90 Prozent mehr Jogging-Unfälle

Heute verunfallen fast doppelt so viele Joggerinnen und Jogger wie um die Jahrtausendwende. Neuste Auswertungen der Suva zeigen, wann die Laufsportler verunfallen und wie sich das Unfallrisiko im Vergleich zu früher unterscheidet.

Wer über den Mittag joggen geht, tut dies besonders häufig an einem Dienstag oder Mittwoch. Denn: Am Dienstag- und Mittwochmittag ereignen sich fast doppelt so viele Jogging-Unfälle wie an den Mittagen von Montag, Donnerstag oder Freitag. Dies zeigt eine Auswertung, die die Suva im Rahmen der Serie «Unfälle in Zahlen» erstellt hat.

Der Laufsport boomt. Aus dem Bericht «Sport Schweiz 2014» des Bundesamts für Sport geht hervor, dass beinahe ein Viertel der Schweizer Bevölkerung joggen geht. Die Unfallversicherer registrieren jährlich aktuell rund 9000 Jogging-Unfälle. Kostenpunkt: 30 Millionen Franken pro Jahr. Seit dem Jahr 2000 haben die Jogging-Unfälle um 90 Prozent zugenommen; bei den Frauen sogar auf fast das Dreifache.

Mehr Unfälle zu Wochenbeginn

«Das Risiko heute beim Joggen zu verunfallen, unterscheidet sich aber kaum im Vergleich zu früher», sagt Peter Andermatt, Statistiker bei der Suva. Vielmehr sei der Anstieg der Unfallzahlen darauf zurückzuführen, dass deutlich mehr Personen joggen. Heute ist allgemein bekannt, dass sich regelmässige Bewegung und Sport positiv auf die Gesundheit auswirken. So sind Menschen, die sich ausreichend bewegen, in der Regel belastbarer, leistungsfähiger und haben auch generell ein kleineres Unfallrisiko.

Ein weiterer Blick in die Statistik zeigt, dass während der Woche am meisten Unfälle am Abend zwischen 17 und 20 Uhr sowie über Mittag zwischen 12 und 13 Uhr passieren. Gegen Ende der Woche nehmen die Unfälle generell ab, so dass am Freitagabend noch halb so viele Personen beim Joggen verunfallen wie anfangs Woche. Unterschiede sind auch bei den Geschlechtern erkennbar: Passieren Unfälle am Morgen, sind häufiger Frauen betroffen. «Ein möglicher Grund dafür ist, dass Frauen häufiger Teilzeit arbeiten», sagt Peter Andermatt.

Gute Schuhe gegen verstauchte Knöchel

Ausgleiten und abrutschen ist die häufigste Unfallursache von Laufsportlern. Dabei verstauchen sich die Joggerinnen und Jogger am häufigsten die Fussknöchel. Gemäss Walter Vogt, Facharzt für Chirurgie bei der Suva, könne bereits eine Bänderzerrung während längerer Zeit schmerzhaft sein. Bei einem Bänderriss komme zum Schmerz eine rasch auftretende Schwellung und ein Bluterguss unterhalb des Aussenknöchels hinzu. Bis ein Bänderriss nach frühestens sechs Wochen abgeheilt sei, könnten diese Sportler nicht mehr joggen. «Das beste Rezept gegen solche Verletzungen sind ein gezieltes Kraft- und Gleichgewichtstraining, aufwärmen vor dem Joggen sowie gute Laufschuhe.»

Das müssen Läufer wissen: 7 Lauftipps
  • Laufen Sie nur, wenn Sie gesund sind und keine körperlichen Beschwerden haben.
  • Lassen Sie sich Zeit: Steigern Sie zuerst die Anzahl Laufeinheiten, dann die Dauer und danach die Intensität.
  • Hören Sie auf Ihren Körper: Schalten Sie einen Gang zurück, wenn die Leistung abnimmt.
  • Schonen Sie Ihre Gelenke: Bevorzugen Sie Wald- und Feldwege gegenüber asphaltiertem Untergrund.
  • Machen Sie Pausen: Für routinierte Jogger einen Tag vor der nächsten Laufeinheit, für Laufeinsteiger zwei bis drei Tage.
  • Stolper- und Sturzunfällen vorbeugen: Trainieren Sie gezielt Kraft und Gleichgewicht.
  • Guter Schuh: Lassen Sie sich beim Kauf Ihres Laufschuhs fachkundig beraten und ersetzen Sie Ihre Schuhe regelmässig.
Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Gabriela Hübscher, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 55 32, gabriela.huebscher@suva.ch 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4000 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 121 000 Unternehmen bzw. 1,95 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.