Unfälle: Gefährliche Gegner an Grümpelturnieren

Die Grümpelturniersaison hat begonnen. Um auf dem Rasen Unfälle zu vermeiden, sollte man nicht nur sich selber schützen, sondern auch die Gegenspieler vor Verletzungen verschonen. Eine repräsentative Umfrage der Suva zeigt: Die Hälfte der Verletzungen an Grümpelturnieren verursacht der Gegner und rund ein Viertel der Verletzungen entsteht durch Fouls.

Grümpelturniere sind schweizweit beliebt. Auch diesen Sommer zeigen rund 150 000 Frauen und Männer an der «Meisterschaft der Plauschfussballer» ihr Talent mit dem runden Leder. So viel Freude Fussballspielen auch bereitet, ist es doch die Sportart mit den meisten Unfällen. Um den Unfallursachen auf den Grund zu gehen, hat die Suva eine repräsentative Befragung von rund 800 Suva-Versicherten in Auftrag gegeben. Dabei zeigt sich, dass sich zwar lediglich 6 Prozent dieser Fussballunfälle bei Grümpelturnieren ereignet haben, aber auch, dass viele Unfälle sich vermeiden lassen.

Wenig Alkohol, dafür barfuss

«Im Vereinsfussball wird zeitlich betrachtet länger und öfter Fussball gespielt als an Grümpelturnieren. Deshalb geschehen rund 70 Prozent der jährlich 45 000 Fussballunfälle im Verein», erklärt Philippe Gassmann, Kampagnenleiter bei der Suva. Das Unfallrisiko an Grümpelturnieren sei dennoch nicht zu unterschätzen. «Es passieren noch immer zu viele Unfälle, die sich vermeiden lassen.» Bei knapp einem Viertel der Befragten fiel die Schuhwahl nicht optimal aus, und nicht einmal die Hälfte hat die von der Suva empfohlenen Schienbeinschoner getragen. Einige der Verunfallten gaben sogar an, barfuss gespielt zu haben. Das wiederspiegelt sich in den Verletzungsarten: Über die Hälfte der Verletzungen an Grümpelturnieren betreffen das Knie- oder das Fussgelenk. Erfreulich sind die Antworten zum Alkoholkonsum. 90 Prozent der Befragten gaben an, vor ihrem Unfall keinen Alkohol konsumiert zu haben.

Test verringert Verletzungsrisiko

Auch an den diesjährigen Grümpelturnieren ist die Suva an einigen Standorten mit einem Eventstand vertreten. Dort können die Besucher auf einem Tablet den Fussballtest der Suva ausfüllen. Dafür müssen sie rund 50 Fragen zu Themen wie Training, Fitness, Lebensstil oder Ausrüstung beantworten. Das Ergebnis des Tests zeigt jedem Spieler, wie hoch sein eigenes Verletzungsrisiko ist und in welchen Bereichen er noch Verbesserungspotenzial hat. Anfang Jahr hat der Schweizerische Fussballverband (SFV) den Fussballtest der Suva sogar in die Trainerausbildung und -fortbildung integriert. «Im Vereinsfussball spielen Trainerinnen und Trainer eine äusserst wichtige Rolle bei der Unfallprävention», begründet Yves Débonnaire, Leiter Trainerausbildung beim SFV, diesen Entscheid.

Unfallrisiko ist markant gesunken

Die Suva führt seit 1999 die Aktion «Sicherheit an Grümpelturnieren» durch. Als Gegenleistung für die Umsetzung von präventiven Massnahmen werden die Grümpelturnier-Veranstalter von der Suva vielfältig unterstützt, beispielsweise mit Schienbeinschonern, Plakaten und einem amüsanten Warm-up-Aufruf. Dank der Zusammenarbeit mit dem SFV können an diesen Grümpelturnieren auch offizielle Schiedsrichter zur Verfügung gestellt werden. Deren Erfahrung verhilft zu mehr Fairplay. Seit Beginn der Aktion ist das Unfallrisiko an den unterstützten Turnieren markant gesunken. Waren vor dem Kampagnenstart rund 15 Unfälle auf 1000 Grümpelturnier-Spielende zu verzeichnen, sind es heute nur noch rund 3,5 Unfälle. Sinkende Unfallzahlen bedeuten weniger Kosten, was wiederum den versicherten Betrieben der Suva in Form von tieferen Prämien zugutekommt.

Weitere Informationen: www.suva.ch/fussball .

8 Tipps für Fussballer
Vorbereitung:
  • Trainieren Sie nicht nur die Beine, sondern möglichst den ganzen Körper
  • Vernachlässigen Sie das Training der Rumpfmuskulatur nicht
  • Nehmen Sie sich Zeit für ein seriöses Aufwärmen
Ausrüstung:
  • Tragen Sie beim Fussballspielen immer Schienbeinschoner – auch im Training
  • Den besten Schutz bieten Schienbeinschoner mit Knöchelschutz
  • Joggingschuhe und normale Freizeitschuhe eignen sich nicht zum Fussballspielen
Fairplay:
  • Halten Sie die Fairplay-Regeln ein und vermeiden Sie rücksichtsloses Einsteigen
  • Respektieren Sie Ihre Gegenspieler und gefährden Sie nicht deren Gesundheit
Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Serkan Isik, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 65 14,serkan.isik@suva.ch 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4000 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 121 000 Unternehmen bzw. 1,95 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.