Verkehrsunfälle kosten 710 Millionen Franken

Die in der Schweiz berufstätigen Personen meldeten 2017 über 830 000 Unfälle. Davon passierten zwei Drittel in der Freizeit, mehr als 50 000 im Strassenverkehr. Neben viel Leid entstanden auch hohe Kosten. Im Strassenverkehr gehen vor allem die Knochenbrüche ins Geld. Brechen bei einem Verkehrsunfall Knochen, sind die Unfallkosten dreimal höher.

2017 erfasste die Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung (SSUV) über 830 000 Unfälle von obligatorisch versicherten Personen. Das sind gut 2 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Unfallversicherer vergüteten im letzten Jahr Leistungen in der Höhe von 4,86 Milliarden Franken.

Die SSUV registriert nur Unfälle von Arbeitnehmenden, die in der Schweiz beschäftigt sind, und von Arbeitslosen. 2017 verursachten diese rund 270 000 Unfälle während der Arbeit (+ 1,1 Prozent) und 545 000 in der Freizeit (+ 3 Prozent). Die steigende Zahl an Berufsunfällen ist darauf zurückzuführen, dass die Zahl der Arbeitnehmenden weiter gestiegen ist – insbesondere getrieben durch eine Zunahme im Dienstleistungssektor. Bei den Freizeitunfällen führte zusätzlich das schöne Wetter zu mehr Unfällen.

Unfallstatistik nach Unfallversicherungsgesetz UVG (Arbeitnehmende und Stellensuchende)

2017

2016

Veränderung

Berufsunfälle

268 837

265 932

+1,1 %

Freizeitunfälle

546 289

530 592

+3,0 %

Unfälle von Stellensuchenden

17 663

17 654

+0,1 %

Total

832 789

814 178

+2,3 %

Brechen Knochen, wird’s teuer

Die Zahl der Strassenverkehrsunfälle blieb in den letzten zehn Jahren mit 54 000 Unfällen jährlich stabil, obwohl gleichzeitig die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge um 15 Prozent gestiegen ist. Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre kosten die Verkehrsunfälle der obligatorisch versicherten Arbeitnehmenden jährlich circa 710 Millionen Franken. Der grösste Kostenverursacher sind die Knochenbrüche. Sie lösen rund 40 Prozent der Verkehrsunfallkosten aus, obwohl sich nur 16 Prozent der Verunfallten etwas brechen. Denn: Brechen bei einem Verkehrsunfall Knochen, betragen die Unfallkosten mit durchschnittlich 22 600 Franken dreimal so viel, wie wenn diese heil bleiben. Betrachtet man nur die Taggelder, sind die Kosten sogar viermal so hoch. Taggelder sind jene Kosten, die der Versicherer als Lohnersatz aufwenden muss, weil der Verunfallte nicht arbeiten kann.

Mit Gips länger arbeitsunfähig

Dieser Effekt zeigt sich noch ausgeprägter in Branchen mit körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten − beispielsweise im Bau oder Forst. Diese Branchen, die auch ein höheres Unfallrisiko aufweisen, sind bei der Suva versichert. Die aktuelle Statistik aller Unfallversicherer zeigt, dass Suva-Versicherte nach einem Verkehrsunfall mit Knochenbruch 50 Prozent höhere Taggeldkosten verursachen als ein Versicherter bei den übrigen Unfallversicherern. Der Grund: In ihren Tätigkeiten können sie oft erst wieder arbeiten, wenn sie körperlich 100 Prozent einsatzfähig sind. «Wer im Büro arbeitet, kann dies auch mit Gips und Krücken tun», sagt Alois Fässler, Statistiker bei der Suva. Auf der Baustelle oder im Forst sei dies nicht möglich. Suva-Versicherte sind deshalb nach einem Verkehrsunfall mit Knochenbruch im Durchschnitt 23 Tage länger arbeitsunfähig.

Statistiken und ihre Unterschiede

In der aktuellen Ausgabe der Unfallstatistik nach UVG widmet die SSUV dem Thema Unfälle im Strassenverkehr ein eigenes Kapitel. Neben aktuellen Zahlen und Auswertungen zum Unfallgeschehen anhand Unfallstatistik nach UVG schafft sie auch eine Übersicht über die in der Schweiz existierenden Statistiken zu Strassenverkehrsunfällen und zeigt die Unterschiede auf.

Das Unfallgeschehen in den Kantonen

Auf der Website www.unfallstatistik.ch/d/regional    der SSUV ist für jeden Kanton ein Profil zum Unfallgeschehen aufgeschaltet. Je nach Wirtschaftszweigen, Grösse oder Lage eines Kantons, gibt es grosse regionale Unterschiede. Der Wohnort hat vor allem Einfluss auf die Freizeitaktivitäten der Menschen und damit auch auf ihr Unfallverhalten.

Bezugsquelle für die neue Unfallstatistik

Die von der Suva geführte Sammelstelle für die Statistik der Unfallversicherung (SSUV) publiziert die jährliche Unfallstatistik nach UVG im Auftrag der Koordinationsgruppe für die Statistik der Unfallversicherung UVG (KSUV). Die Statistik basiert auf den Ergebnissen aller derzeit 29 UVG-Versicherer, die unselbstständig Erwerbstätige obligatorisch gegen Berufs- und Freizeitunfälle sowie gegen Berufskrankheiten versichern. Ebenfalls enthalten sind die Ergebnisse der obligatorischen Unfallversicherung für Arbeitslose, die bei der Suva versichert sind. Die UVG-Statistik erfasst nur Unfälle von Erwerbstätigen, nicht aber solche von Kindern, Schülern, Studierenden, Nichterwerbstätigen und Rentnern. Im Wesentlichen werden somit die ständig in der Schweiz wohnhaften Arbeitnehmenden und Lernenden im Alter zwischen 15 und 64 Jahren erfasst. Diese Personen machen gut die Hälfte der Wohnbevölkerung aus.

Die Ausgabe 2018 ist gedruckt und online auf Deutsch und Französisch erhältlich. Einzelne Druckexemplare können gratis bei der SSUV bestellt werden: unfallstatistik@suva.ch. Weitere Informationen unter www.unfallstatistik.ch .