Lehrbeginn: Lernende haben höheres Berufsunfallrisiko

Heute ist in den meisten Kantonen Lehrbeginn. Jahr für Jahr erleiden in den Suva-versicherten Betrieben rund 19 000 Lernende einen Berufsunfall, wovon durchschnittlich drei tödlich enden. Mit anderen Worten: Jährlich verunfallt jeder achte Lernende. Die Suva akzeptiert diesen Umstand nicht und hat am 1. Juli 2013 die Präventionskampagne «Sichere Lehrzeit» gestartet. Ziel ist es, die Unfallzahlen Lernender in den nächsten zehn Jahren zu halbieren.

Rund 19 000 Lernende erleiden in den Suva-versicherten Betrieben Jahr für Jahr einen Berufsunfall. Davon enden durchschnittlich drei tödlich. Das statistische Zahlenmaterial belegt, dass Lernende einem markant höheren Berufsunfallrisiko ausgesetzt sind als ihre erfahrenen Arbeitskolleginnen und -kollegen. Hier setzt die Suva an und tut alles dafür, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz für Berufseinsteiger ab dem ersten Arbeitstag zum Thema werden zu lassen. «Wir setzen darauf, dass Dinge, die junge Menschen in ihrer Lehrzeit einüben, während des ganzen Berufslebens verankert bleiben», sagt André Meier, Abteilungsleiter Arbeitssicherheit bei der Suva, anlässlich einer Medienkonferenz vom Montag, 12. August in der login-Lehrwerkstatt in Zürich. Die Lernenden kommunikativ zu erreichen, erfordert die Auswahl ganz unterschiedlicher Kommunikationskanäle. «Hier setzen wir auf die Vorbildrolle der Lehrlingsverantwortlichen. Sie sind es, die wir in einer ersten Phase ansprechen und als Multiplikatoren für unsere Botschaften gewinnen möchten», sagt Kampagnenleiter Victor Martinez. Um weitere, bestmögliche Kommunikationskanäle zu eruieren, hat die Suva bei Berufsbildnern und Vorgesetzten zusätzlich eine Umfrage gestartet. Das Fazit: Online-Lösungen anbieten, aber ohne Papier geht es nicht.

Gratis Starter-Kits für Lernende und Berufsbildner/Vorgesetzte
Für die Umsetzung der Kampagne «Sichere Lehrzeit» stellt die Suva kostenlos eine ganze Palette attraktiver Informations- und Einsatzmittel zur Verfügung. Diese sind in berufsspezifischen Dokumentenmappen zusammengestellt, den sogenannten Starter-Kits. Darin findet sich alles, womit die Lernenden für eine sichere Lehrzeit geschult und sensibilisiert werden können. Seit Kampagnenstart hat die Suva schon über 40 000 Exemplare an Schweizer Betriebe verschickt. Diese hohe Bestellmenge bestätigt, dass es den Betrieben in der Schweiz ein Anliegen ist, ihre Lernenden besser vor Unfällen zu schützen, und ein Bedürfnis an sofort umsetzbaren Schulungsunterlagen besteht. «In der Ausbildung der Lernenden nehmen unsere Berufsbildner und Vorgesetzten in Sachen Arbeitssicherheit eine Schlüsselrolle ein. Die Starter-Kits der Suva unterstützen unsere Mitarbeitenden, dieser Rolle gerecht zu werden», betont Markus Jenny, Leiter Personal von login Berufsbildung.

Partner frühzeitig ins Boot geholt
Alle Einsatzmittel im Rahmen der Präventionskampagne «Sichere Lehrzeit» sind in Zusammenarbeit mit Partnern entstanden. In schweizweit rund 20 Workshops mit über 400 Teilnehmenden hat die Suva mit Lernenden, Berufsbildnern, Vorgesetzten, Fachlehrern, Sportlehrpersonen sowie Vertretern von Berufsbildungsämtern, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden, Branchenlösungen und Vollzugsorganen Instrumente erarbeitet, die Lernende vor Unfällen schützen sollen. Zum Einsatz kommt unter anderem ein STOPP-Ausweis. Dieser wird bei Lehrbeginn gemeinsam vom Lernenden und Berufsbildner unterschrieben und soll den Lernenden den nötigen Rückhalt geben, in gefährlichen Situationen STOPP zu sagen und erst weiter zu arbeiten, wenn die Gefahr behoben ist. Denn Lernende sind noch unerfahren und getrauen sich oft nicht, von sich aus die Arbeit bei Gefahr zu unterbrechen oder einfach bei Unsicherheit eine Frage zu stellen. Weitere interessante Einsatzmittel wie zum Beispiel ein Lernprogramm zu den «Lebenswichtigen Regeln» mit einem spielerischen «Safety-Challenge»-Test oder ein Wettbewerb auf Facebook runden das Angebot ab.

Die Kampagne «Sichere Lehrzeit» ist eingebettet in die «Vision 250 Leben». Mit der Umsetzung dieses Präventionsprogramms will die Suva zwischen 2010 und 2020 die jährliche Anzahl tödlicher Berufsunfälle halbieren und somit 250 Leben bewahren und ebenso viele schwere Invaliditätsfälle verhindern.

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
Serkan Isik, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 65 14, serkan.isik@suva.ch 


Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3200 Mitarbeitende. Als selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 120 000 Unternehmen bzw. 1,9 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.