Fussballtest: Erhöhtes Verletzungsrisiko bei 77 Prozent

Rund 14 000 Personen haben den vor einem Jahr lancierten Fussballtest der Suva ausgefüllt. Erste Auswertungen zeigen: 77 Prozent haben ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Neu integriert der Schweizerische Fussballverband SFV den Test in die Trainerausbildung.

Es ist schnell passiert: Ein Muskelfaserriss, eine Zerrung oder gerissene Bänder. Beim Fussballspielen gibt es jedes Jahr 45 000 Unfälle, so viele wie in keiner anderen Sportart. Um diese Zahl zu senken, hat die Suva im März 2014 ein Onlinetool lanciert, mit dem jeder Spieler sein Verletzungsrisiko selber bestimmen und reduzieren kann. Seither haben rund 14 000 Personen den Fussballtest  ausgefüllt. «Dies übertrifft unsere Erwartungen und beweist, dass der Test bei Fussballerinnen und Fussballern gut ankommt», sagt Philippe Gassmann, Kampagnenleiter Fussball bei der Suva. Eine Auswertung zeigt, dass 77 Prozent aller Teilnehmenden ein erhöhtes Verletzungsrisiko aufweisen. Vor allem im Bereich Training gibt es Nachholbedarf. Zwar wärmen sich 85 Prozent der Fussballspieler immer auf, doch machen sie selten präventive Übungen während dem Training. Auch ausreichender Erholung zwischen den Trainingseinheiten schenken viele zu wenig Beachtung. Die Auswertung zeigt zudem, dass manche Fussballer nicht fit genug sind. «Speziell in den Bereichen Training und Fitness können Trainer einen grossen Beitrag zur Unfallprävention leisten», so Gassmann.

Fussballtest neu auch für Trainer

Der Schweizerische Fussballverband (SFV) ist sich ebenfalls bewusst, dass die Trainerinnen und Trainer eine äusserst wichtige Rolle in der Unfallprävention haben. Er integriert den Fussballtest der Suva deshalb neu in die Trainerausbildung und -fortbildung. «Trainerinnen und Trainer wollen stets eine möglichst grosse Auswahl an einsatzbereiten Spielerinnen und Spielern haben. Also ist es nur konsequent, wenn sie jedes Mittel anwenden, mit dem das Verletzungsrisiko minimiert werden kann – und das erst noch ohne grossen Aufwand, dafür mit viel Praxisbezug», sagt Yves Débonnaire, Leiter Trainerausbildung beim SFV. Jeder Trainer erhält ein Fussballtest-Package, das eine Anleitung, Ergebniskarten für die Spieler und eine Wettbewerbskarte beinhaltet. Der Trainer erfährt unter anderem, wie er den Fussballtest optimal nutzen und sein Team zum Erfolg führen kann.

Goliath verletzt sich häufiger als David

Zum Erfolg führen will sein Team auch der Trainer des SC Buochs , David Andreoli. Der Zweitligist empfängt am Mittwoch, 4. März 2015, den FC St. Gallen im Viertelfinale des Würth Schweizer Cups. Ein im Cup bekanntes Duell: David gegen Goliath. Umso wichtiger ist für ihn, dass es keine verletzungsbedingten Ausfälle gibt. «Ich finde den Fussballtest ein gutes Präventionsinstrument und werde ihn mit meinem Team ausfüllen», so Andreoli. Die daraus entstehenden Gespräche seien sicherlich interessant und bereichernd. Während die Gewinnchancen des SC Buochs statistisch gesehen nicht besonders gross sind, sieht es beim Verletzungsrisiko besser aus. Eine neue Studie zeigt: Amateurfussballer verletzen sich in der Regel weniger häufig als Profifussballer.

Alle Informationen zum neuen Fussballtest-Package für Trainer stehen unter www.suva.ch/fussballtest  zum Download bereit. Wer mit seinem ganzen Team den Fussballtest ausfüllt, kann an einem Wettbewerb teilnehmen. Als Hauptpreis lockt ein Team-Besuch als VIP-Gäste am Schweizer Cup-Final.

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Barbara Senn, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 54 76, barbara.senn@suva.ch 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4000 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 121 000 Unternehmen bzw. 1,95 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.