14. Schweizerische Tagung für Arbeitssicherheit

Jedes Jahr verlieren beinahe 100 Menschen in der Schweiz aufgrund von Arbeitsunfällen ihr Leben. Um diese Zahlen zu senken, erörtern alljährlich Spezialisten verschiedenster Branchen an der Schweizerischen Tagung für Arbeitssicherheit STAS die Frage, wie menschliches Leid bei der Arbeit vermieden werden kann. Rund 280 Kaderpersonen und Sicherheitsfachleute haben sich heute in Luzern getroffen und darüber diskutiert, dass die partnerschaftliche Zusammenarbeit im Unternehmen aber auch mit Verbänden, Behörden und allen weiteren Beteiligten ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Unfallprävention ist. Neue Impulse und Praxisbeispiele machen klar: Ohne Partnerschaft kann die Unfallprävention nicht funktionieren. Zeitgleich feiert die Suva mit ihren Partnern das einjährige Jubiläum der Sicherheits-Charta.

Was haben der Industriearbeiter, der Förster und der Bauarbeiter gemeinsam? Sie sind bei ihrer Arbeit vielfach auf einen verlässlichen Partner angewiesen. Welche zusätzlichen Partnerschaften benötigt es im Betrieb, um unfallfrei zu arbeiten? Wie müssen ausserbetriebliche Partnerschaften gestaltet sein, um effiziente Unfallprävention zu betreiben? Welchen Beitrag kann jeder Einzelne für eine erfolgreiche Partnerschaft leisten? Diese und andere Fragen standen heute an der Schweizerischen Tagung für Arbeitssicherheit STAS im Kultur- und Kongresszentrum Luzern KKL im Vordergrund.
Viele Perspektiven – ein Ziel
Acht Referenten beleuchteten das Tagungsthema «Prävention – mit Partnerschaft zum Erfolg» aus psychologischen, soziologischen, wirtschaftlichen und ethischen Blickwinkeln. Grösstes Ziel aller: Durch erfolgreiche Partnerschaft die Zahl von Unfällen minimieren. Zum Beispiel zeigte Nguyên Merzouga, Manager of Safety, Health & Environment bei der Nestec S.A. auf, dass 96 Prozent der Unfälle auf das Verhalten und nicht auf die Arbeitsbedingungen zurückzuführen sind. Daher müsse das Sicherheitsverhalten aller Beteiligten angepasst werden, um Unfälle zu vermeiden. Mit offenen Gesprächen und grossem Engagement der Führungskräfte sei dies möglich. Den Beweis brachte Christophe Vogel, Head of Safety Health & Environment der DSM Nutritional Products. Mit Wissensaustausch, hoher Qualität der Führung, Einbezug der Mitarbeitenden aber auch mit einer guten Portion Glück, blieb das Industrieunternehmen 500 Tage unfallfrei.
Seite an Seite Leben bewahren

Keine Arbeit ist so wichtig, dass man dafür sein Leben riskiert. Deshalb hat die Suva vor einem Jahr zusammen mit Partnern die Sicherheits-Charta ins Leben gerufen. Mit ihr verpflichten sich Arbeitgeberverbände, Planer und Gewerkschaften gleichermassen bei Gefahr STOPP zu sagen und erst weiterzuarbeiten, wenn die Gefahr beseitigt ist. Für das letzte Jahr zieht die Suva eine positive Bilanz. Mit der Bereitstellung von Umsetzungshilfen für die «lebenswichtigen Regeln» und systematischen Schulungen wurden bedeutende Schritte zur Optimierung der Sicherheit von Mitarbeitenden gemacht. Denn alle haben das Recht, unversehrt von der Arbeit nach Hause zurückzukehren. Nur wenn alle – das Kader, die Mitarbeitenden und ausserbetriebliche Partner – am selben Strick ziehen, kann die «Vision 250 Leben» Realität werden. Ziel ist es, innert zehn Jahren 250 Menschenleben zu bewahren und ebenso viele schwere Invaliditätsfälle zu verhindern.

Bilder (ab 17.00 Uhr) zur Tagung unter www.photopress.ch  

Detaillierte Informationen unter www.ekas.admin.ch  

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS,
Dr. Serge Pürro, Geschäftsführer EKAS, Tel. 041 419 51 59, serge.puerro@ekas.ch

Suva Unternehmenskommunikation,
Serkan Isik, Tel. 041 419 65 14, serkan.isik@suva.ch 

Aufgaben der EKAS

Die Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS fungiert im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz als Drehscheibe: Sie sorgt für die einheitliche Anwendung der Sicherheitsvorschriften in den Betrieben, die koordinierte Verteilung finanzieller Mittel und für eine partnerschaftliche, effiziente Zusammenarbeit von kantonalen Arbeitsinspektoraten, SECO, Suva und Fachorganisationen. Den Vorsitz über die 11-köpfige Kommission, in der auch die Delegierten der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen mitwirken, hat die Suva. Mehr Informationen unter www.ekas.ch .

Vision «250 Leben»

Arbeiten in der Höhe, Arbeiten an befahrenen Verkehrsachsen, Arbeiten im Baugewerbe sowie Forstarbeiten sind mit hohen Risiken verbunden. In der Schweiz ereignen sich gegen 100 tödlich verlaufende Berufsunfälle pro Jahr. Die Suva und die anderen Durchführungsorgane der Arbeitssicherheit haben sich zum Ziel gesetzt, diese Zahl zu halbieren und so 250 Menschenleben zu bewahren. Mit einer dualen Strategie – einerseits Vollzugsdruck und Systemmassnahmen, anderseits Beeinflussung des Risikoverhaltens und Sensibilisierung aufgrund der Unfallursachenabklärung – will die Suva mit 20 Initiativen dieses anspruchsvolle Ziel erreichen.