Zehn Jahre Führung der Militärversicherung durch die Suva: sinkende Kosten trotz steigender Fallzahl

Die Bilanz nach zehn Jahren Führung der Militärversicherung durch die Suva fällt positiv aus. Obwohl die Gesamtzahl der Unfälle und Krankheiten 2014 leicht zugenommen hat, konnten die Versicherungsleistungen im vergangenen Geschäftsjahr erneut reduziert werden.

Die Militärversicherung (MV) versichert Personen, die im Rahmen von Sicherheits- und Friedensdiensten des Bundes Einsätze leisten – darunter hauptsächlich Milizangehörige von Armee, Zivildienst und Zivilschutz. Seit 2005 führt die Suva die MV im Auftrag des Bundes. Die Bilanz nach zehn Jahren fällt positiv aus: «Die MV adaptierte das Care-Management der Suva erfolgreich auf ihren Geschäftsbereich, der neben Unfällen überwiegend Krankheitsfälle abwickelt», sagt Stefan A. Dettwiler, Leiter der Militärversicherung. So konnten unter anderem in den Bereichen Personal, Finanzen, Statistik und Medizin Synergien genutzt werden. Auch aus finanzieller Sicht fällt die Bilanz positiv aus: «Trotz gestiegener Fallzahlen erhöhten sich die Versicherungsleistungen in den letzten zehn Jahren nicht», betont Dettwiler. Bei den Verwaltungskosten sparte die Suva gar über 25 Prozent ein und übertraf damit die Erwartungen des Bundes.

Weniger Soldaten, mehr Zivildienstleistende

Die Gesamtzahl der versicherten Diensttage blieb 2014 mit 9,7 Mio. auf dem Niveau des Vorjahres (9,8 Mio.). 2014 wurden in der Milizarmee mit 5,8 Mio. knapp 0,2 Mio. Diensttage weniger geleistet als 2013. Demgegenüber stieg die Zahl bei den Zivildienstleistenden von rund 1,3 Mio. auf knapp 1,5 Mio. Diensttage. Dieser Trend hält seit der Abschaffung der Gewissensprüfung im Jahr 2009 an. «Wir gehen davon aus, dass diese Zahlen künftig noch weiter zunehmen werden», sagt Stefan A. Dettwiler. Er rechnet aufgrund von Rückmeldungen aus dem Zivildienst damit, dass die Zahl der Diensttage bis in drei Jahren auf 2 Millionen ansteigen wird. Dies dürfte gemäss Dettwiler auch einen Anstieg der Versicherungsfälle zur Folge haben.

Erfreuliches Geschäftsjahr 2014

2014 war für die MV ein erfreuliches Geschäftsjahr: Die Versicherungsleistungen konnten auf 189 Mio. Franken reduziert werden (Vorjahr: 196 Mio.) – und dies, obwohl die Gesamtzahl der Unfälle und Krankheiten mit insgesamt 39 184 Fällen leicht zugenommen hat (Vorjahr: 39 043). Rund 50 Prozent aller Leistungen wurden in Form von Renten ausgerichtet. Dies waren mit 97 Mio. Franken mehr als 5 Mio. Franken weniger als im Vorjahr. Gründe dafür sind die abnehmende Zahl der Rentenbezüger und weniger Neurenten. Die Verwaltungskosten lagen mit knapp 21 Mio. Franken auf Vorjahresniveau.

Die Militärversicherung

Die Suva führt die Militärversicherung im Auftrag des Bundes. Versichert sind Personen, die im Rahmen von Sicherheits- und Friedensdiensten des Bundes Einsätze leisten (namentlich Militär-, Zivilschutz- und Zivildienstleistende; Teilnehmer an friedenserhaltenden Aktionen des Bundes; Angehörige des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe [SKH] sowie die Berufs- und Zeitmilitärs). Gegenstand der Militärversicherung sind Krankheiten und Unfälle. Versichert sind alle Schädigungen der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit des Versicherten, die während der Dienste und Einsätze auftreten oder auf den Dienst zurückzuführen sind. Die Militärversicherung wird durch den Bund, über Prämien- (aktive und pensionierte Berufsmilitärs und Zeitmilitärs) und Regresseinnahmen finanziert. Weitere Informationen zur Militärversicherung finden sich unter www.militärversicherung.ch .

Die Militärversicherungsstatistik

Die Militärversicherung ist ein eigenständiger Zweig des schweizerischen Sozialversicherungssystems. Deshalb sind ihre Ergebnisse von öffentlichem Interesse und werden jährlich publiziert. Die «Statistik der Militärversicherung» liefert umfassendes Zahlenmaterial zum Versicherungsbestand, zu den Schadenfällen und zu den Leistungen der Militärversicherung.

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:

Serkan Isik, Unternehmenskommunikation,
Tel. 041 419 65 14,serkan.isik@suva.ch 

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4100 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 123 000 Unternehmen bzw. 1,97 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.