Gabriele Gendotti zum Suva-Ratspräsidenten gewählt

An seiner Sitzung vom 17. November 2017 hat der Suva-Rat den Tessiner Gabriele Gendotti zum neuen Ratspräsidenten gewählt. Er tritt sein Amt am 1. Januar 2018 an. Gendotti folgt auf Markus Dürr, der nach vier Jahren zurücktritt.

Gabriele Gendotti wurde per 1. Januar 2014 als Vertreter des Bundes in den Verwaltungsrat der Suva gewählt, wie der Suva-Rat vor der Revision des Unfallversicherungsgesetzes (UVG) hiess. Das vom Bundesrat gewählte Aufsichtsorgan setzt sich paritätisch zusammen: Arbeitgeber und Arbeitnehmer stellen je 16 Vertreterinnen und Vertreter, der Bund deren 8. Die sozialpartnerschaftliche Zusammensetzung des Suva-Rates ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Unfallversicherers. Der Rat konstituiert sich selbst. Er wählt seinen Präsidenten und die zwei Vizepräsidenten sowie seine Ausschüsse.
Der Suva-Rat wählte Gabriele Gendotti an seiner Sitzung vom 17. November 2017 zum Ratspräsidenten. Er tritt sein Amt auf Anfang 2018 an. Gendotti folgt auf Markus Dürr, der nach vierjähriger Amtszeit zurücktritt. Markus Dürr wurde im laufenden Jahr 70 Jahre alt. Gemäss revidiertem Unfallversicherungsgesetz (UVG) scheiden die Mitglieder des Suva-Rates spätestens am Ende des Kalenderjahres, in welchem sie das 70. Altersjahr vollendet haben, aus dem Rat aus. In Dürrs Amtszeit fiel unter anderem die Revision des UVGs, die der frühere Gesundheitsdirektor des Kantons Luzern zu einem für die Suva zufriedenstellenden Abschluss brachte.

Aus dem Nationalrat in den Regierungsrat

Der Rechtsanwalt und Notar Gabriele Gendotti leitete bis zu seiner Wahl in die Regierung drei Anwaltskanzleien in Faido, Biasca und Bellinzona. Seine politische Karriere startete er 1983: Für die FDP wurde er in den Gemeinderat (consiglio comunale) von Faido gewählt, dem er bis 2000 angehörte. Von 1987 bis 1999 war er zudem Mitglied des Tessiner Grossrats. Er leitete während acht Jahren die Fraktion. 1999 wählten ihn die Tessiner in den Nationalrat, dem er ein Jahr angehörte bevor er im Jahr 2000 für elf Jahre die Direktion des Departements für Bildung, Kultur und Sport in der Tessiner Kantonsregierung übernahm. Von 2000 bis 2011 war er dauerndes Mitglied der schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK), davon während acht Jahren als Vizepräsident und er war Mitglied der schweizerischen Universitätskonferenz (SUK). Zudem präsidierte er verschiedene nationale Kommissionen, unter anderem die Kommission Interkantonale Fachhochschulvereinbarung (KFHV) und die Kommission Interkantonale Universitätsvereinbarung (KIUV). Seit 2012 ist er Präsident des Stiftungsrats des Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF), dem er seit 2003 angehört. Ausserdem ist er seit 2012 Mitglied des Vorstands der CORSI, der Regionalgesellschaft der italienischen Schweiz der SRG SSR. Er präsidiert ebenfalls die Stiftung des Forschungsinstituts in Biomedizin (IRB) in Bellinzona. Seit 2015 sitzt er im Gemeinderat (Municipio) von Faido.
Geboren ist Gendotti am 10. Oktober 1954 in Faido. Die obligatorische Schule besuchte er in Faido und Biasca. In Bellinzona absolvierte er das Wirtschaftsgymnasium und in Zürich studierte er Jura. Er ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder.

Gabriele Gendotti

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,1 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 128 000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.