Den Meisten ist die Musik im Club zu laut

Gute Musik hat nichts mit der Lautstärke zu tun - auf diese Tatsache weist die Suva zusammen mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) zum internationalen Tag gegen Lärm vom 24. April mit einem eigens produzierten Song hin. Auch das Publikum schätzt leisere Töne, wie eine kürzlich durchgeführte Umfrage ergeben hat.

Ob an der Fasnacht, beim Besuch eines Konzerts oder in einem Club: In der Freizeit treten immer wieder Situationen auf, die das menschliche Gehör stark belasten. Eine repräsentative Bevölkerungsbefragung des Forschungsinstituts gfs.bern im Auftrag des BAG zeigt, dass die Mehrheit der Besucher die hohe Lautstärke gar nicht schätzt. Über 60 Prozent der Clubbesucher empfinden die Musik dort als zu laut. Bei jüngeren Personen zwischen 15 und 25 Jahren wünschen sich 40 Prozent leisere Töne. Nur eine kleine Minderheit von 1 Prozent fordert gar noch lautere Musik im Ausgang. «Diese Ergebnisse bestätigen im Wesentlichen frühere Umfragen der Suva», sagt Beat Hohmann, Leiter Bereich Physik der Suva. «Es ist also nicht die Mehrheit der Besucher, die nach einer hohen Lautstärke verlangt».

Gehörschutz zu wenig bekannt
Obwohl in Clubs gratis Gehörschutzpfropfen abgegeben werden müssen, haben nicht einmal 39 Prozent der befragten Clubgänger entsprechende Angebote bemerkt. Zu wenig: Denn jede achte Person in der Schweiz leidet laut Umfrage an einem Tinnitus, der bereits länger als 12 Monate andauert. Unter 40-Jährige nennen vor allem laute Musik als wahrscheinliche Ursache dafür. Bei Konzerten wissen immerhin 64 Prozent der Besucher von einem Gehörschutz-Angebot. «Allerdings sind dies meist Pfropfen aus Schaumstoff, die fürs Musikhören weniger geeignet sind», sagt Hohmann. Es sei deshalb erfreulich, dass es nun auch Gehörschutzpfropfen aus Kunststoff gebe, die den Klang der Musik viel weniger verfälschen würden. «Noch besser ist es aber, wenn die Lautstärke um ein paar Dezibel reduziert wird, so dass das Gehör ganz ohne Pfropfen auskommt», so Hohmann.

Freiburger Band gewinnt Wettbewerb
Dass gute Musik nichts mit der Lautstärke zu tun hat, findet auch die Westschweizer Band «The Armonist». Die Freiburger haben einen Wettbewerb des BAG und der Suva gewonnen, bei dem der beste Song zum Thema «Ohren vor Lärm und lauter Musik schützen» gesucht wurde. «The Armonist» durften sich über eine professionelle Aufnahme ihres Titels «120 décibels» freuen, der pünktlich zum internationalen Tag gegen Lärm am 24. April veröffentlicht wird. «Wir wollen zeigen, dass man als Rock-Band auch mit weniger als 100 Dezibel Erfolg haben kann», sagt Sängerin Fanny. Dem stimmt auch Produzent – und ehemaliges Krokus-Mitglied – Many Maurer zu. «Musiker sind auf ein gutes Gehör angewiesen und sollten es nicht leichtfertig aufs Spiel setzen». Weitere Informationen unter www.suva.ch/tinnitus   und www.bag.admin.ch/schall  .

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Barbara Senn, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 54 76, barbara.senn@suva.ch 


Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3100 Mitarbeitende. Sie ist ein selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts und versichert rund 118 000 Unternehmen bzw. 1,9 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Suva generiert ein Prämienvolumen von rund 4,4 Mrd. Franken. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.