Suva - Mehr als eine Versicherung

«Die Vernetzung von Prävention, Schadenmanagement und Rehabilitation ermöglicht es der Suva, die Angebote laufend zu optimieren. Wir können auf die Bedürfnisse von Verletzten durch unser Case Management schnell und sinnvoll reagieren. Aber auch technisch entwickeln wir uns weiter, damit Verbesserungen zum Schutz der Gesundheit rechtzeitig umgesetzt werden können», ergänzt Ulrich Fricker. Seine Bilanz ist positiv: «Die Suva hat es trotz schwierigem Wirtschaftsumfeld und steigenden Gesundheitskosten geschafft, die Prämien in den letzten sechs Jahren zu senken. Sie wird auch in Zukunft einen wesentlichen Beitrag zu tiefen Lohnnebenkosten leisten und so den Werkplatz Schweiz stärken. Damit verdienen wir das Vertrauen unserer Kunden, aber auch der Politik und der Bevölkerung.»

Fotos zum Anlass finden Sie ab 19.30 Uhr unter www.photopress.ch  

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Bernadette Thalmann, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 56 23, bernadette.thalmann@suva.ch

 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3100 Mitarbeitende. Sie ist ein selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 118 000 Unternehmen bzw. 1,9 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,4 Mrd. Franken. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.