Unfallversicherer Europas treffen sich in Luzern

Die Suva als grösster Unfallversicherer der Schweiz lud die im Europäischen Forum der Berufsunfallversicherer organisierten Gesellschaften zu ihrer jährlichen Konferenz nach Luzern ein. Beleuchtet wurden die Bedeutung der Digitalisierung für die Gesellschaft und deren Auswirkungen auf die Unfallversicherung.

In diesen Tagen fand in Luzern ein Treffen der Berufsunfallversicherer der Länder Europas statt. Das «European Forum of insurance against accident at work and occupational diseases» wurde 1992 gegründet. Ziel ist es, den Erfahrungs- und Informationsaustausch der Organisationen der Mitgliedländer zu fördern. Diese sind in der Versicherung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten, der Prävention und der Rehabilitation häufig mit denselben Problemen konfrontiert. «Dass die Suva anlässlich ihres 100-Jahr-Jubiläums die Organisationen der Berufsunfallversicherer zum European Forum empfängt, freut mich besonders.», sagte Daniel Roscher, Mitglied der Geschäftsleitung der Suva und diesjähriger Präsident des European Forums. Die Suva lud nach Luzern ein, um sich zusammen mit den europäischen Berufsunfallversicherern mit dem Thema «Accident Insurance 4.0 – The Impact of Digitalisation» zu befassen.

Die Digitalisierung verändert die Branche der Unfallversicherer

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt, die Wirklichkeit der Versicherten und die Versicherungsbranche. Es gibt neue Unfallgefahren und die Sozialversicherung sieht sich mit nie dagewesenen Fragestellungen – Chancen und Risiken – konfrontiert. Diese und weiterführende Fragestelllungen nahmen die Hauptredner der Konferenz in Ihren Beiträgen auf: Der Trendforscher und Geschäftsführer des Gottlieb Duttweiler Instituts für ökonomische und soziale Studien GDI, Dr. David Bosshart, stellte einführend Überlegungen zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf den Menschen ins Zentrum seiner Präsentation. Ausgehend von einer sich wandelnden Arbeitswelt stellen sich nicht nur neue Fragen im Bereich der Unfallprävention und der Wiedereingliederung nach einem Berufsunfall, sondern auch für den administrativen Prozess der Versicherungen.

 

Zur Bedeutung der Digitalisierung für die Unfallversicherung sowie zu den Auswirkungen, welche die Digitalisierung auf die Unfallversicherer hat, referierte Dr. Edlyn Höller, Leiterin der Abteilung Versicherung und Dienstleistungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Dass künstliche Intelligenz zur sozialen Herausforderung werden kann und dass künstliche Intelligenz daher im Dienste der Gesellschaft stehen muss, untermauerte und forderte Prof. Dr. Klaus Mainzer, Philosoph und Wissenschaftstheoretiker. Neben diesen Referaten hatten die Vertreterinnen und Vertreter der teilnehmenden Staaten die Möglichkeit, sich in Workshops zu den Themen «Big Data im Schadenmanagement» oder «Digitalisierung und Rehabilitation» oder Digitalisierung und Prävention» oder «Work 4.0» auszutauschen und so voneinander zu lernen. Im nächsten Jahr ist Litauen Gastgeberland.

Weitere Informationen:

https://www.europeanforum.org 

European Forum Conference 2018   

Daniel Roscher am GesprächspultUnfallversicherer Europas treffen sich in Luzern


Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 129 000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.