Die Suva geht in die Schule

Lernende haben ein höheres Berufsunfallrisiko als die übrigen Arbeitnehmenden. Um Jugendliche möglichst früh für Risiken und deren Folgen zu sensibilisieren, hat die Suva in Zusammenarbeit mit Lehrpersonen Schulungsunterlagen für Berufsfachschulen lanciert. Zentrales Präventionsinstrument ist die Gratiszeitung «top TODAY» im Tabloid-Format.

Rund 19 000 Lernende verunfallen Jahr für Jahr in Suva-versicherten Betrieben. Durchschnittlich drei Berufsunfälle enden tödlich. So wird statistisch gesehen auch dieses Jahr jeder achte Lernende bei der Arbeit einen Unfall erleiden. Die Suva akzeptiert diesen Umstand nicht und will mit der Kampagne «Sichere Lehrzeit» die Unfallzahlen der Lernenden senken und ihre Risikokompetenz stärken.

Um Lernende dabei zu unterstützen, mit Risiken kompetent umzugehen, haben Peter Wyss und Rolf Bachmann, zwei erfahrene Berufsfachschullehrer vom Berufsbildungszentrum Bau & Gewerbe Luzern, in Zusammenarbeit mit der Suva neue Schulungsunterlagen geschaffen. Diese sind schweizweit für den Einsatz in Berufsfachschulen vorgesehen. Verschiedene Fachleute aus den Bereichen Arbeits- und Freizeitsicherheit, Arbeitsmedizin, aber auch Verhaltenspsychologie und Marketing haben mitgearbeitet. Entstanden sind Unterrichtseinheiten, die die «Table Ronde Berufsbildender Schulen»   als Vorständekonferenz der Berufsfachschulen offiziell für den Einsatz empfiehlt.

Neue Gratiszeitung in der Schweiz

Die Schulungsunterlagen bestehen aus der Gratiszeitung «top TODAY» sowie aus einem Lehrbuch mit dem Titel «Risiken und Risikokompetenz». «top TODAY» zeigt im Tabloid-Format eine Vielzahl von Risiken aus dem Alltag junger Menschen auf. «Die Artikel schaffen in der Klasse einen einfachen Einstieg in unterschiedlichste Themen, die alle Lernenden etwas angehen. Der Umgang mit dem eigenen Risiko im Leben ist klar ein Thema bei den jungen Berufsleuten», sagt Peter Wyss, Berufsfachschullehrer im Berufsbildungszentrum Bau & Gewerbe Luzern. Mit konkreten Beispielen aus Arbeits- und Freizeitsicherheit, Gesundheitsmanagement sowie Wirtschaft und Versicherung macht «top TODAY» die Facetten von Risiken deutlich.

Mit dem Lehrbuch «Risiken und Risikokompetenz» werden die Lernenden im Fach Allgemeinbildender Unterricht Schritt für Schritt an verschiedene Gefahren herangeführt. In fünf Modulen – Risiken des Lebens, Gesundheit und Risikomanagement, Unfallstatistik und eigene Verantwortung, Versicherungen sowie Haftpflicht – erhalten die Berufsfachschülerinnen und -schüler das nötige Rüstzeug für einen gesunden Umgang mit Risiken und eine unfallfreie Lehrzeit.

Die Zeitung «top TODAY» stellt die Suva in gedruckter Form kostenlos zur Verfügung. Alle weiteren Unterlagen sind ebenfalls gratis und können als PDF auf www.suva.ch/lehrzeit  heruntergeladen werden.

Vom Betrieb in die Berufsfachschulen

Seit dem Start der Kampagne «Sichere Lehrzeit» vor drei Jahren unterstützt die Suva die Lehrbetriebe mit Arbeitsheften, die spezifische Informations- und Einsatzmittel enthalten. Darin findet sich alles, womit Betriebe ihre Lernenden am Arbeitsplatz für eine sichere Lehrzeit schulen und sensibilisieren können.

Neu weitet die Suva die Kampagne «Sichere Lehrzeit» auf die Berufsfachschulen aus. «Dank unserer Initiative sollen die Berufs- sowie Freizeitunfälle weiter sinken, da nun auch die Schulen die Lernenden durch einen zusätzlichen Kanal sensibilisieren werden», sagt Erwin von Moos, Kampagnenleiter bei der Suva. Die Verantwortung für Arbeitssicherheit bleibt im Lehrbetrieb. «Der Gang in die Berufsfachschulen unterstützt die Vorgesetzten, die Berufsbildner sowie die Sicherheitsbeauftragten jedoch zusätzlich, dass sie ihre Lernenden unfallfrei durch die Lehrzeit bringen», so Edouard Currat, Mitglied der Geschäftsleitung der Suva. «Denn die Lehrzeit darf nicht zur Leidenszeit werden.»

250 Leben retten

Die Kampagne «Sichere Lehrzeit» ist eingebettet in die «Vision 250 Leben». Mit der Umsetzung dieses Präventionsprogramms will die Suva zwischen 2010 und 2020 die jährliche Anzahl tödlicher Berufsunfälle halbieren und somit 250 Leben bewahren und ebenso viele schwere Invaliditätsfälle verhindern.

Den News-Video sowie Fotos zur Medienkonferenz finden Sie ab 14.00 Uhr unter www.photopress.ch  .

Auskünfte an Medienschaffende erteilt:
  • Serkan Isik

    Mediensprecher

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 127 000 Unternehmen bzw. 1,98 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Verwaltungsrat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.