Zu gewagt – Tricks in der Luft

Seit Kurzem ist klar: Akrobatische Sprünge mit dem Fahrrad gelten in allen Sportarten als absolutes Wagnis. Wer sich dabei verletzt, erhält von der Suva zwar die gesamten Heilkosten aber nur maximal die Hälfte der Geldleistungen.

Unabhängig von der Sportart stuft die Suva akrobatische Sprünge mit Bikes als absolutes Wagnis ein. Wer in der Luft Salti macht, sich um die eigene Achse dreht, die Hände vom Lenker oder die Füsse von den Pedalen nimmt, ist nicht voll versichert. Verunfallen Sportlerinnen und Sportler bei solchen und ähnlich riskanten Tricks, kürzt die Suva die Geldleistungen um mindestens 50 Prozent – insbesondere Taggelder und Rentenleistungen. Damit richtet sie sich nach einer Empfehlung der Ad-hoc-Kommission Schaden UVG, in der sie und weitere Unfallversicherer Mitglieder sind. Der Gesetzgeber hat Kürzungen bei Wagnis vorgesehen, damit die Prämienzahler nicht voll für sehr hohe Risiken oder bei unbegreiflich fehlerhaftem Verhalten der verunfallten Person zahlen müssen.

Risikoreiche Sprünge

Anlass für die Empfehlung der Ad-hoc-Kommission ist ein Bundesgerichtsurteil vom Januar 2015 zum Dirtbiken. Das Gericht definiert diese Sportart als Variante des Radsports, die auf einem Gelände mit künstlichen Hügeln wie Lehm sowie anderen Hindernissen stattfindet. Mit dem Bike werden sogenannte Jumps ausgeführt, um in der Luft möglichst spektakuläre Tricks ausführen zu können. Da sich bei dieser Sportart das Risiko nicht auf ein vernünftiges Mass reduzieren lasse, gelte sie als absolutes Wagnis.

Mit Respekt und guter Ausrüstung

Zu den absoluten Wagnissen zählen auch Abfahrtsrennen mit Mountainbikes (Downhill) inklusive das Training auf der Rennstrecke. Normales Mountainbiken oder Sprünge ohne risikoreiche Tricks sind grundsätzlich voll versichert. Diese gelten als relatives Wagnis – wenn nötig prüft die Unfallversicherung im Einzelfall, ob die üblichen Regeln und Vorsichtsgebote in schwerwiegender Weise missachtet wurden. Für eine Leistungskürzung geben meistens mehrere Faktoren den Ausschlag wie ein schlecht ausgerüsteter und völlig unerfahrener Sportler auf einem schwierigen Trail.

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Absolutes Wagnis: akrobatische Sprünge mit Bikes.

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 127 000 Unternehmen bzw. 1,98 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.