Schönes Wetter liess Unfallzahlen 2017 ansteigen

2017 verunfallten deutlich mehr Versicherte der Suva beim Wandern, Spazieren oder auf dem Motorrad und Velo. Grund dafür war das aussergewöhnlich warme Wetter. Insgesamt ereigneten sich 465 000 Unfälle und Berufskrankheiten während Beruf und Freizeit.

2017 meldeten die Versicherten der Suva über 465 000 Unfälle. Das ist 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei blieb die Zahl der Berufsunfälle im Vergleich zum Vorjahr stabil, obwohl die Anzahl der Beschäftigten in der Schweiz gemäss Bundesamt für Statistik um knapp 1 Prozent zugenommen hat. Die Zahl der Nichtberufsunfälle ist hingegen um 1,9 Prozent gestiegen. Diese war im Vorjahr noch leicht rückläufig.

Bei der Suva registrierte Unfälle


2017

2016

Differenz

Total Unfälle und Berufskrankheiten

465 701

461 010

+ 1,0 %

- davon Berufsunfälle und Berufskrankheiten

177 973

178 282

- 0,2 %

- davon Nichtberufsunfälle

268 934

263 987

+ 1,9 %

- davon Unfälle und Berufskrankheiten in der freiwilligen Unternehmerversicherung

1139

1094

+ 4,1 %

- davon Unfälle und Berufskrankheiten in der Unfallversicherung für Arbeitslose

17 655

17 647

0,0 %

Hitzewelle sorgte für mehr Unfälle

Deutlich mehr Nichtberufsunfälle als im Vorjahr verzeichnete die Suva bei ihren Versicherten vor allem in den Monaten Januar und Juni 2017. Gemäss MeteoSchweiz brachte das Jahr 2017 der Schweiz den drittwärmsten Frühling und den drittwärmsten Sommer seit Messbeginn 1864. Insbesondere im Juni gab es eine Hitzewelle, wie sie für diesen Monat atypisch ist. Ein weiterer Wärmeschub verzeichnete der Oktober. «Demenentsprechend waren die Menschen länger im Freien aktiv, was zu mehr Unfällen geführt hat», sagt Peter Andermatt, Statistiker der Suva.

Bei den Freizeitaktivitäten haben vor allem die Unfälle beim Wandern und Spazieren (+ 16,5 Prozent) sowie mit dem Motorrad (+ 4,8 Prozent) und Fahrrad (+ 3,6 Prozent) zu Buche geschlagen. In den aussergewöhnlich warmen Monaten Juni und Oktober meldeten die Versicherten denn auch bei allen drei Freizeitaktivitäten deutlich mehr Unfälle als im Vorjahr. Die Wander- und Spazierunfälle stiegen in den Monaten Januar und Juni gegenüber dem Vorjahr gar um die Hälfte an. Insgesamt registrierte die Suva über 21 500 Unfälle beim Wandern und Spazieren.

Junge verunfallen weniger in der Freizeit

Die stärkste Zunahme aller Freizeitunfälle verzeichneten mit 8 Prozent die 55- bis 64-Jährigen. «Offenbar zieht es die Menschen dieser Altersgruppe bei schönem Wetter häufiger nach draussen als jüngere Menschen», sagt Statistiker Andermatt. Denn die starke Zunahme an Unfällen in dieser Altersgruppe könne nicht nur damit erklärt werden, dass es in dieser Altersklasse wegen den geburtenstarken Jahrgängen zunehmend mehr Versicherte gebe. Die 35- bis 44-Jährigen notieren eine Zunahme von 3,6 Prozent bei den Freizeitunfällen. Bei den bis 24-Jährigen haben die Freizeitunfälle gar um 2,7 Prozent abgenommen.

Die Suva versichert rund zwei Drittel aller Arbeitnehmenden in der Schweiz gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten.

wandern, Paar, Berge, Landschaft, Bewegung, Erhohlung, Medienmitteilung

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,1 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 128 000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.