Teuerungszuschlag fällt weg, stabile Nettoprämien

Mit 176,3 Mio. Franken hat die Suva im Geschäftsjahr 2014 ein erfreuliches Ergebnis erzielt. Davon flossen 70,5 Mio. Franken Ausgleichsreserven an die Versicherten zurück. Es bleibt ein Ertragsüberschuss von 105,8 Mio. Franken. Aufgrund der guten finanziellen Lage wird für alle Versicherten zudem ab 2016 der Prämienzuschlag für die Finanzierung der Teuerungszulagen auf laufenden Renten in der Höhe von 7 Prozent wegfallen, während die Nettoprämien für das Gros der Versicherten stabil bleiben.

Für das Geschäftsjahr 2014 konnte Ulrich Fricker, Vorsitzender der Geschäftsleitung, anlässlich der Bilanzmedienkonferenz in Luzern ein erfreuliches Ergebnis präsentieren. Mit einem Ertragsüberschuss von 176,3 Mio. Franken übertraf die Suva das Ergebnis aus dem Vorjahr (61,5 Mio. Franken). Davon baute das Unternehmen erneut Ausgleichsreserven ab. 70,5 Mio. Franken flossen im 2014 an die Kunden zurück. Damit verbleibt für das vergangene Jahr ein Ertragsüberschuss von 105,8 Mio. Franken. Für 2016 kündigte Ulrich Fricker an seiner letzten Bilanzmedienkonferenz stabile Nettoprämien für das Gros der Risikogemeinschaften an. «Lediglich eine Minderheit wird von risikobedingten Anpassungen nach oben und unten betroffen sein», sagte Fricker. Nach sieben Jahren Prämiensenkungen verharren die Prämien nun das zweite Jahr in Folge auf nahezu unverändertem Niveau. Er fügte hinzu, dass sich die Suva auch weiterhin für möglichst tiefe, risikogerechte Prämien einsetze.

Gute Performance und Wegfall des Teuerungszuschlags von 7 Prozent

Mit seinen Anlagen verfolgt der Unfallversicherer den gesetzlichen Auftrag, die Renten langfristig zu sichern. Mit 7,0 Prozent konnte der Finanzchef Ernst Mäder eine gute Anlageperformance präsentieren. Der Deckungsgrad lag per Ende 2014 bei 134 Prozent. Alle Anlageklassen trugen zu diesem positiven Ergebnis bei. «Vom guten Ergebnis profitieren die Versicherten auch anderweitig. Aufgrund der soliden finanziellen Lage fällt ab dem 1.1.2016 der Teuerungszuschlag weg. Aktuell beträgt dieser 7 Prozent der Nettoprämie», sagte Mäder. Mit diesem Prämienzuschlag werden die Teuerungszulagen auf laufenden Renten finanziert, wenn die Ertragsüberschüsse aus den Kapitalanlagen hierzu nicht ausreichen. Trotz der anspruchsvollen Situation an den Finanzmärkten wird die Suva ab kommendem Jahr auf diesen Zuschlag verzichten. Damit wird der Werkplatz Schweiz um über 200 Mio. Franken jährlich entlastet.
Den Wegfall des Euro-Mindestkurses hat die Suva dank strategischer Währungsabsicherungen gut überstanden. Per Ende Mai 2015 lag die Performance bei 3,0 Prozent. Der Deckungsgrad erreichte 137 Prozent. Eine Herausforderung stellen die Negativzinsen dar. Die Ertragsaussichten für festverzinsliche Anlagen sind dadurch auf Jahre hinaus beeinträchtigt.

Stabile Anzahl neuer Rentenfälle

Die Zahl der neuen Rentenfälle ist 2014 leicht gesunken, von 1776 auf 1714. Im Vorjahr musste das Unternehmen noch eine Erhöhung verzeichnen, nachdem die Zahl der neuen Rentenfälle zuvor über Jahre gesunken war. «Statt einer Trendwende hat sich die Zahl der neuen Rentenfälle nun aber auf diesem Niveau eingependelt», betonte Fricker. Eine leichte Abnahme verzeichnen die Berufsunfälle mit 179 987 Fällen. Ebenfalls wenig gesunken ist die Zahl der Freizeitunfälle mit 261 360. Insgesamt hat die Zahl gemeldeter Schadenfälle – inklusive Berufskrankheiten, Versicherung für Arbeitslose und freiwillige Unternehmensversicherung sowie der Militärversicherung – leicht auf 459 921 Fälle abgenommen. Eine geringe Erhöhung war dagegen bei den Heilkosten zu verzeichnen. Sie betrugen im Geschäftsjahr 2014 1,16 Mrd. Franken.

