«Modell Suva» auch 2016 Basis für stabile Prämien

Im Geschäftsjahr 2016 hat die Suva erneut Ausgleichsreserven abgebaut. Nach Rückgabe von 44,9 Millionen Franken an die Versicherten resultierte ein Nettoertragsüberschuss von 32,2 Millionen Franken. Für das kommende Jahr rechnet die Suva mit einer stabilen Entwicklung und einem insgesamt unveränderten Prämienniveau.

Das «Modell Suva» erweist sich weiterhin als solide Basis für den Geschäftserfolg des grössten Schweizer Unfallversicherers. «Die sozialpartnerschaftliche Führung und die Tatsache, dass die Suva finanziell selbsttragend agiert und Gewinne an die Versicherten zurückgibt, ermöglichen es uns, im Interesse des Werkplatzes Schweiz zu wirtschaften», betonte Felix Weber. Der Vorsitzende der Geschäftsleitung präsentierte an der Bilanzmedienkonferenz in Luzern ein positives Ergebnis: Im Geschäftsjahr 2016 erzielte die Suva einen Ertragsüberschuss von 32,2 Millionen Franken nach einem Minus von 20,7 Millionen Franken im Vorjahr. Dieses Ergebnis resultierte nach dem erneuten Abbau von Ausgleichsreserven: 44,9 Millionen Franken flossen an die Versicherten zurück. Das Ergebnis vor dem Abbau der Ausgleichsreserven betrug 77,1 Millionen Franken, verglichen mit 27,0 Millionen Franken im Jahr 2015.
Für die kommenden Jahre rechnet Weber mit einem weiterhin stabilen Prämienniveau. Zudem gab er an der Bilanzmedienkonferenz bekannt, dass die Suva ihren Fokus verstärkt auf die Prävention richtet. Der ganzheitliche Ansatz soll Berufsunfälle und -krankheiten ebenso wie Nichtberufsunfälle verhindern. Damit will der Unfallversicherer auch zukünftig zu einer positiven Entwicklung der Prämien beitragen und so den Werkplatz Schweiz mit möglichst tiefen Lohnnebenkosten entlasten. Weber: «Gerade für die bei der Suva versicherten Branchen bleibt das wirtschaftliche Umfeld herausfordernd».

Aussichten bleiben anspruchsvoll

Trotz Negativzinsen und Unsicherheit an den Märkten erzielte die Suva 2016 eine Anlageperformance von 4,1 Prozent. Damit liegt sie über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre von 3,3 Prozent. Insbesondere das Immobiliengeschäft, Obligationen, Aktien, Private-Market-Anlagen, Gold und Rohstoffe haben zu diesem positiven Ergebnis beigetragen. Dank der überdurchschnittlichen Performance stieg das Anlagevermögen von 46,4 auf 48,0 Milliarden Franken. Dieses ist zweckgebunden. Es deckt die gesetzlichen Verpflichtungen der Suva gegenüber ihren Versicherten, insbesondere die 88 038 Renten. Der Deckungsgrad, das heisst das Verhältnis des Vermögens zu den Verpflichtungen, stieg von 133,6 Prozent Ende 2015 auf 135,9 Prozent Ende 2016. Auch das laufende Jahr begann trotz angespanntem Umfeld positiv. Die Performance bis Ende Mai erreichte 3,5 Prozent. Der finanzielle Deckungsgrad liegt bei geschätzten 139,5 Prozent.
Die Aussichten bleiben jedoch anspruchsvoll: «National wie international bestehen weiterhin grosse wirtschaftliche, finanzielle und politische Unwägbarkeiten», betonte Finanzchef Ernst Mäder. Er erwartet weiterhin ein schwieriges Umfeld: Damit liegen auch die Erwartung für zukünftige Anlageerträge weiterhin deutlich unter den historisch beobachteten Werten.

Anzahl neuer Rentenfälle bleibt stabil

Die Anzahl neuer Invalidenrenten bewegt sich auf dem Niveau der Vorjahre. Nach zwei Jahren mit sinkenden Zahlen verzeichnete die Suva 2016 einen Anstieg auf 1670 neue Invalidenrenten (Vorjahr 1605). Weiterhin leicht angestiegen sind die Heilkosten auf 1 208 Millionen Franken. Der moderate Anstieg dürfte sich auch in diesem Jahr fortsetzen. Einen Rückgang verzeichnete die Suva bei den Unfällen und Berufskrankheiten: Insgesamt sank die Zahl von 463 034 auf 461 010 Fälle. Wesentlich zu dieser Abnahme beigetragen hat die Entwicklung bei den Berufs- und Nichtberufsunfällen. Die Zahl der Berufsunfälle reduzierte sich von 178 478 auf 175 589. Ebenso nahm die Zahl der Nichtberufsunfälle ab von 265 209 auf 263 987. Erfreulich entwickelte sich entsprechend das Fallrisiko (Anzahl Unfälle pro 1000 Versicherte). Dieses sank in der Berufsunfallversicherung von 87,3 auf 85,1. Auch in der Nichtberufsunfallversicherung lag das Fallrisiko mit 128,4 unter jenem von 130,5 aus dem Vorjahr.

Rücktritt von Markus Dürr

An seiner letzten Bilanzmedienkonferenz betonte Markus Dürr die Einzigartigkeit der Suva: «Das gekonnte Zusammenspiel von Prävention, Versicherung und Rehabilitation ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor». Ausserdem zeigte sich der Präsident des Suva-Rates erfreut, dass das revidierte Unfallversicherungsgesetz UVG seit dem 1. Januar 2017 in Kraft ist. Zehn Jahre hatte es gedauert, die Revision zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Positiv wertete Dürr vor allem, dass die Gesetzesrevision die Aufgabe und die Rolle der Suva bestätigt. Die Revision war ein grosses Ziel in seiner Amtszeit. Wie es das revidierte Gesetz vorsieht, tritt er Ende dieses Jahres ordnungsgemäss mit 70 Jahren zurück. Nachdem ihn der Bundesrat im Jahr 2009 in den Verwaltungsrat der Suva (heute Suva-Rat) gewählt hatte, übernahm Dürr per 1. Januar 2014 das Verwaltungsratspräsidium (heute Präsidium des Suva-Rates). Seine Nachfolge wird der Suva-Rat im Rahmen seiner Sitzung vom 17. November 2017 regeln.

Unter www.photopress.ch    sind ab 14 Uhr ein Newsvideo (in Deutsch) und Bilder zur Bilanzmedienkonferenz in Luzern abrufbar (beides frei zur Publikation).

Weitere Informationen zur Bilanzmedienkonferenz:
Geschäftsbericht 2016 
Präsentation Felix Weber  
Präsentation Ernst Mäder 
Kennzahlen 
Factsheet «Ausgleichsreserven»  

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,1 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 128 000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.