Kleine Plagegeister: 20 000 Unfälle pro Jahr

Wespen, Bienen und Zecken verursachen pro Jahr rund 20 000 Unfälle. Das zeigen aktuelle Auswertungen der Suva. Damit sind die kleinsten Tiere diejenigen, die Menschen am häufigsten verletzen.

Beim Znüni auf die Wespe statt in den Schokoriegel gebissen oder während dem Waldausflug von einer Zecke gestochen: Die kleinsten Tiere können dem Menschen ganz schön gefährlich werden. 20 000 Unfälle mit Insekten und Spinnentieren registrieren die Unfallversicherungen pro Jahr. Davon sind die Hälfte Zeckenstiche. Wespen verursachen 3000 Unfälle im Jahr, Bienen rund 2300. «Wegen der Witterung schwanken die jährlichen Unfallzahlen relativ stark – besonders bei den Wespen», sagt Stefan Scholz, Wissenschaftlicher Experte bei der Suva. So können diese von einem Jahr zum anderen bis zu viermal mehr oder weniger vorkommen. Bei den Bienen seien solche Schwankungen kaum zu beobachten.

Unfälle sind meist harmlos

Zwar gibt es viele Unfälle mit Insekten und Spinnentieren, sie sind aber meist harmlos. «Mehr als 90 Prozent der von Bienen und Wespen gestochenen Personen haben leichte Vergiftungen oder allergische Reaktionen», so Scholz. Insekten können aber schnell gefährlich werden, wenn man sich durch sie ablenken lässt – und deshalb von der Leiter fällt oder mit dem Auto verunfallt. Zu den schweren Unfällen – mit einem Arbeitsausfall von mehr als 90 Tagen – zählen 40 Unfälle pro Jahr.

Die aktuellen Auswertungen der Suva aus ihrer Serie «Unfälle in Zahlen»  basieren auf den Ergebnissen aller 29 UVG-Versicherer, die Erwerbstätige obligatorisch gegen Berufs- und Freizeitunfälle sowie gegen Berufskrankheiten versichern. Die Auswertungen zeigen auch, wohin die kleinen Tiere stechen oder beissen. Zecken zielen eher auf die unteren Extremitäten (50 %) und den Rumpf (26 %). Wespen und Bienen hingegen stechen vor allem in die oberen Extremitäten (43 %) sowie an den Kopf und ins Gesicht (20 %). Fliegen geraten meist nur als Fremdkörper ins Auge oder in die Ohren. Mückenstiche werden hin und wieder durch Entzündungen ein Fall für den Arzt, besonders wenn die Stiche aufgekratzt werden.

Vorsicht während der Znünipause

Wann haben die kleinen Plagegeister Saison? Zecken erreichen ihren Höchststand im Monat Juni. Die Bienen sind Anfang August und die Wespen Mitte August am aktivsten. Im Tagesverlauf schlagen Wespen und Bienen zum ersten Mal während der Znünipause zu. Am meisten Unfälle verursachen sie aber am frühen Nachmittag. Mückenstiche hingegen nehmen im Verlauf des Nachmittags zu und erreichen ihr Maximum in den Abendstunden.

Erste Hilfe bei einem Stich

Ein Stich dieser Tiere schmerzt, juckt oder brennt zwar gehörig, ist meist aber nicht weiter schlimm. Ein kühler, feuchter Umschlag wirkt oft Wunder. Gefährlich wird es erst, wenn jemand allergisch auf Insektenstiche reagiert. «Wenn neben einer Schwellung an der Stichstelle weitere Symptome dazukommen wie z. B. ein Hautausschlag oder leichtere Beschwerden der Atemwege wie etwa Niesreiz, sollen die Betroffenen zügig einen Arzt aufsuchen. Sind schon Anzeichen von Atemnot vorhanden oder kommt es zu einer Blutdruck- und Pulsänderung, handelt es sich um einen Notfall», sagt Felix Ineichen, Arbeitsmediziner bei der Suva. Gefahr bestehe nach einem Insektenstich auch, wenn das Insekt an oder in den Mund gestochen habe. Die Schwellung könne so stark werden, dass Erstickungsgefahr drohe.

Insektenstiche vermeiden – sieben Tipps:
  • Bewegen Sie sich in der Nähe von Wespen, Bienen und Hornissen nicht hastig.
  • Gehen Sie nicht barfuss. Sie sehen die Insekten im Gras meist erst, wenn es zu spät ist.
  • Nahrungsmittel locken vor allem Wespen an. Vorsicht beim Essen im Freien.
  • Nicht direkt aus der Flasche oder aus Dosen trinken. Wespen lieben Süssgetränke und Bier.
  • Meiden Sie Orte mit Bienenhäusern, Waldlichtungen oder das Wandern durch Biotope.
  • Verzichten Sie auf Parfüm, Haarspray und stark parfümierte Sonnen- und Hautcremes.
  • Imprägnieren Sie Ihre Kleidungsstücke mit Insektenschutzmitteln.
Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
  • Barbara Senn

    Mediensprecherin

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 127 000 Unternehmen bzw. 1,98 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.