Skiunfälle doppelt so teuer wie Unfälle auf dem Fussballfeld

Für das Jahr 2012 vermelden die Unfallversicherer 790 619 Berufs- und Freizeitunfälle. Die Zahl der Unfälle ist im Vergleich zum Vorjahr trotz steigender Beschäftigung um 0,8 Prozent gesunken. Skiunfälle sind doppelt so teuer wie Fussball- oder Eishockeyunfälle. Dies zeigt die neuste Auswertung der von der Suva geführten Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung UVG.

In der obligatorischen Unfallversicherung ist die Zahl der Unfälle im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr erstmals seit fünf Jahren wieder leicht gesunken. Dies, obwohl die Zahl der Erwerbstätigen weiter zugenommen hat (+1 Prozent gemäss Bundesamt für Statistik). Die Zahl der Unfälle von Arbeitslosen und Stellensuchenden hat ebenfalls abgenommen. Der Rückgang bei den Berufs- und Freizeitunfällen im Jahr 2012 ist auf den weiter voranschreitenden Wandel der Schweiz zur Dienstleistungsgesellschaft, die Unfallprävention und die jährlich vorherrschenden Witterungsbedingungen zurückzuführen.
Unfallstatistik nach UVG (Arbeitnehmende und Stellensuchende)
2012 2011 Veränderung
Berufsunfälle 269 608
271 945
-0.9%
Freizeitunfälle 507 004

509 790

-0.6%
Unfälle von Stellensuchenden 14 007
14 856
-5,7%
Total 790 619

796 591
-0.8%
Freizeitunfälle teurer als Berufsunfälle
Die jährlichen, durch Unfälle verursachten Kosten belaufen sich auf über 4 Milliarden Franken, wovon fast zwei Drittel auf Freizeitunfälle zurückzuführen sind. «Je nach Schwere können die Kosten eines Unfalls zwischen wenigen hundert bis mehreren Millionen Franken betragen», sagt Peter Andermatt, Statistiker bei der Suva. Die Versicherungsleistungen umfassen Heilkosten, bei Arbeitsausfall Taggelder oder bei bleibender Erwerbseinbusse und Tod sogar lebenslange Renten. Die mittleren Unfallkosten sind nicht bei allen Freizeitaktivitäten gleich hoch. Zu den schwereren und teureren Unfällen gehören die Strassenverkehrsunfälle. Diese kosten im Durchschnitt rund 10 000 Franken. Unfälle von Fussgängern sind dabei mit rund 23 000 Franken viel teurer als die Personenwagenunfälle mit 8700 Franken. Auch die Motorradunfälle kosten mit rund 22 000 Franken überdurchschnittlich viel. Es erstaunt daher nicht, dass unter der Rubrik «Unterwegs, Reisen, Wegunfälle» mittlere Kosten von 7300 Franken je Fall zu verzeichnen sind.
Skiunfälle kosten mehr als Fussballunfälle
Ebenfalls überdurchschnittlich teuer sind Skiunfälle mit 6700 Franken pro Fall. Fussballunfälle hingegen kosten mit 3100 Franken weniger als halb so viel wie die Skiunfälle. Die Ursachen für die Unterschiede liegen hauptsächlich in der Schwere der Verletzungen, aber auch in der Zusammensetzung der Verunfallten nach Alter und Geschlecht. «So sind beispielsweise bei den vornehmlich jungen Fussballspielern mit einem Durchschnittsalter von 29 Jahren der Verdienst und damit das Taggeld weniger hoch als bei den im Durchschnitt 41-jährigen Skifahrern», präzisiert Andermatt. Beim Eishockey – das gemeinhin als gefährlich gilt – kostet ein Unfall durchschnittlich 3000 Franken, also weniger als beim Skifahren oder Fussballspielen.
Freizeitunfälle 2007 mit Stand der Kosten 2011 (je mind. 4000 Fälle)
Tätigkeit Fälle mittlere Kosten pro Fall
Unterwegs, Reisen, Wegunfälle 78 195
7300
Umhergehen in Haus und Garten 56 042
4200
Fussball 43 249 3100
Haushaltarbeiten, kleine Hantierungen 30 654
2300
Skifahren (alpin) 21 188
6700
Arbeitsweg 17 829
8100
Spazieren, Wandern (exkl. Bergwandern) 13 678
4700
Opfer bei Überfall, Streit 9243 4000
Snowboardfahren 7332 5800
Gartenarbeiten

7301

3100
Jogging, Laufen 6754 3200
Körperpflege, Kinder-, Krankenpflege 5882 4400
Biken im Gelände 5826 5100
Anlässe, Spiele, Neckereien (Haus und Garten) 5490 3000
Land-, Roll- und Unihockey 4682
2000
Eishockey 4668 3000
Baden, Schwimmen 4574 3300
Volleyball 4523 2800
Essen, Trinken, sich verpflegen 4425 1700
Bergwandern (ohne Klettern) 4373 5600
Botengänge, Besorgungen 4320 5600
Reiten, Pferdesport 4061 4700
Bezugsquelle für die neue Unfallstatistik
Die von der Suva geführte Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung (SSUV) publiziert die jährliche Unfallstatistik UVG im Auftrag der Koordinationsgruppe für die Statistik der Unfallversicherung UVG (KSUV). Die Statistik basiert auf den Ergebnissen aller derzeit 31 UVG-Versicherer, die unselbstständig Erwerbstätige obligatorisch gegen Berufs- und Freizeitunfälle sowie gegen Berufskrankheiten versichern. Ebenfalls enthalten sind die Ergebnisse der obligatorischen Unfallversicherung für Arbeitslose, die bei der Suva versichert sind. Die Ausgabe 2013 ist in Deutsch und Französisch gedruckt und online erhältlich. Einzelne Druckexemplare können gratis bestellt werden bei: Sammelstelle für die Unfallstatistik der Unfallversicherung, c/o Suva, Fluhmattstrasse 1, 6002 Luzern. Weitere Informationen: www.unfallstatistik.ch  
Kontakt für Medienschaffende:

Barbara Senn, Unternehmenskommunikation Suva
Tel. 041 419 54 76, barbara.senn@suva.ch