Präventionsarbeit an Grümpelturnieren zahlt sich aus

Saisonstart für Grümpelturniere – das runde Leder rollt wieder: Schweizweit finden jährlich rund 400 Grümpel- und Plauschturniere statt und locken Fussballerinnen und Fussballer auf den Rasen. Die Lust am runden Leder kann jedoch schnell zum Verletzungsfrust werden; pro Jahr registriert die Suva rund 45 000 Fussballunfälle – viele davon an Grümpelturnieren. Damit für Grümpelturnier-Teilnehmende der Spass nicht mit einer Verletzung endet, engagiert sich die Suva an rund 200 Turnieren. Turniere, die von der Suva unterstützt werden, profitieren materiell, finanziell und personell. So ist das Unfallrisiko an den unterstützten Turnieren markant gesunken.

In diesen Tagen kicken rund 150 000 Fussballspielerinnen und -spieler das runde Leder an den beliebten Grümpelturnieren über den Rasen. Egal ob Plausch-Kicker oder Aktive – an einem Grümpelturnier stehen Spass und spielerisches Können im Vordergrund. Doch diese beliebten Fussball-Events bergen ein erhöhtes Unfallrisiko. Die Suva setzt sich deshalb mit der Aktion «Sicherheit an Grümpel- und Firmenturnieren» ein und sucht die Zusammenarbeit mit den einzelnen Veranstaltern. «Die Veranstalter von Grümpelturnieren können sich auf Website der Suva für die Aktion anmelden», sagt Philippe Gassmann, Kampagnenleiter Fussball bei der Suva. «Die Suva unterstützt die Veranstalter von Grümpelturnieren materiell, finanziell und personell. Im Gegenzug verlangen wir, dass die Veranstalter das Turnier nach den Sicherheitsanforderungen der Suva durchführen – zum Beispiel das Schienbeinschoner-Obligatorium durchsetzen».

Deutlich weniger Verletzungen auf Spielfeld

Die Zusammenarbeit ist von Erfolg gekrönt: Seit Beginn der Aktion im Jahre 1999 ist das Unfallrisiko an den unterstützten Turnieren markant gesunken. Vor dem Kampagnenstart wurden 15 Unfälle auf 1000 Grümpelturnierteilnehmer registriert. Heute sind es nur noch rund 3,5 Unfälle. Besonders erfreulich ist die Erkenntnis, dass sich das Engagement der Suva auch an besonders grossen Grümpelturnieren auszahlt. Wie zum Beispiel am Turnier des FC Feusisberg-Schindellegi – ein Turnier mit tiefem Unfallrisiko. Konkret: Im Jahr 2017 organisierte der FC Feusisberg-Schindellegi ein Turnier mit mehr als 100 Teams und hatte im Vergleich zu anderen Grümpelturnieren ein unterdurchschnittliches Unfallrisiko pro 1000 Teilnehmende. Der OK-Präsident des FC Feusisberg-Schindellegi Daniel Bürgler schreibt die tiefen Unfallzahlen der langjährigen Zusammenarbeit mit der Suva zu: «Nebst den offiziellen Schiedsrichtern stellt uns die Suva Schienbeinschoner zur Verfügung. Im letzten Jahr sorgte zudem die am Suva-Stand vorhandene «Promille-Brille» für interessante Erfahrungen. So konnten die Teams die negativen Auswirkung von Alkohol beim Torwandschiessen spielerisch erleben». Bürgler betont, dass sich das Präventions-Engagement der Suva auf dem Rasen positiv auswirke: «In all den Jahren hatten wir das Glück, dass wir immer auf die Unterstützung der gleichen offiziellen Schiedsrichter zählen durften. Sie kennen unsere Turnierformate, das OK sowie mittlerweile auch viele teilnehmende Teams. Dies hilft, während den Spielen eine sportliche aber auch humorvolle und ruhige Atmosphäre zu schaffen».

Erfolgsfaktoren für unfallfreies Turnier

Die Organisatoren erhalten von der Suva für das Turnier Plakate zur Sensibilisierung für ein sicheres und faires Spiel. Dank der Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Fussballverband (SFV) werden die Grümpelturniere zudem von offiziellen Schiedsrichtern geleitet, deren Erfahrung zu mehr Fairplay verhilft. Es gilt: Nur wer fair spielt, siegt verdient. Mit Fairplay sinkt das Risiko, wegen einer Verletzung länger auszufallen. Zudem empfiehlt Philippe Gassmann, auf die Herausgabe von alkoholischen Getränken während dem Spielbetrieb zu verzichten, die Teilnehmenden bereits vor dem Turnier für die Unfallprävention und eine gute Vorbereitung zu sensibilisieren und auf grosse Gewinnerpreise zu verzichten – der Spass sollte immer im Vordergrund stehen.

Weniger Unfälle, weniger Kosten

Sinkende Unfallzahlen bedeuten weniger Kosten, was wiederum den versicherten Betrieben der Suva in Form von tieferen Prämien zugutekommt. Weniger Unfälle tragen letztlich auch zu einem besseren Image von Grümpelturnieren bei. Für Organisatoren wie Daniel Bürgler eine erfreuliche Entwicklung: «Der Spassfaktor steht immer im Vordergrund. Dies zeichnet unser Grümpi auch aus und die über 100 Mannschaften schätzen die faire und friedliche Stimmung, welche aus meiner Sicht einen wesentlichen Beitrag für ein unfallarmes Turnier leistet».


24_gruempelturniere_firmenturniere.tif, Grümpelturnier Oberbüren, 2014. An einem Grümpeltrunier grätscht ein Fussballspieler seinen Gegner.

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,1 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 128 000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.