Fussball-WM: Zuerst mehr TV, dann mehr Unfälle

In der Schweiz ereignen sich mehr Fussballunfälle in WM- oder EM-Jahren als in den Jahren dazwischen. Während die Unfallhäufigkeit während der Spielübertragung noch geringer ist, steigt sie kurz vor WM-/EM-Ende bis Mitte Juli massiv an. Auch ohne diesen grossen Fussball-Event stieg im letzten Jahr die Zahl der Freizeitunfälle leicht an. Insgesamt registrierten die Unfallversicherer für das Jahr 2013 rund 800 500 Berufs- und Freizeitunfälle. Dies sind 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die Zahl der Unfälle in der obligatorischen Unfallversicherung ist im Jahr 2013 im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Der Anstieg ist auf die Freizeitunfälle zurückzuführen. Die Berufsunfälle haben leicht abgenommen. Dies zeigt die aktuelle Unfallstatistik UVG. Diese wird jedes Jahr von der Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung (SSUV) publiziert.
Unfallstatistik nach UVG (Arbeitnehmende und Stellensuchende)
2013 2012 Veränderung
Berufsunfälle 268 922 269 608
-0,3%
Freizeitunfälle 516 725 507 004
1,9%
Unfälle von Stellensuchenden 14 775

14 007
5,5%
Total 800 422 790 619
1,2%
Schauen statt spielen
Knapp 10 Prozent der Freizeitunfälle passieren beim Fussballspielen. Die Suva hat die laufende Fussball-Weltmeisterschaft zum Anlass genommen, in ihrer Serie «Unfälle in Zahlen» den Fussballunfällen auf den Grund zu gehen. Dazu wertete sie die Zahlen aus den Jahren 2004 bis 2013 für die Monate Juni und Juli aus. Das Resultat: In WM- und EM-Jahren ereignen sich mehr Fussballunfälle als in den Zwischenjahren. Dabei zeichnet sich zuerst eine positive Entwicklung ab. «Noch bis eine Woche vor dem Final verletzen sich in den WM- und EM-Jahren weniger Spieler als in den Zwischenjahren», sagt Peter Andermatt, Statistiker der Suva. Die Begründung liegt auf der Hand: Während die Stars im Fernsehen spielen, schauen die Leute lieber zu statt selber zu kicken. Dies sei statistisch gut ersichtlich, so Andermatt. «Während der Übertragungsstunden gibt es vor allem unter der Woche weniger Fussballunfälle als sonst.» Da im Gegensatz zu den Vorjahren in diesem Sommer die Zeitverschiebung zwischen der Schweiz und dem Austragungsort grösser sei, sei es aber denkbar, dass dies einen Einfluss auf den beobachteten Effekt habe.
Massiv mehr Unfälle gegen Ende der WM
Vor den Finalspielen wendet sich das Blatt – und zwar mit dem Beginn der fussballfreien Tage, die es vor den Finalspielen gibt. In dieser Zeit nehmen in der Schweiz die Fussballunfälle massiv zu. Es passieren bis Mitte Juli rund 20 Prozent mehr Unfälle als in der vergleichbaren Periode in den Jahren ohne WM oder EM. Bei den Männern unter 30 Jahren sind dies sogar rund 30 Prozent mehr Fussballunfälle.

Doch welche Personen verunfallen in dieser Zeit häufiger? Vereinsfussballer, Gelegenheitsfussballer oder Teilnehmer an Grümpelturnieren? Die Frage kann anhand der statistischen Daten der Unfallversicherungen nicht beantwortet werden. Die Ligen des organisierten Vereinsfussballs beenden die Saison jeweils kurz vor der WM und EM und machen anschliessend Sommerpause. Diese Spieler können also ausgeschlossen werden, zumindest als Vereinsspieler. Um genauer zu wissen, wer in welchem Rahmen beim Fussballspielen verunfallt, führt die Suva nun eine Nachbefragung von Versicherten durch, die sich im Verlauf der letzten zwölf Monate während des Spiels mit dem runden Leder verletzten. «Die Resultate werden uns Hinweise geben, wo wir in Zukunft den Fokus in der Präventionsarbeit legen müssen», sagt Philippe Gassmann, Kampagnenleiter Fussball der Suva.
Neuer Fussballtest bestimmt eigenes Risiko
Jedes Jahr registrieren die Unfallversicherungen rund 45 000 Fussballunfälle. Die Suva lancierte deshalb im letzten März eine neue Präventionskampagne. Im Zentrum steht der Fussballtest. Dieser ermöglicht es jedem Fussballer, sein Verletzungsrisiko zu bestimmen und zu reduzieren. Der Fussballtest der Suva ist unter http://www.suva.ch/fussballtest(Link wird in einem neuen Fenster geöffnet) aufgeschaltet. Die dazugehörige App Fussballtest kann kostenlos im App Store und im Google Play Store bezogen werden.
Bezugsquelle für die neue Unfallstatistik

Die von der Suva geführte Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung (SSUV) publiziert die jährliche Unfallstatistik UVG im Auftrag der Koordinationsgruppe für die Statistik der Unfallversicherung UVG (KSUV). Die Statistik basiert auf den Ergebnissen aller derzeit 29 UVG-Versicherer, die unselbstständig Erwerbstätige obligatorisch gegen Berufs- und Freizeitunfälle sowie gegen Berufskrankheiten versichern. Ebenfalls enthalten sind die Ergebnisse der obligatorischen Unfallversicherung für Arbeitslose, die bei der Suva versichert sind. Die Ausgabe 2014 ist in Deutsch und Französisch gedruckt und online erhältlich. Einzelne Druckexemplare können gratis bestellt werden bei: Sammelstelle für die Unfallstatistik der Unfallversicherung, c/o Suva, Fluhmattstrasse 1, 6002 Luzern. Weitere Informationen: www.unfallstatistik.ch  

Kontakt für Medienschaffende:
  • Gabriela Hübscher

    Mediensprecherin