Steigende Krankheits- und Unfallzahlen im Zivildienst

Weniger Krankheiten und Unfälle bei den Milizsoldaten, dafür mehr bei den Zivildienstleistenden: Zu diesem Schluss kommt die von der Suva publizierte Statistik der Militärversicherung für das Jahr 2013. Die Versicherungsleistungen blieben annähernd stabil, obwohl die Heilkosten angestiegen sind.

Statistisch gesehen beansprucht jeder Milizsoldat während seiner Dienstzeit durchschnittlich einmal Leistungen der Militärversicherung, weil er erkrankt oder weil er verunfallt. Im letzten Jahr registrierte die Militärversicherung 23 732 Unfälle und Krankheiten von Milizsoldaten (Vorjahr: 23 967). Insgesamt erfasste sie im Jahr 2013 für ihre versicherten Personen, die vor allem Militärdienst, Zivilschutz oder Zivildienst leisteten, 39 043 Krankheiten und Unfälle (Vorjahr: 37 562). Die Gesamtzahl der versicherten Diensttage reduzierte sich leicht auf 9,7 Mio. (Vorjahr: 9,9 Mio.), wie die am Dienstag publizierte Statistik der Militärversicherung zeigt.
Zivildienst: Ein Viertel mehr Fälle
Die abnehmende Zahl der Militärdiensttage wird durch die steigende Zahl der Zivildiensttage kompensiert; ein Trend, der seit der Abschaffung der Gewissensprüfung im Jahr 2009 anhält. Fast parallel zu den absolvierten Dienstagen verdreifachte sich die Zahl gemeldeter Fälle von Zivildienstleistenden von 1669 Fällen im Jahr 2009 auf 5305 Fälle im Jahr 2013. Im Vergleich zum Vorjahr (4213 Fälle) erfasste die Militärversicherung ein Viertel mehr Fälle.
Stabile Leistungen bei höheren Heilkosten
Insgesamt zeichnet die Militärversicherung ein erfreuliches Geschäftsjahr 2013: Die Versicherungsleistungen blieben mit 196 Mio. Franken nahezu stabil (Vorjahr: 195 Mio.). Rund 55 Prozent wurden in Form von Renten ausgerichtet. Dies waren mit 102 Mio. Franken gut 4 Mio. Franken weniger als im Vorjahr. Grund dafür ist die abnehmende Zahl der Rentenbezüger. Die Verwaltungskosten lagen mit knapp 21 Mio. Franken auf Vorjahresniveau.

Die Heilkosten stiegen hingegen um knapp 9 Prozent auf 65 Mio. Franken. Dieser Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass bei den stationären Tarifen die geleisteten Kantonsbeiträge bis 2013 vollständig weggefallen sind. Zudem resultierte ein Abrechnungsstau bei den Spitälern, nachdem das neue Fallpauschalsystem Swiss DRG eingeführt worden war. So reichten die Leistungserbringer Rechnungen aus dem Jahr 2012 teilweise erst im vergangenen Jahr ein.
Die Militärversicherung
Die Suva führt die Militärversicherung im Auftrag des Bundes. Versichert sind Personen, die im Rahmen von Sicherheits- und Friedensdiensten des Bundes Einsätze leisten (namentlich Militär-, Zivilschutz- und Zivildienstleistende; Teilnehmer an friedenserhaltenden Aktionen des Bundes; Angehörige des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe [SKH] sowie die Berufs- und Zeitmilitärs). Gegenstand der Militärversicherung sind Krankheiten und Unfälle. Versichert sind alle Schädigungen der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit des Versicherten, die während der Dienste und Einsätze auftreten oder auf den Dienst zurückzuführen sind. Die Militärversicherung wird durch den Bund, über Prämien- (aktive und pensionierte Berufsmilitärs und Zeitmilitärs) und Regresseinnahmen finanziert. Weitere Informationen zur Militärversicherung  
Die Militärversicherungsstatistik
Die Militärversicherung ist ein eigenständiger Zweig des schweizerischen Sozialversicherungssystems. Deshalb sind ihre Ergebnisse von öffentlichem Interesse und werden jährlich publiziert. Die «Statistik der Militärversicherung» liefert umfassendes Zahlenmaterial zum Versicherungsbestand, zu den Schadenfällen und zu den Leistungen der Militärversicherung.
Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
Gabriela Hübscher, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 55 32, gabriela.huebscher@suva.ch 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 3200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 120 000 Unternehmen bzw. 1,9 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.