Überraschende Unfallzahlen nach Zeitumstellung

Verschiedene Studien kommen zum Schluss, dass in den Tagen nach der Zeitumstellung mehr Verkehrsunfälle passieren. Nun zeichnen neue statistische Auswertungen der Suva ein anderes Bild.

Über Sinn und Unsinn der Zeitumstellung diskutieren Experten immer wieder kontrovers. Verschiedene Studien zeigen auf, dass nach der Zeitumstellung mehr Verkehrsunfälle passieren. Diese nahm die Suva zum Anlass, in ihrer neuen vierteljährlichen Reihe «Unfälle in Zahlen» eigene Auswertungen zu machen. Peter Andermatt, Statistiker der Suva, stellt Überraschendes fest: «Bei den Suva-versicherten Personen steigen die Unfallzahlen weder am Tag der Zeitumstellung noch in den darauffolgenden Wochen an.»
Zahl der Verkehrsunfälle bleibt stabil
Am besten ersichtlich ist dieses Resultat bei Unfällen, die nicht witterungsbedingt sind – etwa Unfälle wegen Haushaltsarbeiten. Die Statistik der Suva zeigt aber auch, dass die Zahl der Verkehrsunfälle ebenfalls stabil bleibt. «Zu diesem Ergebnis kommen wir, weil wir in unseren Auswertungen die saisonalen Einflüsse und Feiertage berücksichtigen», sagt Andermatt. Denn diese beiden Faktoren würden die Unfallhäufigkeit massgeblich beeinflussen. «Fällt Ostern auf das Wochenende der Zeitumstellung, gehen die Leute am Ostermontag beispielsweise Skifahren.» Mehr Freizeitunfälle sind die Folge. Dasselbe Phänomen könne beim Wetter beobachtet werden. Sei das Wetter in den Tagen nach der Zeitumstellung schön, passieren mehr Unfälle als bei schlechtem Wetter; zum Beispiel weil mehr Motorrad- oder Velofahrer unterwegs seien.
Weniger Unfälle am Sonntag danach
Untersucht hat die Suva die Zahlen der Berufs- und Nichtberufsunfälle in den Jahren 2000 bis 2013. Sie stellt fest, dass am Sonntagmorgen nach der Zeitumstellung sogar 10 Prozent weniger Unfälle passieren. Der offensichtliche Grund: Stellen wir die Uhren um 2 Uhr eine Stunde vor, bleibt weniger Zeit, um zu verunfallen. Andermatt vermutet: «Es ist möglich, dass die Leute die Stunde am Morgen nachschlafen, die sie in der Nacht verlieren.»

Mit dem Sommeranfang ändert die Bevölkerung ihre Freizeitaktivitäten. Die Statistik über die letzten 14 Jahre zeigt, dass in der Woche nach der Zeitumstellung erstmals im Jahr wieder deutlich mehr Leute beim Fussballspielen verunfallen als beim Schneesport.
Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
Gabriela Hübscher, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 55 32, gabriela.huebscher@suva.ch 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 120 000 Unternehmen bzw. 1,9 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.