Ausweitung der Sicherheits-Charta auf alle Branchen

In den vergangenen zehn Jahren haben mehr als 280 Menschen auf dem Bau ihr Leben verloren. Um diese Zahlen zu senken, haben die Akteure der Baubranche vor zwei Jahren mit Unterstützung der Suva die Sicherheits-Charta lanciert. Jetzt folgt die Ausweitung der Charta auf alle anderen Branchen. Dort nämlich ereignen sich zwei Drittel aller Berufsunfälle mit Todesfolge sowie schwerer Invalidität.

Seit September 2011 gilt gemäss Sicherheits-Charta für die Baubranche: Bei Gefahr Stopp sagen, die Gefahr beheben und erst dann weiterarbeiten. Denn das Leben und die Gesundheit der Betroffenen haben absolute Priorität. Vor zwei Jahren haben Arbeitgeberverbände, Planer und Gewerkschaften mit Unterstützung der Suva diese Charta ins Leben gerufen. Das Ziel: Mehr Sicherheit auf Baustellen. Mittlerweile haben rund 250 Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände sowie Firmen die Sicherheits-Charta unterschrieben. Mit ihrer Unterschrift verpflichten sie sich, Leitsätze konkret umzusetzen und insbesondere die lebenswichtigen Sicherheitsregeln der Suva strikte einzuhalten.

Wunsch nach eigener Sicherheits-Charta
«Wir sind davon überzeugt, dass die Sicherheits-Charta zu einer Verhaltensänderung führt, die zur Senkung der Anzahl Berufsunfälle auf Baustellen beiträgt und sind sicher, dass eine Ausweitung der Charta auf die weiteren Branchen den gleichen Effekt erzielen wird», sagt Edouard Currat, Mitglied der Geschäftsleitung der Suva. Verschiedene Betriebe und Verbände, die nicht der Branche Bauhaupt- und Ausbaugewerbe zugeordnet sind, haben in den vergangenen zwei Jahren den Wunsch nach einer eigenen Sicherheits-Charta geäussert. Diesem Wunsch kommt die Suva nach und unterstützt die Akteure bei der Ausweitung der Sicherheits-Charta auf alle Branchen. Die Charta soll in der Realität konsequent um- und durchgesetzt werden. Sie definiert für die Beteiligten aller Hierarchiestufen die wichtigsten Regeln, die eingehalten werden müssen, um Berufsunfälle zu vermeiden. Die Kernbotschaft lautet «Stopp bei Gefahr / Gefahr beheben / weiterarbeiten». Diese Botschaft wird auf verschiedenen Einsatzmitteln abgebildet, die den Unterzeichnern zur Verfügung stehen, unter anderem auf Absperrbändern, Plakaten und mehrsprachigen Chartas. Kostenlose, sofort umsetzbare Schulungsunterlagen helfen zusätzlich, die Sicherheits-Charta in den Berufsalltag zu integrieren und die Mitarbeitenden zu befähigen, diese umzusetzen. So soll die Sicherheit am Arbeitsplatz noch professioneller organisiert und Sicherheitsmängel umgehend behoben werden.

250 Leben retten
Die Sicherheits-Charta ist die Brücke zwischen der Kampagne «Vision 250 Leben» der Suva und den Lebenswichtigen Regeln. Mit der Umsetzung der «Vision 250 Leben» will die Suva zwischen 2010 und 2020 die jährliche Anzahl tödlicher Berufsunfälle halbieren. Somit will sie 250 Leben bewahren und ebenso viele schwere Invaliditätsfälle verhindern. Mitglieder, die die Sicherheits-Charta schon unterzeichnet haben, sind auf einer interaktiven Landkarte auf www.sicherheits-charta.ch(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) zu finden. Alle, die noch nicht Mitglied sind, können sich über diese Webseite kostenlos anmelden und auf diese Weise zu mehr Sicherheit am Arbeitsplatz beitragen.
Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
Serkan Isik, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 65 14, serkan.isik@suva.ch 


Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3200 Mitarbeitende. Als selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 120 000 Unternehmen bzw. 1,9Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.