Mit Big Data gegen steigende Heilkosten

Die Suva setzt neue Mittel ein, um die Heilkosten im Griff zu halten. Im Jahr 2014 zahlte sie 1,16 Milliarden Franken aus. Dank ihrer konsequenten Rechnungskontrolle spart sie täglich rund 450 000 Franken ein. Insgesamt meldeten die Versicherten der Suva leicht weniger Unfälle und Berufskrankheiten als im Vorjahr.

GPS-Daten via Handy, Herzschlag via Jogging-App, Google-Suche: Big Data ist in aller Munde. Auch die Suva macht sich neu Datenspuren zunutze. Sie identifiziert aus Millionen von Rechnungen inhaltliche Muster und kann damit nun auffällige Daten ermitteln: zum Beispiel Diagnosen, die nicht mit den Medikamenten übereinstimmen, oder zwei Medikamente, deren Wirkungen sich widersprechen. Mit Big-Data-Analysen erhält die Suva Hinweise, ob die Leistungserbringer korrekt und plausibel abrechnen.
160 Millionen Franken eingespart

«Diese Rechnungskontrolle ist für uns zentral, da wir sorgfältig mit den Prämiengeldern unserer Kunden umgehen müssen», sagt Felix Weber, Geschäftsleitungsmitglied der Suva. 2,3 Millionen Rechnungen erhält die Suva jährlich, über 12 Prozent davon weist sie zurück. So kann es zum Beispiel vorkommen, dass auf den Rechnungen eines Unfallpatienten auch gleich noch seine Prostata- oder Asthma-Medikamente aufgeführt sind oder dass Leistungen doppelt berechnet werden. Seit der Einführung des Fallpauschalensystems Swiss DRG im Jahr 2012 kann ein von der Suva entwickeltes Programm auch Unstimmigkeiten bei den Codierungen feststellen. Insgesamt verhindert die Suva dank Big Data, dass sie jährlich fälschlicherweise 160 Millionen Franken zu viel ausbezahlt - also rund 450 000 Franken pro Tag.

Im Jahr 2014 haben sich die Heilkosten stabilisiert: Die ärztlichen und therapeutischen Leistungen für Versicherte kosteten 1,16 Milliarden Franken (Vorjahr: 1,15 Milliarden). 2013 waren die Heilkosten noch um 12,4 Prozent angestiegen. Dieser Anstieg war unter anderem darauf zurückzuführen, dass die geleisteten Kantonsbeiträge an die Spitalkosten vollständig wegfielen.

Mehr Taggelder, weniger neue Renten
Neben den Heilkosten zahlte die Suva 2014 Taggelder in der Höhe von 1,29 Milliarden Franken aus, das sind 1,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Höhere Löhne und die längere Arbeitsunfähigkeitsdauer sind Gründe für diese Zunahme. Gleichzeitig sprach sie im letzten Jahr mit 1714 weniger neue Invalidenrenten aus (Vorjahr: 1776). Dies entspricht dem zweitniedrigsten Wert seit Inkrafttreten des Unfallversicherungsgesetzes im Jahr 1984. Die Gesamtkosten der neuen Invalidenrenten sind aber um 45,9 auf 537,1 Millionen Franken angestiegen. Die Suva benötigt wegen des seit 2014 geltenden tieferen technischen Zinssatzes und der steigenden Lebenserwartung mehr Mittel, um die Renten zu kapitalisieren. Beim technischen Zinssatz handelt es sich um eine rechnerische Grösse, die dem Zinsertrag entspricht, der während der Laufzeit einer Rente eingerechnet ist. Im Durchschnitt benötigte eine neue lebenslange Invalidenrente im letzten Jahr ein Deckungskapital von 313 000 Franken (Vorjahr 277 000 Franken).
Anzahl Unfälle leicht gesunken
Die Anzahl der gemeldeten Berufs- und Nichtberufsunfälle ist im Jahr 2014 leicht gesunken. Von den knapp 460 000 Unfällen ereigneten sich fast 180 000 Unfälle während der Arbeit und gut 260 000 in der Freizeit.

Bei der Suva registrierte Unfälle
2014

2013

Differenz

Total Unfälle und 459 921


462 776
-0,62 %
Berufsunfälle 179 987
181 500

-0,83 %
Berufskrankheiten 2 154

2 263
-4,82 %
Nichtberufsunfälle 261 360
263 021

-0,63 %
Unfälle und Berufskrankheiten in der freiwilligen
Unternehmerversicherung
1 146
1 233

-7,06%
Unfälle und Berufskrankheiten in der Unfallversicherung
fur Arbeitslose
15 274
14 759
+3,49 %
Dass die Versicherten die Dienstleistungen der Suva schätzen, zeigt eine Befragung von rund 30 000 Personen im Jahr 2014. Ihre Gesamtzufriedenheit beträgt 87 von 100 Punkten. Sehr gut bewertet haben die Befragten insbesondere die zuverlässige und faire Fallabwicklung, die Versicherungsleistungen, die ganzheitliche Betreuung sowie das Image der Suva. Neu befragt die Suva die Verunfallten seit Ende 2013 kontinuierlich nach Fallabschluss. Dies hat den Vorteil, dass sie Probleme schnell erkennt und beheben kann. Die Befragten haben zudem die Möglichkeit, ihre Anonymität aufzuheben, damit die Suva mit ihnen Kontakt aufnehmen kann.
Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
  • Gabriela Hübscher

    Mediensprecherin

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4000 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 121 000 Unternehmen bzw. 1,95 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.