Höhere Unfallzahlen 2018 durch aussergewöhnlich schönes Wetter

2018 verunfallten deutlich mehr Versicherte der Suva beim Biken und Velofahren sowie beim Wandern und Spazieren. Grund dafür waren die weit überdurchschnittlichen Temperaturen, die dazu führten, dass mehr Zeit im Freien verbracht wurde. Insgesamt kam es zu über 474 000 Unfällen und Berufskrankheiten.

2018 registrierte die Suva über 474 000 Unfälle bei ihren Versicherten. Das sind 2,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Berufsunfälle stieg um 1,9 Prozent, was sich mit der Zunahme der Anzahl Beschäftigten gemäss Bundesamt für Statistik (BSF) deckt. Die Zahl der Nichtberufsunfälle hingegen verzeichnete einen Anstieg um 2,7 Prozent und ist höher als die Zunahme der Anzahl Beschäftigten. Grund dafür dürfte der ausserordentlich schöne und warme Sommer 2018 sein. Die Unfälle bei den als arbeitslos gemeldeten Personen hat um 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr abgenommen. Dies kann auf die gute Wirtschaftslage und den Rückgang der Arbeitslosenquote zurückgeführt werden.

 

Bei der Suva in der obligatorischen Unfallversicherung registrierte Fälle

 

2018

2017

Differenz

Total Unfälle und Berufskrankheiten

474 073

464 562

+ 2,0%

davon Berufsunfälle und Berufskrankheiten:

181 315

177 973

+1,9%

davon Nichtberufsunfälle:

276 317

268 934

+ 2.7%

davon Unfälle und Berufskrankheiten in der Unfallversicherung für Arbeitslose:

16 441

17 655

- 6.9%

Mehr Unfälle durch aussergewöhnlich schönes Wetter

Schneereich im Winter und extrem trocken, warm und sonnig im Sommer, so präsentierte sich das Jahr 2018 in der Schweiz. Gemäss MeteoSchweiz war es das vierte Jahr in kurzer Folge mit weit überdurchschnittlicher Temperatur.

 

Im Gegensatz zu den Berufsunfällen hat die Zahl der Freizeitunfälle in den letzten Jahren zugenommen. Heute ereignen sich rund 60 Prozent der Unfälle in der Freizeit und 40 Prozent bei der Arbeit. Mit 276 317 Nichtberufsunfällen ihrer Versicherten verzeichnete die Suva einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr (+ 2,7 Prozent). «Aufgrund des schönen Wetters verbrachten die Menschen mehr Zeit draussen – sei es auf Wanderwegen, Biketrails oder auf der Skipiste», sagt Peter Andermatt, Statistiker der Suva. «Dementsprechend passierten auch mehr Unfälle». 

 

Insbesondere von April bis September 2018 sind die Freizeitunfälle deutlich gestiegen. Dabei haben in dieser Periode vor allem die Unfälle beim Fahrradfahren und Biken (+ 17 Prozent) sowie beim Wandern und Spazieren (+ 17 Prozent) gegenüber dem Vorjahr stark zugenommen. Über das ganze Jahr registrierte die Suva rund 23 000 Unfälle beim Wandern und Spazieren, über 18 000 Unfälle beim Fahrradfahren und Biken, knapp 14 000 Unfälle beim Skifahren und über 2 400 Unfälle beim Snowboarden.

Weniger Freizeitunfälle bei den unter 20-Jährigen

Weniger Freizeitunfälle als im Vorjahr passierten 2018 nur bei den unter 20-Jährigen (- 1,9 Prozent). Die stärkste Zunahme hingegen verzeichneten mit rund 6 Prozent die über 50-Jährigen. «Offenbar zieht es die Menschen in diesem Alter bei schönem Wetter besonders häufig nach draussen», so Statistiker Peter Andermatt. Die starke Zunahme an Unfällen könne nicht nur damit erklärt werden, dass es in dieser Altersgruppe wegen den geburtenstarken Jahrgängen zunehmend mehr Versicherte gebe. Bei den 30- bis 39-Jährigen und den 40- bis 49-Jährigen stiegen die Unfallzahlen moderat (+ 4,6 Prozent; + 2,0 Prozent) und bei den 20- bis 29-Jährigen haben sie sich kaum verändert (+ 0,6 Prozent).

 

Die Suva versichert rund die Hälfte aller Berufstätigen in der Schweiz und gut einen Fünftel aller Betriebe (rund 2 Mio. Versicherte und 129 290 Unternehmen) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten.

  • Simone Isermann
    Simone Isermann
    Mediensprecherin Versicherungsleistungen und Rehabilitation
  • Direkt: +41 41 419 59 50
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Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,2 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 129 000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.