Datenanalyse gegen ungerechtfertigte Auszahlungen

Die Suva bietet ihren Versicherten nach einem Unfall oder bei einer Berufskrankheit die passende Behandlung und sorgt für eine optimale Wiedereingliederung. Ebenso ist sie ihren Prämienzahlern verpflichtet, die Kosten genau zu kontrollieren. So wurden im vergangenen Jahr 2,3 Mio. Rechnungen überprüft. Mittels Datenanalyse verhinderte die Suva ungerechtfertigte Auszahlungen in Höhe von 160 Mio. Franken. «Besagte Analyse entdeckt etwa Medikamente, die in keinem Zusammenhang mit der Behandlung stehen, wie ein Asthmamittel bei einem Beinbruch oder Arzneimittel mit sich widersprechenden Wirkungen», führte Fricker weiter aus. Auch der Kampf gegen Versicherungsmissbrauch wurde intensiviert. Seit 2007 konnten bereits 104 Mio. Franken eingespart werden.

Eigenständigkeit als Erfolgsfaktor

Das Modell Suva hat sich einmal mehr bewährt. Wesentlich trägt ihre Eigenständigkeit dazu bei. Die Stärkung des grössten Schweizer Unfallversicherers mit einer zeitgemässen Organisation und Corporate Governance hob denn auch der Verwaltungsratspräsident der Suva, Markus Dürr, als zentralen Erfolgsfaktor hervor. Zudem wies er auf die Bedeutung der laufenden UVG-Revision hin. Der Nationalrat ist am 4. Juni ohne grosse Diskussionen seiner Kommission gefolgt, die sich in den weitesten Teilen an den Kompromiss der Sozialpartner und der Versicherer gehalten hatte. Markus Dürr betonte, dass dieser nicht durch weitere Änderungswünsche gefährdet werden dürfe. Erfreulich ist, dass am erfolgreichen Modell Suva nicht gerüttelt werden soll.

Felix Weber zum neuen Vorsitzenden der Geschäftsleitung gewählt

Der Bundesrat hat gleichentags auf Vorschlag des Verwaltungsrats der Suva Felix Weber zum neuen Vorsitzenden der Geschäftsleitung gewählt. Felix Weber ist seit 2009 in der Geschäftsleitung der Suva und leitet das Departement Versicherungsleistungen und Rehabilitation. Er tritt per 1. Januar 2016 die Nachfolge von Ulrich Fricker an. Dieser geht nach 16 Jahren an der Unternehmensspitze per Ende 2015 in Pension.

Kennzahlen

2014 2013

Veränderung

 

Prämieneinnahmen in Mrd. CHF 4,207

4,18

0,54%
Betriebsergebnis in Mio. CHF (vor Abbau Ausgleichsreserven) 176,3 61,5 186,56%
Kapitalanlagen in Mrd. CHF (Marktwert) 46,3 44,0 5,2%
Personalbestand (Vollzeitstellen) 3320 3281 1,2%
Versicherte Betriebe 122 617 121 102 1,3%
Versicherte Arbeitnehmer
1 974 000
1 954 000
1,0%
Gemeldete Unfälle und Berufskrankheiten 459 921
462 776
-0,62%
Ausbezahlte Renten total* 90 858 92 400
-1,7%
Neu festgesetzte Invalidenrenten 1714 1776 -3,5%
* Invaliden- und Hinterlassenenrenten

 

 

Unter www.photopress.ch   sind ab 13.30 Uhr ein Newsvideo und ab 14 Uhr Bilder zur Bilanzmedienkonferenz in Luzern abrufbar (beides frei zur Publikation).
Die vollständige Mediendokumentation: www.suva.ch/bmk
Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
  • Takashi Sugimoto

    Mediensprecher

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4100 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 123 000 Unternehmen bzw. 1,97 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.