Jetzt braucht es auch bei den Frauen Prävention

In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Risiko der arbeitnehmenden Schweizer Bevölkerung, beim Autofahren zu verunfallen, um 20 Prozent reduziert. Das ursprünglich höhere Risiko der Männer ist nicht zuletzt dank Prävention deutlich stärker zurückgegangen als dasjenige der Frauen. Mittlerweile sind es sogar die Frauen, die ein höheres Unfallrisiko haben.

Das hohe Unfallrisiko von jungen Männern beim Autofahren ist hinreichend bekannt. Entsprechend setzte hier auch die Unfallprävention den Hebel an. Mit Erfolg, wie eine Studie der Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung UVG (SSUV) zeigt, die heute von der Suva veröffentlicht wurde. Der Befund: Das Risiko der arbeitnehmenden Männer zwischen 18 bis 64 Jahren, beim Autofahren zu verunfallen, ist in den vergangenen zehn Jahren um 26 Prozent zurückgegangen. Ihr Risiko für schwere Verletzungen sank gar um 34 Prozent.

Augenmerk auf berufstätige Frauen....
Anders die Entwicklung bei den berufstätigen Frauen zwischen 18 und 64 Jahren: Zwar hat sich auch ihr Unfallrisiko reduziert. Aber lediglich um 15 Prozent. Mittlerweile ist ihr Autounfallrisiko rund 25 Prozent höher als dasjenige der Männer. Wird die Unfallhäufigkeit in Relation zu den Fahrkilometern gestellt ‒ Frauen fahren im Schnitt 40 Prozent weniger weit als Männer ‒ so ist das Risiko der Frauen gar doppelt so hoch wie dasjenige der Männer. Dieser Befund bestätigt die Ergebnisse einer Studie der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu), die über das hohe Autounfallrisiko der Frauen bereits im vergangenen Jahr informierte. Die nun vorliegenden Zahlen zu den UVG-Versicherten erlauben zusätzliche Schlüsse: Es sind vor allem die berufstätigen Frauen, die hinter dem hohen Unfallrisiko der weiblichen Gesamtbevölkerung stehen.

....und den Morgenverkehr
Überraschend ist der Befund zum täglichen Morgenverkehr zwischen 7 und 8 Uhr: Während dieser Zeit ist das Unfallrisiko der arbeitnehmenden Frauen im Vergleich zu den Männern am stärksten überhöht. Offensichtlich wird für berufstätige Frauen der hektische Morgenverkehr zum kritischen Faktor. Stress und geringere Fahrpraxis sind laut der Studie mögliche Erklärungsfaktoren. Das in den vergangenen Jahren stark reduzierte Unfallrisiko der Männer beim Autofahren zeigt, wie viel fokussierte Prävention bewirken kann. Die Studie empfiehlt, nun auch für Frauen ‒ insbesondere die berufstätigen ‒ gezielte Präventionsmassnahmen zu erarbeiten.

Datenbasis
Die Analyse stützt sich auf die Zahlen der Unfallversicherer nach UVG (Unfallversicherungsgesetz). Berücksichtigt sind gemeldete Freizeitunfälle von Arbeitnehmenden im Alter von 18 bis 64 Jahren. Unfälle mit reinem Materialschaden (z.B. Parkunfälle) sind nicht mit eingeschlossen. Zu Vergleichszwecken wurden auch Daten des Bundesamtes für Statistik herangezogen. Diese beziehen sich auf die Gesamtbevölkerung, also auch auf die nicht Erwerbstätigen und die selbständig Erwerbenden.

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Bernadette Thalmann, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 56 23, bernadette.thalmann@suva.ch 



Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3100 Mitarbeitende. Sie ist ein selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 118 000 Unternehmen bzw. 1,9 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,4 Mrd. Franken. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.