Militärversicherung mit gutem Geschäftsjahr

Die Militärversicherung (MV) zieht für das Jahr 2017 eine positive Bilanz. Sowohl die Gesamtzahl der Unfälle und Krankheiten, als auch die Versicherungsleistungen haben sich reduziert.

Die MV veröffentlicht ihre Statistik für das Jahr 2017. Die Gesamtzahl der versicherten Diensttage blieb 2017 mit insgesamt 10 Mio. auf dem Niveau des Vorjahres. Milizangehörige (von Armee, Zivilschutz und Zivildienst) waren während rund 8 Mio. Tagen im Einsatz und während dieser Zeit gegen gesundheitliche Schadenfälle gemäss Bundesgesetz über die Militärversicherung MVG versichert. Im Jahr 2017 registrierte die MV total 40 769 neue Fälle. Mit 32 974 waren rund 80 Prozent davon Unfälle und Krankheiten von Milizangehörigen.

Mehr Krankheiten als Unfälle bei den Soldaten

Bei den registrierten Versicherungsfällen der Milizangehörigen der Armee (Soldaten) handelt es sich um 15 496 Krankheitsfälle und 6250 Unfälle. Bei den Soldaten traten am häufigsten Erkrankungen am Muskel-Skelett-System auf. Diese betrafen vorwiegend Rücken-, Schulter- oder Kniebeschwerden. Deren Anteil an allen Krankheitsdiagnosen beträgt rund 46 Prozent.

Bezüglich der Unfälle zeigt ein Blick in die Statistik, dass Frakturen im Gesichtsbereich (hauptsächlich Zahnfrakturen) bei den Soldaten am häufigsten vorkamen. Weiter fallen Verstauchungen, Zerrungen, Bänder- oder Sehnenrisse im Bereich des Knies sowie von Unterschenkel und Knöchel stark ins Gewicht. Bei etwas über 20 Prozent aller Unfälle von Milizangehörigen der Armee handelt es sich um Sportunfälle. Von diesen ereignen sich die meisten während der Ausübung einer Mannschaftssportart wie Fussball. Eine weitere zahlenmässig bedeutende Ursachengruppe bilden die Stolper- und Sturzunfälle.

Die Statistik der Militärversicherung im Detail: www.suva.ch/4514.d/18  

Erfreuliches Geschäftsjahr 2017

Insgesamt richtete die Militärversicherung 183,7 Mio. Franken Versicherungsleistungen aus, was gegen-über dem Vorjahr mit 190,9 Mio. Franken ein Rückgang von knapp 4 Prozent bedeutet. Neben den Rentenkosten erfolgte auch ein Rückgang bei den Taggeld- und Behandlungskosten. Die Verwaltungskosten lagen mit 21,7 Mio. Franken nahe dem Vorjahreswert von 21,5 Mio. Franken. Auch dank einem guten Schadenmanagement reduzierte die Militärversicherung die Totalausgaben von 212.4 Mio. Franken auf 205.4 Mio. Franken.

Neues Prämiensystem per 1.1.2018

Das Berufsmilitär und die pensionierten Berufsmilitär bezahlen der MV Prämien für Leistungen bei Krank-heit und Unfall. Der Bundesrat hat das neue Prämiensystem per 1.1.2018 in Kraft gesetzt. Damit wird eine Gesetzesanpassung im Rahmen des Entlastungsprogrammes des Bundes umgesetzt, womit jährlich über 2 Mio. Franken mehr Prämien der MV überwiesen werden. Nähere Details zum neuen Prämiensystem werden in einem Spezialkapitel im Statistikband 2018 erläutert.

Die Militärversicherung

Die Suva führt die Militärversicherung (MV) im Auftrag des Bundes. Versichert sind Personen, die im Rah-men von Sicherheits- und Friedensdiensten Einsätze leisten. Dies sind Militär-, Zivilschutz- und Zivildienstleistende, Teilnehmer an friedenserhaltenden Aktionen des Bundes, Angehörige des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe [SKH] sowie die Berufs- und Zeitmilitärs. Gegenstand der MV sind Krankheiten und Unfälle. Versichert sind alle körperlichen, geistigen und psychischen Schädigungen, die während der Dienste und Einsätze auftreten oder auf den Dienst zurückzuführen sind. Die MV wird durch den Bund, über Prämien (aktive und pensionierte Berufsmilitärs und Zeitmilitärs) sowie Regresseinnahmen finanziert. Weitere Informationen zur MV finden sich unter www.militaerversicherung.ch  

Die Militärversicherungsstatistik

Die Militärversicherung (MV) ist ein eigenständiger Zweig des schweizerischen Sozialversicherungssystems. Deshalb sind ihre Ergebnisse von öffentlichem Interesse und werden jährlich publiziert. Die «Statistik der Militärversicherung» liefert umfassende Zahlen zum Versicherungsbestand, zu den Schadenfällen und zu den Leistungen der MV. Die Ausgabe 2018 der MV-Statistik ist auf Deutsch und Französisch erhältlich. Sie kann gratis bestellt oder heruntergeladen werden unter www.suva.ch/4514.d/18  

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,1 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 128 000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.